CMV-Infektion
Vorbeugung bei CMV-Erkrankungsrisiko
Damit keine CMV-Erkrankungen auftreten ist es wichtig, zunächst das CMV-Risiko für jeden Patienten mit geschwächten Immunsystem sorgfältig einzuschätzen und eine Strategie zur Vorbeugung (CMV-Prävention) festzulegen. Es gibt zwei bewährte Konzepte: das Prophylaxekonzept und das Frühtherapiekonzept:
- Patienten mit hohem CMV-Erkrankungsrisiko erhalten eine vorbeugende Behandlung mit einem Virustatikum, bevor überhaupt eine Virusvermehrung auftreten kann (CMV-Primärprophylaxe). So wird eine CMV-Reaktivierung fast unmöglich.
- Beim Frühtherapiekonzept werden Patienten mit mittlerem oder geringem CMV-Erkrankungsrisiko regelmäßig mit einem CMV-Test überwacht. Diese vorbeugenden Untersuchungen nennt man CMV-Monitoring. Mit dem CMV-Monitoring können CMV-Viren im Blut nachgewiesen werden (CMV-Reaktivierung), bevor der Patient irgend etwas davon merkt. Dadurch hat der Arzt die Möglichkeit, rechtzeitig die Frühtherapie zu beginnen, sodass der Patient in aller Regel keine bzw. nur sehr milde Krankheitssymptome spürt. Wichtig für den langfristigen Erfolg des Frühtherapiekonzepts ist die äußerst sorgfältige und konsequente Durchführung der Behandlung. Obwohl keine Symptome vorhanden sind, ist es sehr wichtig, dass das Virustatikum unbedingt in der vom Arzt verordneten Dosis über den gesamten Behandlungszeitraum eingenommen wird. Nur so kann die Gefahr einer erneuten CMV-Reaktivierung (Rückfall) und eines Wirksamkeitsverlusts des Virustatikums (CMV-Resistenz) verhindert werden.
Gibt es ein wirksames Medikament gegen CMV?
Für die Behandlung von CMV stehen mehrere spezielle Virustatika zur Verfügung. Diese Medikamente verhindern die Vermehrung der Viren.
Wann werden die Medikamente eingesetzt?
Die Behandlung soll so früh wie möglich erfolgen. Bei manchen Patienten mit hohem CMV-Risiko ist eine vorbeugende Behandlung mit einem Virustatikum sinnvoll, ohne dass eine unmittelbare CMV-Erkrankungsgefahr besteht (Prophylaxe).
Ist eine CMV-Vermehrung im Blut nachgewiesen, beginnt man heute bereits mit einer Frühtherapie, bevor Symptome auftreten.
Liegt bereits eine symptomatische CMV-Erkrankung vor, ist die schnellstmögliche Behandlung mit einem hochwirksamen Virustatikum unverzichtbar. Diese Form der Frühtherapie nennt man Akuttherapie.
Können Virustatika auch vorbeugend eingesetzt werden?
Als vorbeugende Behandlung wird die Primärprophylaxe bei Patienten mit sehr hohem CMV-Erkrankungsrisiko durchgeführt. Diese Prophylaxe wird bereits gegeben, wenn CMV noch keine unmittelbare Gefährdung darstellt, z. B. direkt nach bestimmten Formen der Organtransplantation.
Wird eine CMV-Virusvermehrung (CMV-Reaktivierung) festgestellt, bevor eine symptomatische CMV-Erkrankung ausgebrochen ist, wird die Frühtherapie durchgeführt. Dadurch kann in der Regel die CMV-Erkrankung abgewendet werden. Rechnet der Arzt mit einem hohen Rückfallrisiko, d .h . eine rasch auftretende, erneute CMV-Reaktivierung, kann er eine Erhaltungstherapie durchführen - die Behandlung wird zur Sicherheit noch einige Zeit mit einem Virustatikum als Kapseln oder Tabletten fortgesetzt.
Wie wird das Medikament verabreicht?
Bei einer vorbeugende Behandlung (Primärprophylaxe) können Virustatika - neben der Infusionsbehandlung - auch als Kapseln oder Tabletten gegeben werden.
Bei der Initialtherapie (Frühtherapie, Akuttherapie) werden Infusionen verabreicht. Dazu wird der Patient in der Regel für etwa 14-21 Tage stationär aufgenommen. Neuerdings sind für diesen Zweck auch Tabletten verfügbar, die zu Hause eingenommen werden können.
Im Anschluss an eine erfolgreiche Initialtherapie entscheidet der Arzt, ob eine Erhaltungstherapie mit Virustatika angeschlossen wird, um einem Rückfall (Rezidiv) vorzubeugen. Dazu stehen ebenfalls - neben der Infusion - Kapseln oder Tabletten zur Verfügung.
Was kann man generell zur Vorbeugung einer CMV-Infektion tun?
Mehr als die normale Hygiene ist praktisch nicht möglich, um sich im Alltag vor einer CMV-Infektion zu schützen. Der Anteil der Virusträger in der Bevölkerung beträgt bis zu 80 %, wobei die meisten Menschen eine frische CMV-Infektion nicht bemerken und ihnen daher die latente CMV-Infektion in der Regel nicht bekannt ist. Eine CMV-Schutzimpfung befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung.
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