Häufige Fragen

Warum kommen Chlamydien so häufig vor?
Genitale Chlamydien der Gattung Chlamydia trachomatis (Subtyp D bis K) werden ausschließlich über Sexualkontakte übertragen – und zwar über alle Arten von Schleimhautkontakten. Dabei nisten sich die Erreger bevorzugt in der Schleimhaut sehr junger Frauen ein. Da Jugendliche heute deutlich früher ungeschützt erste sexuelle Erfahrungen sammeln als noch vor einigen Jahren, steigt damit auch die Anzahl der Chlamydien-Infektionen.

Wie kann man sich gegen Chlamydien schützen?
Am besten durch den konsequenter Gebrauch von Kondomen. Denn diese verhindern meist erfolgreich den direkten Kontakt von Schleimhäuten, über die die Chlamydien übertragen werden.

Gibt es regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gegen Chlamydien?
In Deutschland gibt es regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Chlamydien nur in der Schwangerenvorsorge. Denn für Schwangere bergen Chlamydien-Infektionen ein erhöhtes Risiko, durch den Eintritt vorzeitiger Wehen und eines vorzeitigen Blasensprungs eine Frühgeburt zu erleiden – außerdem können sie während des Geburtsvorgangs beim Neugeborenen Infektionen der Augen und Atemwege auslösen. Nicht schwangere Frauen ohne spezifische Symptome können sich hierzulande nur auf eigene Kosten auf eine Chlamydien-Infektion untersuchen lassen. Damit gehört für sie ein Chlamydien-Test derzeit zu den so genannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). In den USA gibt es dagegen breit angelegte jährliche Vorsorgekampagnen für Jugendliche auf Chlamydien, um sie gegebenenfalls rechtzeitig behandeln zu können.

Wird es in näherer Zukunft regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gegen Chlamydien auch für nicht schwangere jungen Frauen geben?
Die politische Willensbildung hierzu ist noch nicht abgeschlossen. Von ärztlichen Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Sexuell Übertragbare Krankheiten (www.dstdg.de) wird ein allgemeines Screening auf Chlamydien für heranwachsende Frauen unter 18 Jahren gefordert.

Besteht eine Meldepflicht für eine Chlamydien-Infektion?
In Deutschland erfasst das Robert Koch Institut in Berlin so genannte meldepflichtige Infektionen, um gezielt gegen diese Infektionen vorgehen und medizinische Maßnahmen gegen sie koordinieren zu können. Dazu zählt derzeit die Chlamydien-Infektion nicht.

Wie häufig ist eine Chlamydien-Infektionen unter Jugendlichen in Europa?
Bei Jugendlichen beträgt der Infektionsanteil in der Bevölkerung 367,5 pro 100.000 Menschen. Die Dunkelziffer wird jedoch höher eingeschätzt, da eine Chlamydieninfektion nur selten auffällige Symptome erzeugt. Am häufigsten betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 20 Jahren.

Wie häufig führen Chlamydien-Infektionen zu Unfruchtbarkeit?
Mindestens jede vierte bis fünfte Frau mit einer genitalen Chlamydien-Infektion ist von einer dadurch verursachten Unfruchtbarkeit betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es allein in den USA vier bis fünf Millionen neue Chlamydien-Infektionen jährlich. Bei jungen Mädchen in amerikanischen Großstädten beträgt die Infektionsrate rund 30 Prozent (www.who.int).