Tests

Hintergrundinformation

Bei der Thrombophilie spielen nicht-genetische und genetische Risikofaktoren ineinander. Die wichtigsten heute bekannten genetischen Ursachen sind Faktor V Leiden und Faktor II (Prothrombin-) G20210A.

Diese erblichen Risikofaktoren haben Einfluss auf

  • die Wahrscheinlichkeit zu erkranken,
  • das Alter, in dem die Erkrankung auftritt,
  • die Schwere und den Verlauf der Erkrankung.

Mit den CE-IVD markierten Thrombophilie-Tests für das LightCycler® 2.0 Instrument können Sie diese beiden genetischen Risikofaktoren nun valide, schnell und sicher diagnostizieren. Die kurze hands-on-time der Thrombophilie-Kits sowie die automatische Testauswertung mit dem LightCycler® 2.0 sind weitere Vorteile.

Faktor V Leiden

Die Genveränderung wird als „Faktor V Leiden“ bezeichnet, weil sie 1993 von einer Wissenschaftlergruppe in der niederländischen Stadt Leiden entdeckt wurde. Bei der Mutation handelt es sich um eine Punktmutation an Position 1691 des Faktor V-Gens auf dem Chromosom 1. Dies verursacht eine Substitution der Aminosäure Arginin durch Glutamin an Position 506 im Faktor V-Protein, wodurch dieses partiell resistent gegen Deaktivierung durch Aktiviertes Protein C (APC) wird. Das Ergebnis ist, dass das Blut auch dann noch gerinnt, wenn die Gerinnungskaskade längst hätte gestoppt werden müssen.

Faktor V Leiden (APC-Resistenz), ist der häufigste genetisch bedingte Risikofaktor für das Entstehen von Thrombosen. Im Schnitt sind fünf Prozent der Bevölkerung von der Mutation betroffen. Innerhalb von Familien mit einer positiven Thrombophilie-Anamnese steigt die Wahrscheinlichkeit einer APC-Resistenz auf bis zu 40 Prozent an.

Die Folge: Bei heterozygoten Merkmalsträger ohne weitere Risikofaktoren ist die Thrombose-Gefahr etwa um das Fünf- bis Zehnfache erhöht. Bei einem homozygoten Merkmalsträger erhöht sich die Gefahr, eine Thrombose zu erleiden, um das 50- bis 100fache.

Faktor II (Prothrombin) G20210A

Das Gen für Prothrombin befindet sich auf Chromosom 11. Seine Mutation wurde erstmals 1996 beschrieben. Auch hierbei handelt es sich um eine Punktmutation: Die Base Guanin ist durch Adenin ersetzt und zwar an Position 20210. Bei dieser Region des Gens handelt es sich um ein Intron, den regulativen Bereich des Gens. Die Konsequenz: Das Protein wird – im Gegensatz zum Faktor V Leiden – von den zellulären Produktionsstätten, den Ribosomen, zwar korrekt hergestellt, sie produzieren aber zu viel davon, wodurch die Gerinnungsneigung des Blutes ansteigt. Bei 10 bis 20 Prozent der Patienten, die wegen einer Thrombose im Krankenhaus behandelt wurden, haben die Wissenschaftler eine solche Prothrombin-Mutation festgestellt. Sie gehen davon aus, dass Menschen mit dieser Mutation, ein dreifach erhöhtes Risiko haben, eine Thrombose zu erleiden.

Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge scheinen Faktor V Leiden und die Prothrombin-Mutation häufig kombiniert aufzutreten, was das Thromboserisiko zusätzlich erhöht. Patienten mit diagnostizierter Faktor V Leiden-Mutation sollten daher auch einem molekulargenetischen Test auf Faktor II (Prothrombin) G20210A unterzogen werden.

Die molekulargenetischen Tests

Für den CE-IVD evaluierten Workflow kann bei kleinerem und mittlerem Probenaufkommen die Aufbereitung manuell erfolgen. Für größere Aufkommen empfiehlt sich das MagNA Pure® LC DNS Isolation Kit I auf dem MagNA Pure® LC System (LINK) für die sichere kontaminationsfreie und flexible Aufreinigung von bis zu 32 Proben.

Faktor II (Prothrombin) G20210A Kit

Das Faktor II (Prothrombin) G20210A Kit wird bei Patienten mit Verdacht auf Thrombose-Neigung herangezogen. Der Test dient zum Nachweis und zur Genotypisierung einer Punktmutation (G bis A an Position 20210) im Faktor II-Gen der DNS. Das Probenmaterial wird aus peripherem Vollblut isoliert. Der Test wird auf dem LightCycler® Instrument durchgeführt. Dabei erfolgt die Amplifikation des relevanten Teils der aus klinischen Proben gewonnenen DNS über die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Für die Detektion und Genotypisierung der amplifizierten DNS wird die fluorogene zielspezifische Hybridisierung verwendet.

Faktor V Leiden-Kit

Das Faktor V Leiden-Kit dient zur Detektion und Genotypisierung einer Punktmutation (G bis A an Position 1691) im humanen Faktor V-Gen (auch als Faktor V Leiden-Mutation bezeichnet) in der DNS, die aus humanem peripherem Vollblut isoliert wurde.

Der Test wird auf dem LightCycler® Instrument durchgeführt. Dabei erfolgt die Amplifikation des relevanten Teils der aus klinischen Proben gewonnenen DNS über die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Für die Detektion und Genotypisierung der amplifizierten DNS wird die fluorogene zielspezifische Hybridisierung verwendet.