HIV-Therapie

HIV-Therapie

Zu Beginn der Epidemie Anfang der 80er Jahre bedeutete die Diagnose „HIV-positiv“ den Tod nach meist 10-12 Jahren und einer langen Leidenszeit. Inzwischen hat sich die Prognose durch therapeutische Fortschritte erheblich verbessert.

Heilbar im Sinne des Wortes ist die Erkrankung nach wie vor nicht. Jedoch können HIV-infizierte Menschen heute bei konsequenter Therapie ein weitgehend normales Leben führen. Die HIV-Infektion ist dabei,
eine behandelbare chronische Erkrankung zu werden. Zu beachten ist, dass die HIV-Behandlung eine Dauer-therapie ist, die das ganze Leben lang durchgeführt werden sollte.

Die Frage, ob und wann eine HIV-Therapie begonnen wird, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden.
Es wird stets im Einzelfall entschieden. Man orientiert sich dabei an den Krankheitssymptomen, der Anzahl der CD4-Zellen und der Viruslast. Die CD4-Zellzahl ist ein Indikator für die Funktionstüchtigkeit des Immun-systems, die Viruslast steht für die Menge an HI-Viren im Körper.

Grundsätzlich ist man sich darüber einig, dass nach der Diagnose „HIV-positiv“ so bald wie möglich mit der Behandlung begonnen werden sollte,

  • wenn man Symptome der HIV-Infektion oder AIDS-Symptome zeigt,
  • wenn weniger als 350 CD4-Zellen/µl gemessen werden.

Ist man infiziert, aber symptomfrei, hängt der Therapiebeginn im Allgemeinen von der CD4-Zellzahl im Verhältnis zu anderen Risikofaktoren ab.1

  • Bei Patienten mit CD4-Zellzahlen zwischen 350/µl und 500/µl ist eine Behandlung von weiteren Faktoren abhängig. Die Behandlung wird von den meisten Experten empfohlen, falls zusätzliche Risikofaktoren vorhanden sind. Zu diesen zählen ein höheres Alter des Patienten, eine hohe Viruslast oder eine rasch sinkende CD4-Zellzahl, eine gleichzeitige Hepatitis-Erkrankung sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bei Patienten mit CD4-Zellzahlen über 500/µl ist ein größerer Anteil der Experten eher zurückhaltend mit einer Therapieempfehlung. Sie raten jedoch dazu, die Werte engmaschig zu kontrollieren. Liegt gleichzeitig ein zusätzlicher Risikofaktor vor, wird die Behandlung als vertretbar angesehen.

Über medizinische Aspekte hinaus spielen auch andere Dinge eine Rolle und sollten in Betracht gezogen werden, z.B. ob die Bereitschaft zu einer Dauer-Therapie besteht, wie eine Therapie in den Alltag eingebaut werden kann, wie gut eine Therapie vertragen wird und vieles mehr.

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1 Quelle: Empfehlungen der Deutschen und Österreichischen AIDS-Gesellschaft 2010



Täglich Tabletten?

Um HIV unter Kontrolle zu halten, darf die Medikamentenwirkung nicht nachlassen.
Es ist absolut notwendig, die Medikamente regelmässig einzunehmen.