Virologie

schwangere; Nr. 108

Wissenschaftlern bei Roche in Penzberg ist es gelungen, einen Test zu entwickeln, der präzise anzeigt, ob die schwangere Patientin eine für das Baby gefährliche, frische CMV-Infektion hat, oder ob es sich um eine alte Infektion handelt.

Viruserkrankungen sind eine heimtückische und schwerwiegende Gefahr für die Gesundheit. Viren werden oft nicht früh genug erkannt, was ihnen erlaubt, sich unkontrolliert auszubreiten. Da sich Viren schnell verändern können, lassen sie sich nur schwer nachweisen und bekämpfen.

Cytomegalie-Test – Verlässlichere Diagnose für Schwangere

Eine Infektion mit dem Cytomegalie-Virus (CMV) ist normalerweise harmlos und verläuft meist unbemerkt. Rund 60 Prozent aller Erwachsenen sind Träger des Cytomegalie-Virus – ohne es zu wissen.

In der Schwangerschaft kann eine primäre CMV-Infektion allerdings gefährlich werden. Wird das Cytomegalievirus von der Mutter auf das Kind übertragen, kann dies zu schweren Missbildungen beim Ungeborenen führen. Mit dem Roche CMV IgM Test kann diagnostiziert werden, ob die im Blut der Schwangeren vorhandenen IgM-Antikörper von einer lange zurückliegenden Infektion oder von einer frischen Erkrankung stammen. Nur die frische Infektion ist für das Baby gefährlich. Schwangere Patientinnen bekommen mit dem CMV IgM Test eine verlässlichere Diagnose und werden nicht unnötig durch falsch positive Testergebnisse verunsichert.

Immunglobuline der Klasse M - kurz IgM - sind die ersten Antikörper, die zur Abwehr eines Krankheitserregers gebildet werden. Hohe Konzentrationen von IgM deuten daher auf eine akute Infektion hin. Typischerweise verschwinden diese Antikörper nach Abklingen der akuten Phase und werden durch IgG ersetzt. In einigen Fällen bleiben IgM-Moleküle allerdings noch lange im Blut nachweisbar und können damit eine akute Infektion vortäuschen.

Der CMV IgM Test der Penzberger Forschern unterscheidet zwischen den frühen und den späten IgMs und ermöglicht es, die frühen IgMs spezifisch nachzuweisen. Als Unterscheidungskriterium zwischen frühen und späten IgMs dient die unterschiedliche Avidität - das ist das Maß für die Bindungsstärke zwischen dem jeweiligen Antigen und dem Antikörper.