Häufige Fragen
Was bedeutet der Begriff Präeklampsie?
Im Wortsinn bedeutet der medizinische Begriff Präeklampsie „vor dem Krampf“ (prä = vor; Eklampsie = Krampf). Die Begriffe Gestose, Schwangerschafts-Toxikose oder Schwangerschaftsvergiftung sind Synonyme.
Wie häufig ist die Präeklampsie?
Durchschnittlich etwa sechs bis acht von 100 Schwangeren leiden unterschiedlich stark unter einer Präeklampsie. In Deutschland tritt die Erkrankung im weltweiten Vergleich weniger häufig auf: Man schätzt, dass sie hierzulande bei etwa ein bis drei Prozent aller Schwangerschaften vorkommt, das entspricht etwa 7000 bis 20 000 Präeklampsie-Fällen pro Jahr.
Woran erkennt man eine Präeklampsie?
Die Schwangere leidet unter Unwohlsein, Kopfschmerzen und Augenflimmern, Wasser lagert sich im Gewebe ein, vor allem in den Füßen und Knöcheln, auch im Gesicht. Der Arzt stellt einen erhöhten Blutdruck (Hypertonie) und Eiweiße im Harn fest (Proteinurie).
Wie wird die Gesundheitsgefährdung durch die Präeklampsie generell eingeschätzt?
Es handelt sich um eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen, deren Folgen für die werdende Mutter und das ungeborene Kind lebensbedrohlich sein können. Rund 15 Prozent aller Frühgeburten sind in Deutschland auf eine Präeklampsie zurückzuführen.
Wann tritt die Präeklampsie im Verlauf der Schwangerschaft auf?
Meist wird eine Präeklampsie im letzten Schwangerschaftsabschnitt festgestellt. Sie kann aber auch jederzeit ab der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Solchen frühen Präeklampsien („early onset –Praeklampsien“; ab der 20. bis 34. Schwangerschaftswoche) sind mit besonders ernsthaften Gefahren für Mutter und Kind verbunden.
Was kann einer werdenden Mutter passieren, die an Präeklampsie erkrankt ist?
- Es kann zu gefährlichen Wassereinlagerungen (Ödemen) in Lunge und Hirn kommen,
- Leber und Nieren können versagen,
- in schweren Fällen droht eine Eklampsie, eine akute und lebensbedrohliche Komplikation mit Krampfanfällen.
- Eine zweite lebensbedrohliche Komplikation ist das sogenannte HELLP-Syndrom, das mit einem Zerfall der roten Blutkörperchen und einer Störung des Gerinnungssystems einhergeht.
Was kann dem ungeborenen Kind passieren?
- Muss aufgrund der Präeklampsie die Entbindung früh eingeleitet werden, ist dies mit erheblichen Risiken für das Kind verbunden.
- Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent aller Frühgeburten in Deutschland sind auf eine Präeklampsie zurückzuführen.
- Aufgrund der Mangelversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen kann es zu Wachstumsverzögerungen bis hin zum Kindstod kommen.
Wie wird die Präeklampsie behandelt?
In den meisten Fällen lässt sich die Präeklampsie bis zur Geburt des Kindes unter Kontrolle halten. Nach der Entbindung erholen sich fast alle Patientinnen rasch wieder, Nierenfunktion und Blutdruck normalisieren sich binnen weniger Tage. Bei wenigen Patientinnen dauert es einige Wochen, bis sich wieder normale Verhältnisse eingestellt haben. Ob und wann die Entbindung erfolgt, entscheidet der Arzt abhängig vom mütterlichen Risiko beim Fortschreiten der Erkrankung und der vom heranwachsenden Kind benötigten Zeit zur Reifung und weiteren Entwicklung.
Was ist der Vorteil des neuen Testsystems auf Präeklampsie?
Der Nachweis bestimmter Proteine im Blut der Schwangeren macht es erstmals möglich, eine Präeklampsie frühzeitig und eindeutig von anderen, weniger gefährlichen Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft abzugrenzen.
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