Ursachen der Herzschwäche

Ursache einer Herzschwäche ist meist eine frühere Schädigung oder langanhaltende Überlastung des Herzens. Um die verminderte Leistung auszugleichen bzw. die höhere Last zu bewältigen, nutzt der Körper Mittel, die die Herzleistung kurzfristig steigern. Das Herz macht mehr Schläge pro Minute und versucht gleichzeitig, die pro Herzschlag gepumpte Blutmenge zu erhöhen. Auf die zu geringe Durchblutung der Organe folgt eine Aktivierung des RAAS-Systems (Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers) , das durch Verengung der Adern und vermindertes Ausscheiden von Salz und Wasser den Blutdruck erhöht.
Dadurch wird das Blut mit größerer Kraft in die Gefäße gepresst, die somit besser durchblutet werden. Durch diese Maßnahmen steigt aber auch die Belastung des Herzens, was zu weiterer Schädigung führt (hier finden Sie Einzelheiten dazu). Mit der Zeit sinkt die Herzleistung immer weiter ab, die Symptome der Herzschwäche verstärken sich.
Die erste Schädigung bzw. Überlastung, die dann zur Herzschwäche führt, kann viele Ursachen haben, die häufigsten sind folgende:
- Koronare Herzkrankheit: Durch eine Verengung der Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen, erhält der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Meistens ist Arteriosklerose der Grund für diese Verengung. Durch die Unterversorgung kann zum einen die allgemeine Leistungsfähigkeit sinken, zum anderen können Bereiche des Herzens dauerhaft geschädigt werden.
- Ein Herzinfarkt entsteht, wenn eine Herzkranzarterie - die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgt - plötzlich durch ein Blutgerinnsel verstopft wird. Die Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr führt innerhalb weniger Stunden zum Absterben des betroffenen Areals, wenn das verschlossene Gefäß nicht rechtzeitig wieder geöffnet wird. Ist nur ein kleiner Bereich betroffen, wird der Infarkt eventuell nicht bemerkt. Der verbleibende gesunde Herzmuskel muss nun die fehlende Leistung des abgestorbenen Muskelanteils ausgleichen. Je nach Größe des geschädigten Bereichs kann dies ohne nennenswerte Folgen geschehen, oder aber es finden Umbauvorgänge am Herzen statt, die letztendlich zur Herzschwäche führen.
- Langjähriger Bluthochdruck: Ein erhöhter Blutdruck führt dazu, dass das Herz mehr Kraft aufbringen muss, um das Blut zu pumpen. Je höher der Blutdruck ist und je länger der Bluthochdruck bestehen bleibt, desto größer ist das Risiko an Herzschwäche zu erkranken. Bluthochdruck und Koronare Herzkrankheit sind für 70-90% aller Fälle von Herzschwäche verantwortlich.
- Herzklappenfehler/-erkrankungen: Die Herzklappen wirken im Herz als Ventile, sorgen also dafür, dass das Blut in nur eine Richtung fließen kann. Ist eine Herzklappe zu eng, muss das Herz seine Pumpleistung erhöhen, um die erforderliche Blutmenge durch die kleinere Öffnung zu pumpen. Bei einem undichten Schließmechanismus fließt das Blut durch die undichte Stelle zurück, so dass das Herz mit gleicher Arbeit weniger Blut in den Kreislauf pumpt. Das Herz muss in beiden Fällen dauerhaft mehr leisten, was zur Ursache für die Herzschwäche wird.
- Herzrhythmusstörungen: Wenn der Rhythmus des Herzschlags gestört ist, pumpt das Herz weniger wirkungsvoll Blut und muss sich daher mehr anstrengen, um den Körper ausreichend zu versorgen.
- Herzmuskelerkrankungen: Sie werden meist von einer Infektion des Herzmuskels oder Alkoholmissbrauch ausgelöst. Auch Drogen oder Arzneimittelvergiftungen sind mögliche Ursachen.
- Lungenerkrankungen können dafür sorgen, dass das Blut nur mit mehr Kraft durch die Blutgefäße in der Lunge gepumpt werden kann.
- Zu weiteren möglichen Ursachen zählen Erkrankungen des Herzbeutels, schwere Blutarmut und Stoffwechselstörungen, z.B. die Zuckerkrankheit (Diabetes) oder eine Überfunktion der Schilddrüse.
Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass einige dieser Ursachen für eine Herzschwäche auftreten. Durch gesunde Lebensführung können Sie einer Herzschwäche also wirksam vorbeugen!
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