Diagnostik

Vorsorgeuntersuchung mit dem Pap-Test

Abb.: MTA am Mikroskop

Beim Pap-Test werden die Zellen aus einem Gebärmutterhals-Abstrich gefärbt und dann mikroskopisch untersucht.

In Deutschland wurde die Vorsorgeuntersuchung auf Kosten der Krankenkassen im Jahr 1971 eingeführt – einmal jährlich für alle Frauen über 20 Jahren. Dabei sucht der Arzt nach veränderten Zellen am Gebärmutterhals. Die Vorsorgeuntersuchung wird nach ihrem Erfinder, dem griechischen Anatom George Papanicolaou (1883-1962), Pap-Test genannt. Dabei entnimmt die Ärztin oder der Arzt mithilfe eines Watteträgers einen Abstrich von der Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Im Labor werden die Zellen aus diesem Abstrich gefärbt und mikroskopisch untersucht. Die krankhaft veränderten Zellen werden klassifiziert und die betroffenen Frauen entsprechend behandelt.

Seit der Einführung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen hat sich die Zahl der Todesfälle durch Zervixkarzinome in den Industrieländern etwa halbiert. Inzwischen sinkt die Sterblichkeitsrate jedoch nicht mehr weiter, sondern verharrt vielmehr auf relativ hohem Niveau. Denn auch der Pap-Test hat seine Grenzen:

  • In einigen Fällen können krankhafte Zellveränderungen mit dem Pap-Test nicht nachgewiesen werden.
  • Außerdem bedeutet ein negatives Resultat des Pap-Tests nicht, dass tatsächlich keine HPV-Infektion mit einem Hochrisiko-HPV-Typ vorliegt, denn krankhafte Veränderungen von Gebärmutterhalszellen sind erst lange nach einer HPV-Infektion erkennbar.
  • Nicht immer sind humane Papillomviren für krankhafte Veränderungen von Zellen des Gebärmutterhalses verantwortlich. In einigen Fällen haben diese eine andere Ursache, die weiter untersucht werden muss.

Bei Frauen mit unklarem Pap-Test-Ergebnis bezahlen die Krankenkassen schon heute den HPV-Test als Nachfolgeuntersuchung.

Der Hybridisierungstest

Dieser Test spürt die Erbinformation von Hochrisiko-HPV-Typen mithilfe molekularer Sonden auf. Dazu werden die doppelsträngigen Erbinformationsmoleküle eines HPV-verdächtigen Abstriches zunächst in ihre Einzelstränge zerlegt. Dann werden der Probe lange Stücke von RNS-Molekülen beigefügt, die aus passenden Gegenstücken zur Erbinformation bestimmter Hochrisiko-HPV-Typen bestehen. Finden diese Sonden ihr komplementäres Gegenstück in der Proben-DNS, wird als Messgröße ein Lichtsignal freigesetzt, das beweist: Der Abstrich enthält Hochrisiko-HPV-Typen.

PCR-basierter Nachweis von Hochrisiko-HPV-Typen

Papillomviren können mithilfe des PCR-Verfahrens aufgespürt und ihr Genotyp bestimmt werden. Diese Typisierung ist wichtig, um das Risiko für die Entstehung eines Zervixkarzinoms richtig abschätzen zu können. Denn nur ein Teil der Papillomviren sind Hochrisiko-Typen für die Entstehung von Krebs; die meisten anderen sind vergleichsweise harmlos.

Abb.: Genotypisierung

Eine HPV-Genotypisierung ist wichtig, um das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zu bestimmen.

Probenmaterial ist – wie beim Pap-Test – ein Zellabstrich von der Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Selbst wenn in einem Abstrich nur wenige Viren vorhanden sind, spürt das PCR-Verfahren sie auf. Die PCR ist in Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifität (Genauigkeit) anderen Methoden zum Nachweis von Erbinformation überlegen. Für die Typisierung der verschiedenen HPV-Erreger werden vorwiegend PCR-basierte Verfahren herangezogen.

Schlussfolgerung

Sowohl der Hybridisierungstest als auch der PCR-basierte Nachweis von Hochrisiko-HPV-Typen weisen die Erbsubstanz des Erregers nach. Liefern diese Tests ein positives Ergebnis, liegt tatsächlich eine HPV-Infektion vor. Sind sie negativ, kann eine HPV-Infektion fast vollständig ausgeschlossen werden, selbst dann, wenn der Pap-Test ein auffälliges Ergebnis geliefert hat.