Adipositas
Schuld oder Schicksal?
Die Natur hat es so eingerichtet - der Mensch entwickelt in guten Zeiten einen Fettspeicher, um auf schlechte Zeiten vorbereitet zu sein. Jede Kalorie, die nicht für den momentanen Energiebedarf gebraucht wird, kann in Form von Fettzellen gespeichert werden. Fett ist als Speicherform besonders geeignet, da es im Körper in einem Gramm eine Energiemenge von 7 kcal unterbringt. Diese Energiereserven sind bei Bedarf abrufbar. Wer von den wenigen Kohlenhydratbeständen, die in Leber und Blut gespeichert werden oder von dem körpereigenen Eiweiß überleben will, hat schlechte Karten. Unter diesem Gesichtspunkt entpuppt sich das heutige Figurproblem als Überlebensprogramm, das die Natur sinnvoll geplant hat.
Das momentane Lebensmittelangebot in Deutschland paßt eigentlich nicht zu unserem biologischen Programm. Es kehrt den Überlebenseffekt der Fettdepots in eine gesundheitliche Beeinträchtigung um. So gesehen trifft den Übergewichtigen keine Schuld, denn er hat sich weder sein Übergewicht bewußt angegessen, noch hat er sich wesentlich anders verhalten als Menschen, die bei gleicher Nahrungsenergie schlank bleiben. Die biologische Ausstattung kann so als Benachteiligung angesehen werden.
Kohlenhydrate
und Eiweiße speichern je Gramm 4 kcal, Körperfett
speichert 7 kcal.

Fettspeicherung im Vergleich mit Kohlenhydratspeicherung
Wäre unsere Energie nicht in Form von Fett, sondern
von Kohlenhydraten gespeichert hätten wir das Ausmaß
von Elefanten.
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