Therapie & Prävention

Eine frühzeitige Diagnostik – am besten in Kombination von Pap-Test und sensitivem Virusnachweis auf PCR-Basis – ist ein wichtiger Schritt zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus gibt es folgende Interventionsmöglichkeiten:

Vorbeugende Impfung

Abb.: Hepatitis-Virus

Ab Anfang 2007 wird in Deutschland ein Impfstoff gegen die besonders aggressiven HPV-Typen 16 und 18 verfügbar sein. Bildquelle: medicalpicture GmbH

Im Juni 2006 hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) den ersten HPV-Impfstoff in den USA für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 9 und 26 Jahren zugelassen. Ab September 2006 erhielt er von der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA auch die Zulassung für Europa. Ein weiterer HPV-Impfstoff wurde ab Mai 2007 sukzessive in Australien, Europa und den USA eingeführt. Die Impfung – drei Injektionen innerhalb von sechs Monaten – sollte möglichst vor dem ersten ungeschützten Sexualkontakten und dem damit verbundenen Risiko einer Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen erfolgen, also idealerweise vor oder während der Pubertät

Behandlung mit antiviralen Medikamenten

Virostatika hemmen die Vermehrung eines Virus. Sie wirken jedoch nicht gegen so genannte persistierende Viren, die ihre Wirtszelle zwar befallen haben, sich aber (noch) nicht vermehren. Dennoch können antivirale Behandlungen dem Immunsystem helfen, mit einer HPV-Infektion besser fertig zu werden, sie also durch eigene Abwehrkräfte abzuschütteln.

Im Frühstadium: Abtragung des kranken Gewebes

Bei positiven Befunden im Pap-Test oder im Hybridisierungstest empfiehlt der Arzt oder die Ärztin häufig die Entnahme eines kegelförmigen Gewebestücks aus dem Gebärmutterhals, das die verdächtigen Schleimhautbezirke und einen Rand gesunden Gewebes umfasst. Dieses Gewebe wird zur weiteren Untersuchung an einen Facharzt für Pathologie geschickt. Damit dient die als Konisation bezeichnete Methode vor allem diagnostischen Zwecken. Hat der Pathologe im Pap-Abstrich jedoch ein frühes Krebsstadium festgestellt, kann die Konisation mit der Entfernung der veränderten Bereiche auch bereits die Therapie darstellen. Veränderte Zellschichten, die über den Konisationskegel hinausgehen, werden in einem weiteren Schritt abgetragen beziehungsweise abgeschabt. Eine solche Abtragung erfolgt in örtlicher Betäubung entweder durch Hitze, Kälte oder mithilfe von Laserstrahlen. Fruchtbarkeit und Gebärfähigkeit werden dadurch nur in Ausnahmefällen beeinträchtigt.

Im fortgeschrittenen Stadium: Operation, Strahlen- und Chemotherapie

Bei fortgeschrittenen Gebärmutterhalstumoren bleiben nur die klassischen Mittel der Krebsbehandlung: Operation, Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Ausgeprägte Zervixkarzinome sind gefährlich, weil sie schnell in den Beckenraum eindringen und dort Tochtergeschwulste bilden können (metastasieren). Die Heilungschancen (Prognose) von Patientinnen mit einem bereits metastasierenden Zervixkarzinom sind ungünstig. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose so wichtig.