Tests
- Hintergrundinformation
- Die Chlamydien-Tests von Roche
- Der COBAS® TaqMan® CT Test (qualitativ)
- Der COBAS® AMPLICOR® CT/NG Test (qualitativ)
Hintergrundinformation
Infektionen mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis verlaufen häufig symptomlos. Dennoch können sie insbesondere bei Frauen schwerwiegende Folgen haben: Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter führen zu chronischen Schmerzen, extra-uteriner Schwangerschaft oder Unfruchtbarkeit. Rund 90 Prozent aller Sterilitäten durch Tubenverschluss sind auf Chlamydien zurückzuführen.
Auch während der Schwangerschaft kann der Erreger zu Komplikationen führen: Das Risiko für Frühgeburten wird durch eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für einen vorzeitigen Fruchtblasensprung und vorzeitige Wehen erhöht. Zudem besteht die Möglichkeit, dass während des Geburtsvorgangs das Neugeborene infiziert wird und sich eine Bindehaut- oder Lungenentzündung entwickeln kann. Frauen mit einer Chlamydien-Infektion haben außerdem ein fünf Mal höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren.
Eine Chlamydien-Infektion ist mit Antibiotika sehr gut heilbar. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist jedoch die spezifische und möglichst frühzeitige Diagnose. Um wiederholte Reinfektionen zu vermeiden, ist es wichtig, den Sexualpartner ebenfalls zu diagnostizieren und gleichzeitig zu therapieren.
Die Chlamydien-Tests von Roche
Nukleinsäuretests wie der PCR-basierte COBAS® TaqMan® CT Test oder der COBAS® AMPLICOR® CT/NG-Test von Roche Diagnostics, mit denen die DNS von Chlamydien beziehungsweise Neisserien nachgewiesen wird, haben sich in klinischen Auswertungen als empfindlicher erwiesen als traditionelle Methoden, wie die klassische Zellkultur oder immunologische Testverfahren.
Bei beiden Testsystemen schützt die von Roche entwickelte AmpErase® vor Kontaminationen mit Amplifikaten aus vorhergehenden PCRs. Bevor die eigentliche PCR startet, werden derartige DNS-Amplifikate spezifisch abgebaut, da sie Desoxyuracil enthalten.
Die Tests können mit Urin sowie endozervikalen und testabhängig auch mit urethralen Abstrichen durchgeführt werden. Damit sind sie für die Diagnostik bei Frauen und Männern geeignet – ein wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Therapie.
Der COBAS® TaqMan® CT Test (qualitativ)
Die Urinproben werden zuerst abzentrifugiert und das zellhaltige Sediment gewaschen. Urogenitalzellen, die auf diese Weise aus Urin pelletiert oder mit Abstrichtupfern entnommen wurden, werden mit einer Detergenzlösung behandelt, die die Chlamydien-DNS freisetzt. Anschließend werden die Proben mit den Reagenzien für die PCR gemischt und in das COBAS® TaqMan® 48 Instrument überführt. Ab jetzt erfolgt die Bearbeitung der Proben bis zur Ausgabe der Testresultate vollautomatisiert. Parallel zu den Proben werden jeweils eine Positiv- und eine Negativ-Kontrolle mitgeführt, um die Qualität der PCR und damit die Validität der Ergebnisse zu überprüfen. Um eine eventuelle Inhibition der PCR anzuzeigen, wird jede Probe zusätzlich mit einer Internen Kontrolle versetzt. Dabei handelt es sich um ein nicht-infektiöses, rekombinantes Plasmid, das der Zielsequenz der Chlamydien-DNS sehr ähnlich ist, aber unabhängig davon amplifiziert und detektiert wird.
Als Chlamydien-spezifische Sequenz werden 207 Nukleotide des kryptischen Plasmids amplifiziert. Der Nachweis der Chlamydien-spezifischen PCR-Produkte erfolgt über Real-Time PCR und erreicht eine Sensitivitätsgrenze von 1 IFU beziehungsweise 5 Kopien CT pro PCR-Reaktion.
Der COBAS® AMPLICOR® CT/NG Test (qualitativ)
Der COBAS® AMPLICOR CT/NG Test ist ein Multiplex-Assay, der die gleichzeitige Amplifikation von Chlamydia trachomatis (CT), Neisseria gonorrhoeae (NG) sowie der Internen Kontrolle gestattet.
Neissaeria gonorrhoeae (Gonococcus) ist der Erreger der Gonorrhö. Infektionen mit Neisseria gonorrhoeae stellen weltweit die dritthäufigste Ursache sexuell übertragener Krankheiten dar; jährlich werden etwa 62,2 Millionen Fälle von Gonorrö gemeldet. Bei Männern bewirkt die Krankheit im Allgemeinen eine Urethritis des vorderen Harnröhrenabschnitts mit eitrigem Ausfluss. Bei Frauen ist die Erkrankung zumeist im Beeich des Zervix lokalisiert, doch können auch Vagina und Uterus infiziert sein.
Zur Testdurchführung werden die Urinproben zuerst abzentrifugiert und das zellhaltige Sediment gewaschen. Urogenitalzellen, die auf diese Weise aus Urin pelletiert oder mit Abstrichtupfern entnommen wurden, werden mit einer Detergenzlösung behandelt, die die Erreger-DNS freisetzt. Anschließend werden die Proben mit den Reagenzien für die PCR gemischt und in das COBAS® AMPLICOR® Instrument überführt, das bereits mit den Amplifikations- und Detektionsreagenzien bestückt wurde. Alle weiteren Schritte erfolgen nun automatisiert im geschlossenen Gerät. Parallel zu den Proben wird jeweils eine Positivkontrolle für CT und NG sowie eine Negativ-Kontrolle mitgeführt, um die Qualität der PCR und damit die Validität der Ergebnisse zu überprüfen.
Um eine eventuelle Inhibition der PCR anzuzeigen, wird jede Probe zusätzlich mit einer Internen Kontrolle versetzt. Dabei handelt es sich um ein nicht-infektiöses, rekombinantes Plasmid, das der Zielsequenz der Chlamydien-DNS sehr ähnlich ist, aber unabhängig davon amplifiziert und detektiert wird.
Als Chlamydien-spezifische Sequenz werden 207 Nukleotide des kryptischen Plasmids amplifiziert, für den Neisserien-Nachweis ein 201 Nukleotid-großes Fragment des MNgo-PII-Gens. Die Sensitivitätsgrenzen für diese Erregernachweise liegen für Chlamydia trachomatis bei 1 IFU beziehungsweise 5 Kopien CT pro PCR-Reaktion und für Neisseria gonorrhoeae bei 5 Kopien NG pro PCR-Reaktion.
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