Influenza
Vorbeugung gegen die saisonale Influenza
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gegen die jährliche Grippewelle im Winter ist die Grippe-Schutzimpfung.
- Die jährliche Grippeschutzimpfung wird für bestimmte Personen und Risikogruppen empfohlen. Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut veröffentlichte die aktuellen Empfehlungen im August 2010.*
- Weil die Influenza-Viren ständig ihre Struktur ändern, muss die Zusammensetzung des Impfstoffes gegen die saisonale Influenza jedes Jahr neu angepasst werden. Daher ist es wichtig, die Grippe-Schutzimpfung jährlich zu wiederholen.
| Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) – Saisonale Influenza |
| Personen über 60 Jahre |
| Alle Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon |
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z.B.:
|
| Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen |
| Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkerh sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können. |
| Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln. Eine Impfung mit dem aktuellen saisonalen humanen Influenza-Impfstoff bietet keinen direkten Schutz vor Infektionen durch den Erreger der aviären Influenza, sie kann jedoch Doppelinfektionen mit den aktuell zirkulierenden Influenzaviren verhindern |
| Für Reisende aus den genannten Personengruppen, die nicht über einen aktuellen Impfschutz verfügen, ist die Impfung generell empfehlenswert, für andere Reisende ist eine Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend Exposition und Impfstoffverfügbarkeit sinnvoll. |
| Wenn eine intensive Epidemie aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern droht oder nach deutlicher Antigendrift bzw. einer Antigenshift zu erwarten ist und der Impfstoff die neue Variante enthält. – Entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden. |
* Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut /Stand August 2010. Epidemiologisches Bulletin Nr. 30/2010.
Wie zuverlässig wirkt die jährliche Grippe-Schutzimpfung?
- Die Grippe-Schutzimpfung trainiert das Immunsystem. Etwa 10 bis 14 Tage nach der Impfung hat Ihr Körper in der Regel genügend Antikörper gebildet, um vor einer Influenza-Infektion geschützt zu sein.
- Die Impfung wirkt aber nur dann, wenn Sie mit ähnlichen Influenza-Viren in Kontakt kommen, wie sie im Impfstoff enthalten sind. Taucht ein neuartiges Influenza-Virus auf, das im Impfstoff nicht berücksichtigt wurde, nimmt der Impfschutz deutlich ab. Die Impfung ist somit keine Garantie, nicht an der Influenza zu erkranken.
- Bei älteren Menschen und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Wirksamkeit der Impfung ebenfalls geringer ausfallen.
Wann ist eine Vorbeugung mit Neuraminidase-Hemmern möglich?
- Wenn Sie – aus medizinischen oder persönlichen Gründen – nicht geimpft sind, oder sich zusätzlich zur Impfung schützen wollen, können Sie dies in bestimmten Situationen während eines lokalen Influenza-Ausbruchs mit Neuraminidase-Hemmern tun.
Was soll ich nach Kontakt mit einem Grippe-Kranken tun?
- Neuraminidase-Hemmer dürfen von Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder ab 1 Jahr vorbeugend eingenommen werden, wenn ein Kontakt mit einem klinisch diagnostizierten Influenzafall stattgefunden hat, oder wenn das Influenza-Virus in der Bevölkerung auftritt.
- Nach Kontakt mit einem Grippe-Kranken, z.B. in der Familie, im engen Freundeskreis oder am Arbeitsplatz, können Sie sich mit diesem Medikament gegen eine Ansteckung mit der Krankheit schützen. Die Neuraminidase-Hemmer sollten so früh wie möglich nach Zusammentreffen mit der erkrankten Person eingenommen werden.
- Die angemessene Anwendung soll von Fall zu Fall auf Basis der Umstände und der Personengruppen, die einen Schutz benötigen, beurteilt werden.
Gibt es andere Situationen, in denen eine Vorbeugung mit Neuraminidase-Hemmern sinnvoll ist?
- In Ausnahmesituationen, z.B. wenn das zirkulierende Virus nicht mit den Virusstämmen im Impfstoff übereinstimmt, und in einer pandemischen Situation, kann eine Prophylaxe während einer Grippewelle bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder ab 1 Jahr erwogen werden.
Sind Neuraminidase-Hemmer ein Ersatz für die Grippe-Schutzimpfung?
- Neuraminidase-Hemmer sind kein Ersatz für die Grippe-Schutzimpfung, können diese aber in idealer Weise ergänzen.
- Neuraminidase-Hemmer stoppen die Vermehrung und Ausbreitung der Influenza-Viren im Körper und verhindern, dass die Influenza bei Ihnen ausbricht.
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