Diagnose
Ein neuer molekularer Test
kann
die
Diagnose
Präeklampsie unterstützen
Die wichtigsten Hinweise auf eine Präeklampsie geben ein hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin. Die „Dopplersonografie“, eine spezielle Ultraschall-Untersuchung, mit der die Geschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen gemessen und Gefäßabnormitäten entdeckt werden können, kann die Diagnose Präeklampsie stützen, erlaubt es jedoch oft nicht, eine Präeklampsie von anderen, vergleichsweise harmlosen Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft abzugrenzen.
Was bislang fehlte, war ein einfacher Bluttest, der es ermöglicht, eine Präeklampsie zuverlässig und frühzeitig festzustellen. Der jetzt verfügbare Bluttest bestimmt die Konzentration zweier Substanzen, die von der Plazenta gebildet und ins mütterliche Blut ausgeschüttet werden. Dabei handelt es sich um Proteine, welche die Bildung der Blutgefäße (Angiogenese) in der Plazenta steuern: „PIGF“ (Placental Growth Factor) und „sFlt-1“ (soluble Fms-like tyrosine kinase). PIGF hat die Aufgabe, das Entstehen von Blutgefäßen in der Plazenta zu begünstigen, sFlt-1 hingegen unterdrückt deren Bildung. Normalerweise ist es im Verlauf einer Schwangerschaft so, dass die Konzentration des Blutgefäße begünstigenden Proteins PIGF während der ersten beiden Schwangerschaftsdrittel stetig ansteigt und im letzten Drittel abfällt. Die Konzentration des die Blutgefäßbildung unterdrückenden Faktors sFlt-1 hingegen bleibt zunächst konstant und erhöht sich zum Ende der Schwangerschaft. Bei Frauen, die an Präeklampsie erkrankt sind, finden sich veränderte Blutwerte: Bei ihnen ist der PIGF-Wert erniedrigt und der sFlt-1-Wert drastisch erhöht. Mithilfe des neuen immunologischen Testsystems können die Konzentrationen der Proteine bestimmt, ins Verhältnis gesetzt und auf diese Weise eine Präeklampsie erkannt und von anderen Bluthochdruckerkrankungen, die in der Schwangerschaft auftreten können, abgegrenzt werden.
Differenzialdiagnostische Tests zur Abgrenzung von Präeklampsie
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