Gene und Gesundheit

Die Suche nach Krankheitsgenen

Vor 1980 waren nur sehr wenige krankheitsverursachende Gene bekannt. In den folgenden Jahren gelang es Wissenschaftlern, mithilfe von neuen molekularbiologischen Methoden rund 50 krankheitsverursachende Genversionen aufzuspüren, darunter die Gene, deren Mutation für die Duchenne-Muskeldystrophie, die Mukoviszidose beziehungsweise für Chorea Huntington hauptverantwortlich ist. Bei diesen Krankheiten handelt es sich um monogene Krankheiten (Ein-Gen-Krankheiten): Sie werden vererbt, lassen sich auf ein einziges defektes Gen zurückführen und kommen relativ selten vor. Schwieriger gestaltet sich das Auffinden der verantwortlichen Gene bei Krankheiten, die auf Defekte in mehr als einem Gen zurückgehen. Auch die Rolle, die die Vererbung bei ihrer Entstehung spielt, ist schwieriger zu verstehen. Beispiele für solche polygene Krankheiten sind die Alzheimer-Krankheit, Multiple Sklerose oder Psoriasis (Schuppenflechte). Davon wiederum sind multifaktorielle Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu unterscheiden. Multifaktoriell bedeutet: Eine angeborene genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und genetische Veränderungen, die im Laufe des Lebens erworben wurden, spielen in unterschiedlicher Kombination eine Rolle beim Ausbruch und Verlauf der Krankheit.

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Wussten Sie schon?

Abb.: Der Einfluss der Gene

Die Angaben über die Häufigkeit von genetisch bedingten Krankheiten in der Bevölkerung zeigen eine erhebliche Streubreite. Man kann aber davon ausgehen, dass die Veranlagung bei fünf bis zehn Prozent aller Erkrankungen eine entscheidende Rolle spielt.