2009

Chronisch lymphatische Leukämie

Seit Februar 2009 ist Rituximab (MabThera®) für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) in Kombination mit einer Chemotherapie zugelassen.

Die CLL ist die häufigste Leukämieform des Erwachsenen. In Deutschland erkranken jedes Jahr ungefähr 2500 Menschen neu an einer chronisch lymphatischen Leukämie. Das durchschnittliche Diagnosealter liegt zwischen 65 und 70 Jahren. Als chronische Leukämie ist die CLL durch ihren langsam fortschreitenden, schleichenden Verlauf charakterisiert. Dieser chronische Verlauf führt dazu, dass ein großer Teil der Patienten in der frühen Phase der Erkrankung gar nicht erst behandelt werden muss. Erst das Auftreten von Symptomen macht eine Behandlung notwendig.

Rheumatoide Arthritis

Mit Tocilizumab (RoACTEMRA®) steht eine neue Behandlungsoption zur Verfügung. Der Wirkstoff ist der erste und bisher einzige Vertreter der neuen Substanzklasse der Interleukin-6-Rezeptorenblocker.
RoACTEMRA bindet spezifisch sowohl an lösliche als auch an membrangebundene IL-6-Rezeptoren (sIL-6R und mIL-6R). Dadurch reduziert Tocilizumab die proinflammatorischen Effekte von IL-6 und hemmt das Fortschreiten der RA. Die klinische Wirksamkeit und Sicherheit des innovativen Zytokin-Hemmers wurde in einem internationalen Prüfprogramm im Rahmen von fünf randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Phase-III-Studien untersucht. Die europaweite Zulassung zur Behandlung der RA wurde im Januar 2009 erteilt.
Das Medikament wird in Deutschland von Roche und dem japanischen Pharmaunternehmen Chugai, einem Unternehmen der Roche-Gruppe, gemeinsam vermarktet.

2008

Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom

Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA hat die Zulassung für Avastin (Bevacizumab) zur First-Line-Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms erteilt. Mit dem VEGF-Antikörper kann das progressionsfreie Überleben von Nierenkrebspatienten nahezu verdoppelt werden.

2007

Galenus-Preis 2007 für Avastin verliehen

Die Roche Pharma AG hat für das Krebsmedikament Avastin den Galenus-von-Pergamon-Preis 2007 in der höchsten Auszeichnungsstufe (Kategorie A) erhalten. Der Galenus-Preis gilt als Renommeepreis für innovative Arzneimittel. Der von der „Ärzte Zeitung“ gestiftete Preis wurde in diesem Jahr auf dem ersten Deutschen Internistentag am Donnerstag, 25. Oktober 2007, in Berlin verliehen.
Mit dem Preis wurde laut Jury ein herausragendes Arzneimittel gewürdigt.  Die „Galenus-Jury war beeindruckt davon, dass hier ein Wirkmechanismus aufgeklärt wurde, der durch einen Antikörper gehemmt wird“, sagte Jury-Präsident Professor Erland Erdmann aus Köln.

Das ausgezeichnete Wirkprinzip von Avastin
Avastin ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der an den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) bindet. Dadurch verhindert der Antikörper, dass VEGF an seine Rezeptoren an der Oberfläche von Endothelzellen andockt.
Bereits in den 70er Jahren stellte der amerikanische Wissenschaftler Judah Folkman die These auf, dass Tumore wachsen und Tochtergeschwülste bilden, indem sie selbst neue Blutgefäße entwickeln und sich so mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Diese Neuausbildung von Blutgefäßen wird als Angiogenese bezeichnet.
Folkman fand heraus, dass dafür der Wachstumsfaktor VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) verantwortlich ist, der vom Tumor gebildet wird und bestimmte Zellen an bereits vorhandenen Blutgefäßen in der Nähe des Tumors stimuliert, neue Blutgefäße zu bilden. Vor diesem Hintergrund erschien die medikamentöse Hemmung von VEGF, die so genannte Anti-Angiogenese, ein sinnvolles Konzept einer neuen, zielgerichteten Therapie verschiedener Tumorarten zu sein.
Die Annahme der Forscher: Mit Angiogenese-Hemmern kann die Bildung neuer Blutgefäße in der Umgebung des Tumors verhindert werden. Seine Versorgung mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen wird damit gestoppt, die Krebszellen können nicht mehr weiter wachsen, der Tumor „verhungert“ regelrecht.
Forscher haben in den 80er und 90er Jahren aus dieser ersten Idee verschiedene Wirkstoffe entwickelt, die in der Lage sind, die Neubildung der Gefäße zu hemmen. Aber nur einer – Avastin – hat  es bis heute in die klinische Praxis geschafft.
Avastin ist zur Therapie von Darmkrebs, Brustkrebs und Lungenkrebs zugelassen und wird in diesen Indikationen erfolgreich eingesetzt. 

Vierter Standort für Roche
Roche Kulmbach ist seit 09. Juli 2007 neues Center of Excellence im Bereich der Erforschung von RNA-Interferenz (RNAi) Therapeutika.

Auf RNAi basiert ein völlig neuer Ansatz in der Arzneimittelforschung und -entwicklung. Ihre Entdeckung wurde als "grosser wissenschaftlicher Durchbruch, wie er nur einmal im Jahrzehnt vorkommt" mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.  RNAi ist im Organismus ein natürlicher Mechanismus, mit dessen Hilfe der Körper die Expression bestimmter Gene hemmt, sie gewissermassen ab- oder stummschaltet.

Mit der neuen Arzneimittelklasse der RNAi Therapeutika wird eine genetisch bedingte Krankheitsursache direkt angegriffen, indem sie spezifische Messenger-RNAs (mRNAs) abschalten und dadurch die Herstellung von krankheitsverursachender Proteine verhindern. Die Entwicklung spezifischer und hochwirksamer Medikamente gegen schwer behandelbare Krankheiten wird möglich.

Magenkarzinom

Im April 2007 erhält Roche die europaweite Zulassung für das orale Fluoropyrimidin Capecitabin (Xeloda®) beim fortgeschrittenen Magenkarzinom. Die Zulassung zur First-Line-Behandlung in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie basiert auf den Daten von zwei Phase III-Studien, in denen die Therapie mit Xeloda eine überzeugende Wirksamkeit bei deutlich überlegener Ansprechrate und signifikanter Überlebensverlängerung zeigte.

Mammakarzinom

Bevacizumab (Avastin®) ist seit März 2007 in Kombination mit Paclitaxel zur Erstlinien-Behandlung von Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom zugelassen. Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer Phase-III-Studie der Eastern Cooperative Oncology Group (Studie E2100). In dieser Studie erhielten 722 Patientinnen randomisiert entweder Paclitaxel plus Avastin oder Plazebo. Avastin verdoppelte das progressionsfreie Überleben auf 11,4 Monate (Investigator Review). Das objektive Tumoransprechen wurde von 23% im Chemotherapiearm auf 48% im Avastin-Arm mehr als verdoppelt.

Pankreaskarzinom

Im Januar 2007 erhält Erlotinib (Tarceva® ) die EU-Zulassung für die Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Gemcitabin.

Die Zulassung von Tarceva für die Kombinationstherapie mit Gemcitabin in der Erstlinien-Behandlung von Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom basiert auf den Ergebnissen einer Studie, an der 569 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom teilnahmen. Diese Studie ergab eine signifikante Steigerung des Gesamtüberlebens derjenigen Studienteilnehmer, die zusätzlich zu Gemcitabin Tarceva erhielten. Das progressionsfreie Überleben konnte unter der Behandlung mit Tarceva signifikant um 30% verlängert werden.

2006

Rheumatoide Arthritis
Juli. Der B-Zell-gerichtete Antikörper MabThera (Rituximab) hat die europaweite Zulassung zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis (RA) erhalten. Die Zulassung von Rituximab wurde speziell zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schwerer aktiver Rheumatoider Arthritis erteilt, die auf andere anti-rheumatische Medikamente, einschließlich eines oder mehrerer TNF alpha-Hemmer nicht ausreichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

2005

Osteoporose
Zulassung der weltweit ersten Monatstablette Bonviva (Ibandronat) zur Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen zur Reduktion des Risikos von vertebralen Frakturen (Eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht belegt worden).
Von der nur einmal im Monat notwendigen Einnahme von Ibandronat versprechen sich Osteoporose-Experten eine bessere Therapietreue der Patientinnen.
Ibandronat ist ein hochpotentes stickstoffhaltiges Bisphosphonat. Bisphosphonate sind nicht-hormonelle Substanzen, die zur Prävention und Therapie von Osteoporose eingesetzt werden. Sie hemmen den Knochenabbau und senken das Risiko, Knochenbrüche zu erleiden. Insgesamt führt es zu einer Zunahme der Knochendichte.

Lungenkrebs
Roche führt mit Tarceva (Erlotinib) ein neues Arzneimittel zur Behandlung der häufigsten Form von Lungenkrebs, dem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), ein. Es handelt sich um den ersten "Wachstumsfaktor-Hemmer" bei dieser schwerwiegenden Tumorerkrankung.
Hilfreich war hier die Erkenntnis, dass bei vielen bösartigen Tumoren - auch beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom - bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) auf den Tumorzellen in Überzahl vorhanden oder aber fehlreguliert sind. Eine besonders wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang der so genannte epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor, abgekürzt EGFR (engl. Epidermal Growth Factor Receptor). Er befindet sich auf der Oberfläche der Tumorzelle und leitet Wachstumssignale in das Zellinnere weiter. Diese Signalübertragung ist der Startschuss für die Krebszelle, unkontrolliert zu wachsen, gesunde Zellen zu verdrängen und Metastasen zu bilden.
Um diese Aktivierung des EGF-Rezeptors zu blockieren, wurde Erlotinib - ein gezielt gegen den Rezeptor gerichteter Wirkstoff - entwickelt. Erlotinib ist ein kleines Molekül ("Small Molecule"), das den in der Tumorzelle gelegenen Teil des EGF-Rezeptors besetzt. Damit wird die Weiterleitung der Wachstumssignale innerhalb der Zelle unterbunden: Die Tumorzelle hört auf, sich zu teilen, Tumorwachstum und Metastasierung werden gehemmt.

Darmkrebs
Nach 30jähriger Forschung wurde mit Avastin (Bevacizumab) ein Medikament entwickelt, das die Blutgefäßneubildung bei Tumoren unterbindet. Dieser Angiogenese-Hemmer unterbricht die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen: der Tumor hungert aus. Avastin wird erstmals in der Behandlung des Darmkrebses eingesetzt.

2004

Mit dem international renommierten Prix Galien 2004 wurde der Fusionshemmer Fuzeon (Enfuvirtide) der Hoffmann-La Roche AG im Palácio Foz in Lissabon, Portugal, ausgezeichnet.
Bereits zum zweiten Mal erhält die Hoffmann-La Roche AG den begehrten Preis für ein HIV-Medikament und belegt so sein hohes Innovationspotential. Fuzeon - HIV-Vermehrung nachhaltig blockiert Der Fusionshemmer ist der erste Vertreter einer völlig neuen Medikamentenklasse, die viel früher als andere HIV-Medikamente in den Infektionsprozess eingreifen. Erstmals wird das Eindringen des HI-Virus in die menschliche Immunzelle verhindert und dadurch die Vermehrung des Virus blockiert.

2003

Juni: Einführung des ersten Fusionshemmers in der AIDS/HIV-Therapie: mit FUZEON wird das Virus gehemmt in eine gesunde Immunzelle zu gelangen, indem die Verschmelzung der Virusmembran mit der Zellmembran verhindert wird. Ein weitere Virusvermehrung wird damit unterbunden.

2002

Oktober: Hoffmann-La Roche f ührt den ersten oralen Neuraminidase-Hemmer zur Behandlung der Grippe (Influenza A und B) ein. Gleichzeitig wird mit RealFlu das Roche Influenza-Frühwarnsystem eingeführt.

März: Rituximab (MabThera®) wird zur Erstbehandlung des diffus-großzelligen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms zugelassen.

2001

Im September erhält Xeloda® die Zulassung nach einem beschleunigten Prüfverfahrens von sechs Monaten die Zulassung bei metastasiertem Brustkrebs in Kombination mit dem Aventis-Präparat Taxotere®.

- Im Februar f ührt Roche Xeloda® zur Behandlung von Darmkrebs ein.

2000

- Im Mai produziert die neue Fermentationsanlage termingerecht erstmals Vitamin B 2. Ebenfalls planmäßig wird im August die Biotin-Anlage in Betrieb genommen.

Im Oktober feiert Roche Grenzach die Fertigstellung der neuen Betriebe zusammen mit der lokalen Bevölkerung. Am Tag der offenen Tür kommen annähernd 10 000 Besucher. Während die Ausstellung "Welt der Vitamine " über die präventive Wirkung von Vitaminen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren informiert, lernen die Besucher auf einem Rundgang durch den "Gesundheitspark"die Pharma-Produktpalette kennen.

Im September führt Roche Herceptin® zur Behandlung bei fortgeschrittenem Brustkrebs ein.

1999

- Nach über dreijähriger Umbauzeit wird das 1968 in Betrieb genommene Pharma-Produktionsgebäude der Hoffmann-La Roche AG seiner neuen Bestimmung übergeben. 
Mit einer Summe von insgesamt 34 Millionen DM wurde (bei vollem Betrieb und ohne größere Lieferunterbrechungen oder Qualitätseinbußen) der Umbau der Fabrik betrieben, um zukünftigen Mengen- und Qualitätsansprüchen gerecht zu werden - sogar den strengen amerikanischen Bestimmungen. Außerdem wird in der Grenzacher Roche- Niederlassung die Salbenherstellung und Verpackung deutlich ausgebaut. 
Im Jahr '99 werden hier über 35 Millionen Tuben hergestellt - in erster Linie übrigens Bepanthen Produkte. 
Diese Tuben sind dann weltweit - egal, ob sie in Korea, Saudi Arabien, Brasilien oder in der Schweiz im Regal angeboten werden - aus diesem Produktionsgelände.

Für zwei weitere Großprojekte fällt der Startschuß. Die neue Vitamin- B2-Fermentationanlage und die Biotin-Mehrzweckanlage werden bei der Fertigstellung zusammen 200 Millionen DM gekostet haben.

1998

- Nach der Akquisition der Corange-Gruppe (Boehringer Mannheim und DePuy) am 5. März 1998 wird Roche in Deutschland zu einer der bedeutendsten Länderorganisationen innerhalb des Roche- Konzerns. Alle deutschen Standorte werden unter dem Dach der Roche Deutschland Holding GmbH mit Sitz in Grenzach-Wyhlen eingegliedert.

Die Roche Holding AG, mit Stammsitz in Basel, ist derzeit mit etwa 70000 Beschäftigten in weit über 100 Ländern vertreten.

Die Hoffmann-La Roche AG nimmt für den antiretroviralen Protease-Hemmer Saquinavir (Invirase®) gegen HIV den Prix Galien International 1998 entgegen. Er wird 1998 unter drei antiretroviralen Wirkstoffen von Pharma-Unternehmen aufgeteilt.

Großes Presseecho erfährt die Hoffmann-La Roche AG auch durch die Einführung der Anti-Fett-Pille Xenical®, eines lokalen Fettblockers.

Mit Rituximab (MabThera®) wird der erste monoklonale Antikörper in der Krebstherapie europaweit zur Behandlung des rezidivierten follikulären Lymphoms zugelassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prix Galien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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