Herzschwäche – was man als Patient tun kann

Herzschwäche gehört zu den Erkrankungen, bei denen der Lebensstil des Patienten eine große Rolle spielt. Wer sich an einige einfache Regeln hält, kann deutlich zum Erfolg der Therapie beitragen. Aus diesem Grund haben wir einige Empfehlungen für Menschen mit Herzschwäche zusammengestellt:

  • Überprüfen Sie jeden Tag zu einem festen Zeitpunkt, am besten morgens vor dem Frühstück und nach dem ersten Gang zur Toilette, Ihr Körpergewicht.
    Wenn Sie plötzlich an Gewicht zunehmen, kann das ein Hinweis auf Wassereinlagerungen und damit eine Verschlechterung der Herzschwäche sein.
    Als Faustregel gilt: Falls Sie während eines Tages mehr als 1 kg, im Lauf von drei Tagen mehr als 2 kg oder im Lauf einer Woche mehr als 2,5 kg zugenommen haben, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Auch bei unerwartetem Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit muss Ihr Arzt informiert werden.


  • Um Flüssigkeitseinlagerungen und damit zusätzliche Anstrengung zu vermeiden, sollten Sie nicht mehr als 1,5-2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, je nach Schweregrad Ihrer Herzschwäche. Beachten Sie dabei, dass Obst, Gemüse, Suppe und andere wasserreiche Lebensmittel darin berücksichtigt werden müssen. Ausnahmen von dieser empfohlenen Trinkmenge sind Fieber, Durchfall, Erbrechen und Schwitzen an heißen Tagen.
  • Seien Sie bei der Ernährung sparsam mit Salz. Mit vermehrter Salzaufnahme lagert der Körper auch mehr Wasser ein, was Ihr Herz mehr belastet. Versuchen Sie, den Geschmack durch Kräuter und andere Gewürze zu verstärken (Vorsicht bei Gewürzmischungen, die Salz enthalten können!). Nach einer gewissen Übergangszeit wird Ihnen das Salz nicht mehr fehlen. Es empfiehlt sich, beim Essen nicht nachzusalzen und Konserven und Fertiggerichte aller Art zu meiden, da diese oft viel Salz enthalten. Achten Sie darüber hinaus auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
  • Seien Sie dabei vorsichtig mit Nahrungsergänzungsmitteln. Auch manche rein pflanzlichen Mittel vertragen sich unter Umständen nicht mit Ihren Medikamenten und führen zu teilweise schweren Komplikationen. Das gleiche gilt für einige alternativmedizinische Mittel. Fragen Sie also Ihren Arzt, ob Sie ein bestimmtes Mittel nehmen dürfen.
  • Wenn Sie übergewichtig sind, versuchen Sie durch bessere Ernährung allmählich abzunehmen! Ein normales Körpergewicht bedeutet weniger Belastung für Ihr Herz. Fragen Sie trotzdem vorher Ihren Arzt nach Empfehlungen, da bei Herzschwäche in einigen wenigen Ausnahmefällen Abnehmen zu Problemen führen kann.
  • Auch wenn Sie es vielleicht nicht mehr hören können: Geben Sie das Rauchen auf! Rauchen schädigt die Lunge und kann damit ausgesprochen negative Auswirkungen auf den Lungenkreislauf und damit den Zustand des Herzens haben. Rauchen ist an einem großen Teil der Fälle von isolierter Rechtsherzschwäche mitverantwortlich!
  • Bleiben Sie körperlich aktiv. Im Gegensatz zur früheren Lehrmeinung weiß man heute, dass leichtes körperliches Training auch bei Herzschwäche zum Allgemeinbefinden und damit zur Therapie beiträgt. Als Faustregel gilt, dass Sie sich bei der körperlichen Aktivität noch flüssig unterhalten können sollten. Fragen Sie am besten Ihren Arzt nach Empfehlungen für ein Bewegungsprogramm. Nur wenn Sie an einer schweren Herzschwäche leiden oder gerade einen Herzinfarkt erlitten haben, müssen Sie sich schonen.
  • Seien Sie sparsam mit Alkohol. Je nach Gewicht und Körperbau sollten Sie als Frau nicht mehr als maximal 20-30 g Alkohol (entspricht max. 0,5 l Bier oder 0,25 l Wein), als Mann nicht mehr als maximal 30-40 g (max. 0,8 l Bier oder 0,30 l Wein) zu sich nehmen. Wenn bei Ihrer Herzschwäche der Verdacht besteht, dass sie durch Alkoholkonsum mitverursacht wurde, müssen Sie natürlich völlig auf Alkohol verzichten. In solchen Fällen kann die Herzschwäche bei Alkoholverzicht sogar ausheilen.
  • Auch wenn man es nicht gern anspricht: Reden Sie mit Ihrem Arzt über das Thema Sexualität. Zum einen können die Herzschwäche oder einzelne Aspekte der Therapie Ihre Libido eingeschränkt haben, wogegen Ihr Arzt ein Mittel weiß. Zum anderen kann es sein, dass Sie eine Zeitlang vorsichtig sein sollten. In den meisten Fällen wird eine Herzschwäche Sie aber nicht einschränken: Wenn Sie zwei Treppen steigen können, ohne außer Atem zu geraten, können Sie im Normalfall bedenkenlos ein normales Liebesleben haben.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Grippeimpfungen: Wenn kein Grund dagegen spricht, sollten Sie sich einmal im Jahr gegen Grippe impfen lassen.
  • Auf Flugreisen verzichten müssen sie nur, wenn Sie auch im Sitzen oder Liegen schon Atembeschwerden haben. Ansonsten sind kurze Flugreisen kein Problem und im Zweifelsfall sogar besser als lange Reisen mit einem anderen Verkehrsmittel. Ein gewisses Risiko stellen lange Flugreisen dar, ebenso Reisen in Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit oder großer Höhe. In solchen Fällen sollten sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten und Empfehlungen von ihm einholen, zumal bei Reisen in Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit unter Umständen die Medikation angepasst werden muss.