Ethik
Chancen und Risiken
Derzeit gibt es für über 400 Krankheitsbilder Gentests, zahlreiche weitere werden in Zukunft hinzukommen. Mit der Genchip-Technologie wird es voraussichtlich in absehbarer Zeit möglich sein, eine große Zahl von Krankheitsanlagen besser zu bestimmen. Das Potenzial der neuen genetischen Testmöglichkeiten liegt darin, Krankheiten vorzubeugen, sie früher zu erkennen und besser zu behandeln. Entsprechend groß sind die Hoffnungen, die in die Anwendung der Erkenntnisse über den molekularen Hintergrund von Krankheiten gesetzt werden. Die Chancen bergen jedoch auch Risiken, wie etwa eine fehlerhafte Interpretation von Testergebnissen oder eine ungenügende Aufklärung der Patienten. Somit tragen alle Beteiligte ein hohes Maß an Verantwortung. Das Ziel muss daher sein, die Chancen der neuen Entwicklungen zu nutzen, die Risiken zu kennen und in gemeinsamer gesellschaftlicher Verantwortung einzugrenzen.
Bereits Ende der 1990er Jahre hat Roche den Rahmen seiner genetischen Forschungstätigkeit bestimmt und gemeinsam mit international anerkannten Fachleuten die „Roche Charter on Genetics“ verabschiedet. Darin festgehalten sind die ethischen Grundsätze, nach denen die genetische Forschung bei Roche erfolgt. Die Charta bekräftigt die Grundsätze von Respekt, Autonomie und Nützlichkeit, das Fehlen von Schädlichkeit sowie Billigkeit, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation ausgearbeitet worden sind. Denn zahlreiche Anforderungen müssen erfüllt sein, damit sich die Chancen, die sich aus dem molekularen Verständnis von Krankheiten ergeben, verantwortungsvoll und für den einzelnen Patienten nutzbringend verwirklichen lassen.
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