Häufige Fragen
Woher stammt der Name Syphilis?
Der Name soll auf einen Hirten namens Syphilus zurückgehen, von dem in einem medizinischen Lehrgedicht aus dem Jahr 1530 berichtet wird, dass er von Gott wegen seines lasterhaften Lebens mit einer schlimmen Krankheit bestraft worden sei. Der Name „Lues“, der auch für die Syphilis benutzt wird, ist das italienische Wort für „ansteckende Krankheit“.
Wie häufig kommt Syphilis in Deutschland vor?
Die Syphilis ist weltweit verbreitet. In Europa und in den Vereinigten Staaten geht man von 10 bis 30 Erkrankten pro 100.000 Einwohner und Jahr aus. In Deutschland wurde durch den Gesetzgeber (Infektionsschutzgesetz) im Jahr 2001 eine Labormeldepflicht für Syphilis-Diagnosen eingeführt: Das Labor, das in einer Blutprobe Syphilis-Erreger nachgewiesen hat, meldet den Fall anonym, ohne Namensnennung dem Robert Koch Institut in Berlin. Seither stieg die Zahl der bekannt werdenden Fälle kontinuierlich an. Und zwar von 1.697 Fällen im Jahr 2001 auf 3.172 Fälle im Jahr 2008. Das Robert Koch Institut verzeichnet seit dem Jahr 2004 eine Stabilisierung der Meldezahlen für die Syphilis bundesweit auf einem Niveau zwischen 3.000 und 3.500 Fällen pro Jahr.
Wie oft kommen in Deutschland Kinder zur Welt, die im Mutterleib mit Syphilis infiziert wurden (konnatale Syphilis)?
Das Robert Koch Institut verzeichnete in den Jahren 2001-2004 gleichbleibend sieben Fälle von konnataler Syphilis pro Jahr. Im Jahr 2005 waren es vier Neugeborene, im Jahr 2006 fünf Fälle, und 2007 wurden drei Fälle registriert. Bei 2 der 5 Fälle im Jahr 2006 war die ärztliche Betreuung der Schwangeren lückenhaft, der sonst übliche Test auf den Syphilis-Erreger war während der Schwangerschaft nicht erfolgt.
Seit wann kann man die Syphilis behandeln?
Eine wirksame Syphilis-Therapie wurde erst mit der Einführung von Penicillin im Jahr 1940 möglich. Davor gab es Salvarsan, eine Arsenverbindung, die im Jahr 1909 von Paul Ehrlich und Sahachio Hata entwickelt worden war. Wegen seiner zahlreichen Nebenwirkungen wird Salvarsan – das erste gezielt gegen Bakterien wirkende Medikament – heute nicht mehr eingesetzt.
In den Jahrhunderten zuvor wurden „Quecksilberkuren“ verordnet, bei denen man die Kranken mit einer quecksilberhaltigen Salbe einrieb und quecksilberhaltigen Dämpfen aussetzte. Von Zeitgenossen wird die Behandlung als „so hart“ beschrieben, „dass die meisten lieber starben als in solcher Weise kuriert zu werden“.
Stimmt es, dass die Syphilis nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492 mit Seefahrern nach Europa kam?
Die Syphilis ist seit Jahrhunderten bekannt. In Europa trat sie Ende des 15. Jahrhunderts erstmals in größerem Umfang auf. Die Experten streiten darüber, ob die Syphilis tatsächlich erst nach der Entdeckung der Westindischen Inseln von Matrosen des Kolumbus nach Europa getragen wurde oder schon davor in unseren Breiten heimisch war. Als erwiesen gilt, dass sich die Syphilis im 16. Jahrhundert auf sexuellem Wege in ganz Europa ausbreitete und dass sich damals sehr schwere Krankheitsbilder zeigten. Weil sie sich vom Westen in das Zentrum von Europa ausbreitete, wurde die Syphilis in Mitteleuropa auch „Franzosenkrankheit“ oder „Morbus gallicus“ bezeichnet. Den Namen Syphilis erhielt sie in Italien, er wird Girolamo Frascastorius, einem seinerzeit berühmten Arzt aus Padua, zugeschrieben.
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