Was sind Röteln?
Ein Klassiker unter
den Kinderkrankheiten
Die Röteln, in der medizinischen Fachsprache „Rubella“ genannt, zählen zu den klassischen Kinderkrankheiten. Verursacht werden sie von Viren, die Ribonukleinsäure (RNA) als Erbmolekül enthalten (RNA-Viren). Rötelviren sind überall auf der Welt verbreitet. Ihr einziger natürlicher Wirt ist der Mensch. Wer einmal Röteln hatte, ist nach überstandener Erstinfektion vor weiteren Infektionen geschützt, weil der Körper einen in der Regel lebenslangen Immunschutz gegen die Viren aufbaut. Die Rötelviren gelangen durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch oder indirekt über Gegenstände, die mit Viren verunreinigt sind.
Die Infektion verläuft zumeist ohne größere Beschwerden. 80-90% der Infektionen ereignen sich im Kindesalter. Etwa die Hälfte der Infizierten im Kindesalter zeigen keinerlei Symptome, bei den übrigen kommt es zu Krankheitszeichen, die denen einer harmlosen Erkältung gleichen, also Schnupfen, leichtes Fieber sowie Kopf- und Gelenkschmerzen. Typisch ist das Anschwellen der Lymphknoten an Hals und Nacken und ein fleckiger, blassroter, leicht erhabener Hautausschlag mit kleinen Knötchen. Mit zunehmendem Lebensalter werden Komplikationen, die mit einer Rötelninfektion einhergehen können, häufiger. Zu den Komplikationen zählen Hirn-, Mittelohr- oder Herzmuskelentzündungen. Gefürchtet sind die Röteln in der Schwangerschaft, weil die Gefahr besteht, dass die Viren auf das Kind im Mutterleib übergehen. Dann können schwere Schädigungen die Folge der Rötelvirusinfektion sein. Eine ursächliche Therapie gegen die Röteln gibt es nicht. Mit einem wirksamen, gut verträglichen Impfstoff lässt sich der Virusinfektion jedoch vorbeugen. Er wurde im Jahr 1974 in Deutschland eingeführt und wird vom Robert Koch Institut seit 1980 als Kombinationsimpfung zusammen mit Masern und Mumps empfohlen. Trotz der allgemein verfügbaren Impfung kommt es auch in Deutschland mitunter auch zu konnatalen Rötelerkrankungen, also zu einer Infektion des ungeborenen Kindes mit Rötelviren im Mutterleib.
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