Meilensteine der Biotechnologie bei Roche
Bis in die 1940er Jahre reicht die Linie biotechnologischer Produkte von Roche zurück. Dieses Fachwissen zahlt sich aus: Heute ist Roche das führenden Biotech-Unternehmen der Welt. Dabei ist der Konzern sehr breit aufgestellt. Sechs der bedeutendsten Arzneimittel des Konzerns sind Biopharmazeutika. Die Division Diagnostics bietet als führendes Unternehmen auf dem Gebiet der In-vitro-Diagnostik über 1700 Produkte an, die auf Biotechnologie basieren. Einen wichtigen Anteil daran hat die PCR-Technologie (Polymerase-Kettenreaktion).
Auf dem Weg zum Erfolg hat Roche wichtige Meilensteine gesetzt.
seit 2006
2009
In Penzberg werden die Kapazitäten zur Forschung und Entwicklung von therapeutischen Proteinen weiter ausgebaut.
Roche übernimmt alle noch ausstehende Aktien des amerikanischen Biotech-Unternehmens Genentech.
2009
Auf dem Werkgelände Penzberg entsteht der Diagnostic Operations Complex (DOC) zur Erweiterung der Kapazitäten in der biotechnologischen Diagnostics Produktion.
2007
In Basel und Penzberg werden neue Produktionsanlagen für biopharmazeutische Wirkstoffe in Betrieb genommen.
2006
Mit der Einweihung von Gebäuden für die Forschung an therapeutischen Proteinen und die Produktion von diagnostischen Antikörpern in Penzberg wird der Schwerpunkt auf die Biotechnologie verstärkt.
1996 bis 2005
2004
Neue biotechnologische Produktionsanlagen in Basel und Penzberg werden gebaut.
Roche erhält die Zulassung von Bevacizumab gegen metastasierenden Dickdarmkrebs. Der monoklonale Antikörper unterbindet die Blutversorgung von Tumoren (Angiogenese).
2003
Markteinführung des AmpliChip CYP450, des weltweit ersten pharmakogenomischen Diagnostik-Produkts in der Medizin.
2002
Der Wirkstoff Peginterferon alfa-2a gegen Hepatitis C wird in Europa und den USA zugelassen; Roche verkauft die Division Vitamine und Feinchemikalien an den niederländischen Chemiekonzern DSM.
2001
Aus der Fusion von Nippon Roche und Chugai entsteht der fünftgrößte Pharmahersteller und Japans führendes Biotech-Unternehmen.
2000
Trastuzumab, ein monoklonaler Antikörper gegen Brustkrebs, erhält die Zulassung für Europa. Der Antikörper stellt einen Durchbruch in der Behandlung von Brustkrebs dar.
Das Institut für Immunologie in Basel wird in das Roche-Zentrum für medizinische Genomik überführt.
1998
Roche übernimmt Boehringer Mannheim.
1997
Der monoklonale Antikörper Rituximab wird zur Behandlung bestimmter Formen des Non-Hodgkin Lymphom zugelassen. Die Zulassung erfolgt zunächst in den USA, einige Monate später auch in Europa.
1996
Das erste biotechnologisch in Deutschland erforschte, entwickelte und produzierte Medikament – Reteplase – kommt aus Penzberg. Es wird zur Behandlung von akutem Herzinfarkt eingesetzt.
Das Diagnostik System Elecsys führt zu einem Quantensprung in der Immundiagnostik.
1976 bis 1995
1995
Der Troponin T-Test zur Bestimmung von Herzinfarkt erhält den Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft.
1992
Mit Zalcitabin kommt der erste Aids-Wirkstoff von Roche auf den Markt.
1991
Roche erwirbt die weltweiten Vermarktungsrechte an der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) von Cetus Corporation; schon zwei Jahre später ist die Technologie Grundlage für den HIV-Test Amplicor, den ersten diagnostischen PCR-Test.
Nobelpreisträger James D. Watson besucht das Biotechnologiewerk.
1990
Zur Behandlung von Anämien kommt das erste therapeutische Protein aus der Penzberger Produktion nach nur vierjähriger Entwicklungszeit auf den Markt.
Die Taq-Polymerase ist entwickelt und eingeführt.
1989
Das hundertste Restriktionsenzym wird angeboten.
Die Diagnostik-Palette umfasst vierzig Parameter.
1987
Der erste Markierungs- und Detektionskit zur nichtradioaktiven Markierung von DNA kommt auf den Markt.
1986
Aus der Kooperation mit Genentech geht der erste biotechnologisch hergestellte Wirkstoff von Roche hervor (Interferon alfa-2a); Roche führt einen HIV-Test ein.
Die Renaturierungstechnologie zur korrekten Proteinfaltung wird etabliert.
Antikörper werden im Kilogramm-Maßstab hergestellt.
1985
Das Analysensystem zur minutenschnellen Bestimmung von Blutwerten in der Praxis, Reflotron, erhält den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft.
1984
Niels Kaj Jerne und Georges Köhler vom Institut für Immunologie in Basel erhalten zusammen mit César Milstein für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der monoklonalen Antikörper den Nobelpreis für Medizin; Nobelpreisträger von 1987 ist ihr Kollege Susumu Tonegawa, Mitglied des Instituts von 1971-1981.
1982
Erstmals kommen Testkits mit rekombinanten Enzymen aus Penzberg für die medizinische Analytik und die Lebensmittelanalytik auf den Markt.
1980
Die Zusammenarbeit mit dem Biotech-Unternehmen Genentech beginnt; Kooperationen mit Biotechnologie-Firmen werden in den folgenden Jahrzehnten zu einem zentralen Element der Unternehmensphilosophie.
Die erste tierische Zellkultur wird für die Antikörperproduktion eingesetzt.
1979
Das erste Enzym wird in Penzberg in E.coli kloniert.
1978
Diagnostische Tests für Schilddrüsenparameter kommen auf den Markt. Weitere diagnostische Parameter ergänzen das Portfolio.
1977
Beginn der ersten molekularbiologischen Arbeiten.
1976
Georges Köhler (Mitglied des Instituts von 1976-1985) beginnt mit seinen Arbeiten an monoklonalen Antikörpern.
bis 1975
1974
Das Werk Penzberg produziert einige hundert biochemische Substanzen (100g – 1.000 kg) mit Methoden der klassischen Biotechnologie.
1973
Lipide werden mit Enzymen aus Penzberg quantitativ bestimmt. Die Enzyme werden mit klassischen biotechnologischen Methoden aus Pilzen und Bakterien gewonnen.
1971
Das Institut für Immunologie in Basel wird eröffnet und von Roche finanziert.
1968
Roche begründet mit der Division Diagnostics ein zukunftsweisendes Geschäftsfeld; in Nutley eröffnet Roche das molekularbiologische Institut.
1933
Die industrielle Vitamin-C-Produktion wird aufgenommen; binnen weniger Jahre steigt Roche zum weltgrößten Vitaminproduzenten auf.
1896
Fritz Hoffmann-La Roche gründet in Basel die Arzneimittelfabrik F. Hoffmann-La Roche & Co.

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