Influenza

Schweineinfluenza

Neue Influenza H1/N1 („Schweinegrippe“)
Ende April 2009 traten in Mexiko und den USA auffällige Grippeerkrankungen bei Menschen auf, in deren Folge es auch zu Todesfällen kam. Die Infektionen wurden durch das Influenza A Virus vom Subtyp H1N1 ausgelöst, das Ähnlichkeiten mit bei Schweinen vorkommenden Influenzaviren aufweist.
Dieses neue Influenzavirus A/H1N1 wird effektiv von Mensch zu Mensch übertragen und wurde bisher fast ausschließlich beim Menschen nachgewiesen. Deswegen ist der Begriff „Schweinegrippe“ irreführend. 

Aufgrund der raschen, weltweiten Mensch-zu-Mensch Ausbreitung dieses neuen Influenzavirus hat die WHO die Neue Influenza H1/N1 („Schweinegrippe“) am 11. Juni 2009 zur Pandemie erklärt.  
Die WHO geht davon aus, dass die weltweite Ausbreitung des Virus nicht zu stoppen ist, hat die Pandemie bislang jedoch als moderat eingestuft. Diese Situation sollte aber keinesfalls unterschätzt werden, worauf die WHO schon im Mai 2009 hinwies: Bei einer großen Verbreitung könnte auch ein Virus, das bei gesunden Menschen vorwiegend moderate Symptome verursacht, große Auswirkungen auf eine Gesellschaft haben.*

Das Robert-Koch-Institut stellt klar, dass die weitere Entwicklung des neuen Erregers nicht vorherzusehen sei, insbesondere seine Auswirkungen im Herbst und Winter, zur üblichen Grippezeit. In früheren Pandemien gab es häufig eine zweite, schwerere Welle.**

Schweineinfluenza und Influenza beim Menschen
Die klassischen Influenza-Virusstämme, an denen Schweine erkranken, verursachen beim Menschen selten und dann nur milde Erkrankungen. Durch die Tatsache, dass sich Schweine auch mit Influenza-Viren infizieren können, die bei anderen Tierarten (z.B. Vögeln) oder bei Menschen zu finden sind, können sich im Schwein völlig neue Virusstämme bilden (sogenanntes Re-Assortment). Deren Genom ist neu gemischt, und sie können auch bei anderen Spezies gefährliche Krankheitsausbrüche hervorrufen. Die Bedeutung des Schweines bei der Entstehung neuer, krankheitsauslösender humaner Stämme wird oft als „mixing vessel“[1] (Mischgefäß) charakterisiert.

Das Pandemievirus aus dem Jahr 2009 (H1N1), das sich ab April/Mai 2009 weltweit ausbreitete,  ist kein Erreger der eigentlichen Schweineinfluenza – denn es enthält genetische Abschnitte von Influenzaviren, die bei Vögeln, Schweinen und Menschen vorkommen. Dieses Pandemievirus ist ist wahrscheinlich durch die oben beschriebenen Reassortments entstanden.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berichten, dass die Neuraminidase-Hemmer gegen das pandemische Grippevirus (H1N1) 2009 wirksam sind.

* WHO: Assessing the severity of an influenza pandemic vom 11.5.2009.
http://www.who.int/csr/disease/swineflu/assess/disease_swineflu_assess_20090511/en/index.html
** Robert-Koch-Institut: Situationseinschätzung zur Neuen Influenza. www.rki.de
*** WHO: Pandemic (H1N1) 2009 update 65
http://www.who.int/csr/don/2009_09_11/en/index.html

 

 

Weitere Informationen zur Schweineinfluenza:

Robert-Koch-Institut
WHO

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