Penzberg: Der Biotechnologiestandort von Roche in Europa
Das Biotechnologie-Zentrum von Roche im bayerischen Penzberg vereint Forschung und Entwicklung sowie Produktionsanlagen für beide Bereiche: Diagnostics und Pharma. Hier werden Enzyme, Proteine, monoklonale Antikörper und Hormone für die Anwendung in Medizin und Forschung hergestellt. Der Standort umfasst ferner bedeutende Kapazitäten für Zellkulturen und Fermentation.
Die Ursprünge der Biotechnologie-Aktivitäten von Roche in Bayern reichen bis zu den späten 1940er Jahren zurück. Durch die Erfahrungen in der damals praktizierten Biochemie wuchsen nach und nach die Kenntnisse in der klassischen Biotechnologie. Zunächst lernten die Wissenschaftler, Enzyme für diagnostische Tests aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen zu isolieren. Zu Beginn der 1970er Jahre begannen die Forscher am bayerischen Standort, die Methoden der noch jungen Gentechnologie für medizinische Zwecke einzusetzen Jetzt lieferten rekombinante Mikroorganismen diagnostische Enzyme in vorher unerreichter Menge und Qualität. Der Grundstein für ein Werk mit Weltniveau war gelegt. Die Methoden und Disziplinen der klassischen wie auch der modernen Biotechnologie sind heute die Grundlagen der modernen medizinischen Diagnostik und Therapie. Aus der unternehmerisch durchaus risikoreichen Entscheidung vor mehr als 35 Jahren, in die Biotechnologie zu investieren, ist in Penzberg das größte Biotechnologiewerk von Roche innerhalb Europas entstanden. Der Roche-Konzern ist weltweit inzwischen das führende Biotechnologie-Unternehmen.
Die Kenntnisse, Mikroorganismen für die Forschung und biotechnologische Produktion von Diagnostika-Einsatzstoffen zu nutzen, legten den Grundstein für die Pharma-Aktivitäten in Penzberg. Mit Hilfe von tierischen Zellkulturen entstehen in Penzberg heute vier sogenannte Biologics (Wirkstoffe) für Medikamente auf dem neusten Stand: von körperidentischen Hormonen bis hin zu monoklonalen Antikörpern zur Krebsbekaämpfung. Die Erforschung, technische Entwicklung und Produktion dieser Wirkstoffklasse ist eine Spezialität des Standortes, der nun das Kompetenzzentrum für therapeutische Proteine des Roche-Konzerns ist.
Innerhalb des Roche-Konzerns forschen, entwickeln und produzieren nur in Penzberg die beiden Geschäftsbereiche Diagnostik und Pharma gemeinsam unter einem Dach. Die Konzernstrategie Personalisierte Medizin nutzt die Kenntnisse und Erfahrungen aus den beiden Divisionen, um einerseits die Pharmaforschung zu unterstützen und andererseits integrierte Gesundheitslösungen zu entwickeln, die Patienten, Arzt und Kostenträger echte Vorteile bringen sollen. Die Kenntnis der genetischen Unterschiede von Patienten und deren Krankheitsbildern kommt der Entwicklung neuer Medikamente zur individuelleren Behandlung und damit einer effizienteren Gesundheitsversorgung zugute.
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