CMV-Infektion
CMV-Diagnostik
Welche Nachweisverfahren gibt es?
Bei einer CMV-Infektion können die Viren direkt oder indirekt nachgewiesen werden. Der direkte Nachweis von CMV wird meistens für die Messung der Viruslast im Blut verwendet (Nachweis der Erbinformation der CMV-Viren mit quantitativer PCR, Nachweis CMV-infizierter Lymphozyten mit pp65 Test).
Der indirekte Virusnachweis erfolgt über Antikörper, die das Immunsystem bildet, wenn es sich vor Kurzem (anti CMV-IgM) oder vor längerer Zeit (anti CMV-IgG) mit CMV auseinander gesetzt hat. Ein Träger des Virus hat anti CMV-IgG-Antikörper im Blut. Diese Information ist sehr wichtig, weil das CMV-Risiko bei Transplantationen von dem Antikörperstatus von Spender und Empfänger abhängen. Wenn nur der Spender ein CMV-Träger ist und der Empfänger nicht, liegt eine Hochrisikokonstellation vor.
Darüber hinaus gibt es Schnellkulturverfahren, die zur Anzüchtung von CMV verwendet werden, um weitergehende virologische Untersuchungen durchzuführen.
Wann sollte ein quantitativer Nachweis erfolgen?
Bei immungeschwächten Patienten ist es wichtig, die CMV-Viruslast früh und exakt nachzuweisen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Frühtherapie ggf. rechtzeitig eingeleitet werden kann und nicht zu früh beendet wird. Steigt die Viruslast unter der Behandlung mit einem Virustatikum weiter an, liegt eine Resistenz gegen das verordnete Medikament vor. Dann kann die CMV-Therapie rasch auf ein anderes, wirksames Medikament umgestellt werden.
Welche Verfahren eignen sich für den quantitativen Nachweis?
Im Wesentlichen haben sich zwei Verfahren bewährt:
- Der Nachweis von infizierten Lymphozyten im Blut des Patienten mit dem pp65 CMV-Antigen Test: pp65 CMV-Antigen sind Virusbestandteile, die aus der Zelloberfläche der infizierten Lymphozyten wie Antennen herausragen, von speziellen pp65-Antikörpern erkannt werden und mit einer anschließenden Farbreaktion unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden können. Anschließend werden die infizierten Lymphozyten der Blutprobe ausgezählt.
- Der Nachweis der CMV-Erbinformation (CMV-DNA) aus den Viruspartikeln im Blutplasma mit dem quantitativen CMV-PCR Test: PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction). Mit der quantitativen CMV-PCR wird die CMV-DNA zunächst stark vermehrt, so dass selbst einige wenige Viruspartikel in einer Blutprobe nachgewiesen werden können. Anschließend kann die Höhe der CMV-Viruslast exakt angegeben werden.
Wann sind quantitative Verlaufskontrollen der Viruslast notwendig?
Ist die Gefahr einer CMV-Erkrankung groß, sollten regelmäßige Kontrollen hinsichtlich einer CMV-Viruslast erfolgen. Dies ist vor allem in den ersten drei Monaten nach einer Organtransplantation der Fall, wenn das Immunsystem noch stark mit Medikamenten gehemmt wird, um eine Abstoßung des Transplantates zu verhindern.
Weiterhin ist die quantitative Bestimmung der Viruslast wichtig, wenn das Ansprechen auf die CMV-Therapie beurteilt werden soll oder eine Resistenz des Virusstamms gegen das verordnete Medikament ausgeschlossen werden muss.
Entscheidend für den Erfolg von Diagnostik und Therapie ist es, dass die vom Arzt anberaumten Kontrolltermine eingehalten werden. Nur so kann eine beginnende Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Drucken
Bookmark
