Lyme-Borreliose - Erreger und Ansteckung

Borrelia burgdorferi in 400-facher Vergrößerung
© Centers for Disease Control and Prevention

Die Lyme-Borreliose wird von Bakterien der Gattung Borrelia ausgelöst, die mit den Erregern der Syphilis verwandt sind.

Nach heutigem Kenntnisstand gibt es vier Borrelien-Arten, die Lyme-Borreliose auslösen: Borrelia burgdorferi, Borrelia garinii, Borreliaafzelii und Borrelia spielmanii. In Europa kommen alle vier dieser Erregerstämme vor, während in den USA nur Erreger der Art Borrelia burgdorferi auftreten.

Aus diesem Grund lassen sich Erkenntnisse und Empfehlungen aus den USA auch nur bedingt auf Deutschland übertragen, weswegen es z.B. in den USA eine Zeitlang eine Borreliose-Impfung gab, in Deutschland aber nicht. Leider entwickelt der Körper gegen Borrelien auch keine ausreichende Immunität, so dass man im Laufe seines Lebens mehrfach erkranken kann.

Die Borrelia-Bakterien werden in erster Linie von Zecken (genauer: dem Gemeinen Holzbock) übertragen, wobei die Infektion auch durch Stiche von Bremsen hervorgerufen werden kann. Dennoch sind fast alle Fälle von Lyme-Borreliose in Deutschland die Folge von Zeckenbissen. Infektionen erfolgen beinahe ausschließlich in der Zeit von März bis Oktober, besonders gefährlich sind die Monate Juni bis August. Entgegen vieler Behauptungen lassen Zecken sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern lauern in Gräsern und Büschen. Von dort gelangen sie auf ihre Opfer und wandern dann teilweise Stunden auf der Suche nach einer geeigneten Bissstelle. Bevorzugte Stellen sind Kopf, Hals, unter den Armen, die Kniekehlen und der Bereich zwischen den Beinen.

Nach dem Biss saugt die Zecke über etwa drei Tage hinweg, bevor sie wieder abfällt. In den ersten zwölf Stunden ist das Infektionsrisiko sehr gering, steigt danach aber an. Nach 48-72 Stunden ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung sehr hoch, falls die Zecke selbst mit Erregern infiziert ist. Aus diesem Grund sollte eine Zecke immer möglichst schnell entfernt werden.

Der Anteil infizierter Zecken unterscheidet sich je nach Region und liegt in Norddeutschland bei etwa 6-10%, in den Mittelgebirgen bei 20-30%, in Hochrisikogebieten lokal auch darüber. Studien zufolge beträgt das Risiko, bei einem Zeckenbiss mit Erregern der Lyme-Borreliose infiziert zu werden, 1,5-6%, wobei es nur bei etwa einem Viertel der Infektionen tatsächlich zu einem Ausbruch der Lyme-Borreliose kommt. Daher ist es auch wenig sinnvoll, eine Zecke auf Borrelien untersuchen zu lassen, wenn man von ihr gebissen wurde.