Begleiterkrankung
Begleiterkrangungen
Die Bauchspeicheldrüse stellt nicht nur die Enzyme für die Verdauung her, sie ist auch für die Regulation des Blutzuckers verantwortlich. Bestimmte Zellen der Bauchspeicheldrüse produzieren hierzu das Hormon Insulin. Mit Hilfe des Insulins nehmen die Zellen Zucker auf, um Energie zu gewinnen. Damit sinkt der Blutzuckerspiegel.
Durch eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe in der Bauchspeicheldrüse verliert sie im Verlauf der Mukoviszidoseerkrankung diese Funktion. Es wird kein Insulin mehr produziert und die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus entsteht. In diesem Fall spricht man von einem Typ 3 Diabetes. Etwa 20-40% der erwachsenen Mukoviszidoseerkrankten sind davon betroffen. Durch eine Umstellung der Ernährung und eine medikamentöse Behandlung bekommt man auch diese Erkrankung in den Griff.
Die Osteoporose (lat. Os = Knochen, porös = brüchig) ist eine weitere Begleiterkrankung der Mukoviszidose. Hierbei verlieren die Knochen an Masse und werden dadurch brüchig. Die Abnahme der Knochenmasse ist ein natürlicher Alterungsprozess, der aber bei Mukoviszidoseerkrankten oft bereits im frühen Erwachsenenalter beginnt und schneller verläuft.
Es gibt mehrere Ursachen für die Entwicklung einer Osteoporose. Wird z.B. die Mangelfunktion der Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend behandelt, führt das zu Untergewicht, was wiederum eine verzögerte Pubertätsentwicklung nach sich ziehen kann. Eine chronische Lungenerkrankung wirkt sich ebenfalls negativ auf den Knochenstoffwechsel aus. Dadurch werden die Knochen nicht in vollem Maße ausgebildet. Da von Beginn an weniger Knochensubstanz vorhanden ist, treten die Auswirkungen der Osteoporose schneller auf. Kortisonhaltige Medikamente, die zur Entzündungshemmung eingesetzt werden, können ebenfalls die Entwicklung einer Osteoporose verstärken. Der Prozess des Knochenabbaus kann jedoch mit Hilfe von Medikamenten verlangsamt werden.
Durch das defekte CFTR-Protein wird auch die Gallenflüssigkeit in der Leber zähflüssig. Die kleineren Gallengänge können somit verstopfen und zu einem Rückstau führen. Dieser kann, wenn es zu Schädigungen in den angrenzenden Leberzellen führt, langfristig das Gewebe vernarben und es kann eine Leberzirrhose entstehen.
Die Lunge hat zwei Häute, die sie umschließen: das innere Lungenfell und das äußere Brustfell. Zwischen diesen beiden Häuten ist ein Spalt (Pleuralspalt), in dem ein Unterdruck herrscht. Der Unterdruck ist wichtig für die Atmung, da er dafür sorgt, dass die Lunge entfaltet bleibt. Geht dieser Unterdruck im Pleuralspalt z.B. durch eine Verletzung verloren, kollabiert die Lunge.
Solche Verletzungen können bei einer chronischen Lungenerkrankung wie Mukoviszidose häufiger vorkommen. Lungenrisse treten bei etwa 20% der erwachsenen Mukoviszidoseerkrankten auf und es besteht ein hohes Risiko für ein vermehrtes Auftreten.
Ursache sind kleine Luftbläschen, sie sich aufgrund der Krankheit unterhalb des Lungengewebes bilden. Manchmal platzen sie, z.B. durch einen plötzlichen Hustenanfall, und verletzten dabei das Lungengewebe, ein Riss in der Lunge kann entstehen. Die Luft aus der Lunge entweicht in den Pleuralspalt und zerstört den Unterdruck, der für die Atmung gebraucht wird. Bei plötzlichen Schmerzen auf einer Seite des Brustkorbes und akuter Atemnot sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, da hier die Gefahr eines Lungenrisses besteht.
| Diabetes, Osteoporose und Pneumothorax sind mögliche Begleiterkrankungen der Mukoviszidose. Eine Behandlung der Begleiterkrankungen kann in die Mukoviszidosetherapie eingegliedert werden. |
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