Ökonomische Folgen
Nach einer Modellrechnung des RKI, bei der die Infektionsrate in der Bevölkerung bei ca. 50% liegt, ist mit ca. zusätzlichen 21.000.000 Arztkonsultationen, 600.000 Krankenhauseinweisungen und 170.000 Todesfälle zu rechnen.1
Unternehmen müssen mit Ausfällen von bis zu der Hälfte ihres Personals rechnen. Neben den Krankmeldungen bleiben viele Mitarbeiter ihrem Arbeitsplatz fern, weil sie Angehörige pflegen müssen. Aber auch die Angst, sich am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin anzustecken, lässt die Ausfallquote nach oben schnellen.
Eine Influenzawelle dauert zwei bis drei Monate; die Wellen treten wiederholt auf. Die Pandemie ist ein lang anhaltender, sich verstärkender Prozess mit entsprechend drastischen Folgen. Viele Unternehmen müssen ihre Produktionen beziehungsweise Dienstleistungskapazitäten reduzieren und geraten dadurch in die Verlustzone.
Der Ausfalltag eines Mitarbeiters zum Beispiel in einem mittelständischen Unternehmen der Metallindustrie wird auf 590 Euro beziffert.2 Dieser Berechnung liegt allerdings die Annahme zu Grunde, dass etwa bei einer Epidemie zentrale Prozesse aufrecht erhalten werden können. Kommt es – auch mangels präventiver Maßnahmen – zu einer Stilllegung des gesamten Betriebes, gerät die gesamte finanzielle Struktur ins Wanken: Es können Lieferverträge nicht eingehalten, Darlehen nicht mehr bedient und keine neuen Geschäfte angebahnt werden.Hinzu kommen langfristige Auftragsverluste an Wettbewerber, die für eine solche Situation besser gerüstet sind.
- Modellrechnung des Robert-Koch-Instituts (RKI) für eine Influenza-Pandemie in Deutschland
- TU Dresden: „Kosten-Nutzen-Analyse beim Arbeits-und Gesundheitsschutz“ (PAGS-Monitor 2008)
http://mciron.mw.tu-dresden.de/cimtt/pags/Vortrag_Guenther-030408.pdf
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