Technologien

Neuraminidase und Tamiflu; Nr. 93

Um innovative Medikamente und Diagnostika zu entwickeln genügt es nicht, mit etablierten Technologien zu arbeiten. Wirklicher Fortschritt ist meist nur möglich, wenn dafür eine neue Basis geschaffen wurde. Daher investiert Roche umfassend in die Entwicklung neuer Technologien. So hat die Pharmaforschung für die Untersuchung neuer Wirkstoffe innovative Technologien entwickelt, mit denen die Effektivität der einzelnen Substanzen präzise bestimmt werden kann. Auch für die Überprüfung der Sicherheit neuer Biopharmazeutika werden neue, bei Roche entwickelte Verfahren eingesetzt. In der Diagnostikforschung wurde eine komplexe Methodik für die Suche nach medizinisch relevanten Biomarkern etabliert. Gleichzeitig wird intensiv an neuen Technologien für die Perfektionierung der diagnostischen Systeme gearbeitet.

Tumordurchblutung sichtbar gemacht – am lebenden Organismus

Mit nicht-invasiven, bildgebenden Verfahren können Penzberger Forscher die Durchblutung eines Tumors am lebenden Tier sichtbar machen – eine wichtige Information bei der Suche nach Wirkstoffen, die die Bildung von neuen Gefäßen in Tumoren hemmen. Mit Hilfe einer seriellen CT wird beobachtet, wie ein Kontrastmittel vom Blutgefäßsystem in den Tumor eindringt. Eine spezielle Software ermöglicht es, das Ausmaß der Durchblutung in unterschiedlichen Tumorarealen zu visualisieren und zu quantifizieren. Dargestellt sind in der Abbildung Stellen mit hoher Durchblutung (helle Farben). Schlecht durchblutete Regionen erscheinen in dunklen Farben (grün und blau).

Gefäßarchitektur in 3D-Darstellung

Penzberger Forscher haben jetzt eine Technologie entwickelt, mit der die Gefäßarchitektur in Tumoren sichtbar machen lässt. Dazu werden die Gefäße mit einem spezifischen fluoreszierenden Farbstoff markiert. Mittels modernster bildgebender Verfahren kann dann das dreidimensionale Bild der Gefäße rekonstruiert werden. Eine ebenfalls in Penzberg entwickelte Software macht es möglich, unterschiedliche Parameter der Gefäßarchitektur exakt zu quantifizieren – bezüglich Länge, Durchmesser, Volumen und sogar der Anzahl der Gefäßverzweigungen. Die genaue Quantifizierung dieser verschiedenen Parameter liefert den Pharmaforschern wichtige Daten bei der Auswahl von Wirkstoffen, die die Bildung von Gefäßen in Tumoren hemmen und damit das Tumorwachstum blockieren.

Eigenes Sicherheitskonzept für Biopharmazeutika

Für Roche hat die Sicherheit der Patienten oberste Priorität. Daher entwickeln wir für unsere innovativen Biopharmazeutika auch eigene, innovative Sicherheitskonzepte. Am Standort Penzberg arbeitet ein multidisziplinäres Team daran, das komplexe Zusammenspiel zwischen therapeutischen Proteinen und dem Organismus aufzuklären. Hier wird zum Beispiel untersucht, wie sich therapeutische Proteine im Körper verteilen, wo sie sich anreichern und wie sie abgebaut werden. Zentrale Frage ist die Immunogenität: Löst das therapeutische Protein beim Patienten eine Immunantwort aus? Bildet er Antikörper dagegen, die die Wirkung beeinträchtigen oder zu Nebenwirkungen führen? Jeder Wirkstoff wird einer maßgeschneiderten Sicherheitsbewertung unterzogen.

Erfinderpreis für berührungsfreies Dosierungssystem

Einmal im Jahr zeichnet die Diagnostik-Forschung die beste zum Patent angemeldete Erfindung der letzten zwölf Monate mit dem Inventors Award aus. Preisträger 2013: Ein Team am Standort Mannheim, das ein innovatives Dosierungsmodul für diagnostische Systeme entwickelt hat. Heute werden in den Analyseautomaten die Reagenzien mit einer Pipette aus dem Vorratsbehälter entnommen und zur Probe dazu pipettiert. Dabei kann es zu Verschleppungen der Substanzen kommen. Das prämierte System arbeitet berührungsfrei. Die Mannheimer Wissenschaftler entwickelten eine Kartusche, an der ein nach dem Spritzenprinzip funktionierender Dispenser eine hochpräzise Dosierung kleinster Mengen an Reagenzien erlaubt. Bei der Entwicklung arbeitete das Roche Team im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Spitzenclusters mit sechs Unternehmen zusammen.