Influenza
„Rückblick: Pandemien des 20. Jahrhunderts“
- Im 20. Jahrhundert gab es drei schwere Pandemien, wobei die schlimmste Pandemie von 1918/1919 als "Spanische Grippe" in die Geschichte einging. Sie wurde durch das Influenza-Virus A/H1N1 ausgelöst. Vermutlich erlagen ihr 20 bis 50 Mio. Menschen. In Deutschland starben damals etwa 100.000 Menschen an der Influenza und ihren Folgen.
- Die Pandemie von 1957/1958 ("Asiatische Grippe"; A/H2N2) forderte ca. 1 Mio. Todesopfer, die Pandemie von 1968/1969 ("Hongkong-Grippe"; A/H3N2) tötete mehr als 800.000 Menschen – alleine in Deutschland starben je 20.000 bis 30.000 Menschen.
- Im Vergleich zu den Pandemien des letzten Jahrhunderts ist zwar die medizinische Versorgung in den Industrienationen deutlich verbessert, gleichzeitig aber die globale Mobilität stark angestiegen, was zu einer äußerst schnellen Ausbreitung eines Pandemievirus führen kann.
- Um im Pandemiefall schnell und effektiv reagieren zu können, sind seitens der WHO und vieler Regierungen weltweit entsprechende Vorkehrungen getroffen worden; denn Experten haben seit langem das Auftreten einer Pandemie erwartet - nur den genauen Zeitpunkt konnte niemand vorhersagen.
- Wegen der bis dato sehr begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt für die „Vogelgrippe“, das aviäre Influenzavirus (H5N1), bereits seit einigen Jahren die Pandemische Warnperiode3.
- Aufgrund des Auftretens eines neuen H1N1-Virus („Schweinegrippe“) im April /Mai 2009 und der raschen weltweiten Verbreitung durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung hat die WHO die Neue Influenza H1/N1 („Schweinegrippe“) am 11. Juni 2009 zur Pandemie – Stufe 6 - erklärt.
Wie entsteht eine Pandemie?
- Nur Influenza A-Viren rufen Pandemien hervor. Bei gleichzeitiger Infektion einer Zelle mit einem Influenza A-Virus vom Mensch und vom Vogel, können die beiden Viren ihr Erbgut untereinander austauschen. Man spricht dann von einem Antigensprung oder "Antigenshift". Dabei können neue Influenza-A-Subtypen entstehen, die von Mensch zu Mensch übertragen werden können.
- Ein Influenzavirus, das nicht in der menschlichen Bevölkerung vorkommt, z.B. ein Vogel-Influenzavirus, erlangt durch genetische Veränderungen neue Fähigkeiten – dem sogenannten Antigendrift: Damit kann es zu Erkrankungen beim Menschen führen und auch effektiv von Mensch zu Mensch übertragen werden.
- Eine besondere Rolle bei der Durchmischung solcher Influenza-Viren spielt das Schwein: Weil Schweine sowohl von Influenza-Viren des Vogels, als auch des Menschen infiziert werden können, findet eine solche Durchmischung meist im Schwein statt. Wenn dabei ein Virus mit völlig neuartigen Erkennungsmerkmalen von Hämagglutinin oder Neuraminidase entsteht, spricht man von einem neuen Virus-Subtyp.
- Pandemie-Viren haben ihren Ursprung häufig in Asien, wo Menschen, Geflügel und Schweine auf engem Raum zusammenleben.
Warum kann sich das Pandemie-Virus so schnell verbreiten?
- Das Abwehrsystem des Menschen kommt erstmalig mit diesem vollständig veränderten Virus in Berührung. Weil die Bevölkerung überhaupt keinen Immunschutz gegen den neuen Virussubtyp hat, kann es sich rasch über die ganze Welt ausbreiten.

Rückblick: Pandemien des 20. Jahrhunderts: |
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Im 20. Jahrhundert gab es drei schwere Pandemien:
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| Pandemien des 20. Jahrhunderts: | |||
| Jahr | Bezeichnung | Influenza-Typ | Todesfälle (weltweit) |
| 1918/19 | "Spanische Grippe" | A (H1N1) | > 30 Mio. |
| 1957/58 | "Asiatische Grippe" | A (H2N2) | ca. 1 Mio. |
| 1968-70 | "Hongkong Grippe" | A (H3N2) | ca. 1 Mio. |
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