Tests

Hintergrundinformation

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 6.200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom); rund 2.000 von ihnen sterben daran (Quelle: RKI 2008). Hauptursache für die Entstehung eines Zervixkarzinoms und seiner Vorstufen, der zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN), ist eine persistierende Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Insbesondere Infektionen mit High-Risk-HPV-Genotypen stellen ein signifikantes Risiko für die Entstehung eines Zervixkarzinoms dar. Für die betroffenen Frauen ist es deshalb entscheidend, die Infektion frühzeitig zu entdecken, den HPV-Genotyp einer vorliegenden Infektion zu bestimmen und nachzuverfolgen, ob dieser persistiert. Mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) kann sowohl eine HPV-Infektion sehr sensitiv nachgewiesen werden, als auch der Genotyp des vorliegenden Virus bestimmt werden.

Abb.: Entwicklung von einer HPV-Infektion zum Zervixkarzinom

Die Mehrzahl der HPV-Infektionen heilt spontan ab. Persistierende Hochrisiko-HPV-Typen stellen jedoch einen signifikanten Risikofaktor für die Entwicklung des Zervixkarzinoms dar.

Der AMPLICOR® HPV Test (qualitativ)

Die Detektion der HPV-DNS durch die PCR stellt ein sicheres und sensitives Verfahren zum Nachweis einer zervikalen HPV-Infektion dar. Erfasst werden 13 high risk-HPV-Genotypen (16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 68), die mit hochgradiger Zervixdysplasie und dem Zervixkarzinom in Verbindung gebracht werden. Der AMPLICOR® HPV Test zeichnet sich dabei durch eine hohe analytische Sensitivität und Spezifität aus. Die Nachweisgrenze beträgt Genotyp-abhängig 100 (unter anderem HPV 16 und 18) bis 240 Kopien pro Milliliter.

Das von Roche entwickelte AmpErase® System schützt die Testsysteme zudem zuverlässig vor Kontaminationen durch Amplifikate aus vorhergehenden PCRs, indem es spezifisch Desoxyuracil-haltige Amplifikate abbaut.

Abb.: HPV-Virus

Präzise HPV-Diagnostik – der Schlüssel zur Risikostratifizierung von Gebärmutterhalskrebs

Zur Testdurchführung werden die durch den Abstrich gewonnenen zervikalen Zellen lysiert, um sowohl die humane als auch die virale DNS freizusetzen. Die Nukleinsäuren werden mithilfe von Silika-Zentrifugationssäulchen gereinigt und isoliert. Aus der humanen DNS wird das beta-Globin-Gen vervielfältigt. Dieses dient bei jeder Probe als Kontrolle sowohl für ausreichendes Zellmaterial im Abstrich, als auch für eine erfolgreiche Isolierung der Nukleinsäuren. Sind humane Papillomviren in der Probe enthalten, wird ein Teil ihres so genannten L1-Gens amplifiziert (165 Nukleotide). Schließlich werden die Amplifikate durch Hybridisierung mit spezifischen Sonden und einer Farbreaktion identifiziert.

Der LINEAR ARRAY HPV Genotyping Test

Der LINEAR ARRAY HPV Genotyping Test weist den genauen Genotyp von insgesamt 37 Genotypen der humanen Papillomaviren (HPV) nach, die zu der Gruppe der

  • high risk-HPV-Typen
    (16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68) beziehungsweise
  • low risk-HPV-Typen
    (6, 11, 26, 40, 42, 53, 54, 55, , 61, 62, 64, 66, 67, 69, 70, 71, 72, 73 (MM9), 81, 82 (MM4), 83 (MM7), 84 (MM8), ISO39 und CP6108) gehören.

Dieser Test ist das erste CE-IVD markierte Nachweisverfahren für die HPV-Genotypisierung. Er ergänzt vorhandene Screeningtests und den qualitativen HPV-Nachweis. Zu den möglichen Anwendungen für die HPV-Genotypisierung zählen die klinische Bewertung einer Infektion aufgrund des vorliegenden HPV-Genotypus, die Überwachung der Persistenz von Hochrisiko-Viren sowie die Beurteilung der Wirksamkeit einer chirurgischen Behandlung, Strahlen- oder Chemotherapie.

Zur Testdurchführung werden die durch den Abstrich gewonnenen zervikalen Zellen lysiert, um sowohl die humane als auch die virale DNS freizusetzen. Die Nukleinsäuren werden mithilfe von Silika-Zentrifugationssäulchen gereinigt und isoliert. Alternativ kann auch das Lysat des AMPLICOR® HPV Tests verwendet werden.

Aus der humanen DNS wird das beta-Globin-Gen vervielfältigt. Dieses dient bei jeder Probe sowohl als Kontrolle für ausreichendes Zellmaterial im Abstrich, als auch für eine erfolgreiche Isolierung der Nukleinsäuren. Sind HPV in der Probe enthalten, wird ein Teil ihres so genannten L1-Gens amplifiziert (450 Nukleotide).

Schließlich werden die Amplifikate durch Hybridisierung mit Genotyp-spezifischen Sonden und einer Farbreaktion identifiziert. Da diese Oligonukleotidsonden auf einem Nylonstreifen immobilisiert sind, spricht man auch von einem „Linear Array“. Anhand des Bandenmusters auf dem Nylonstreifen kann man den Genotyp des HPV ablesen.