HIV und Schwangerschaft
Schwangerschaft und HIV
Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 11 HIV-Infektionen neu diagnostiziert (< 1% aller Neuinfektionen), die durch Mutter-Kind-Übertragung erfolgt sind.
Die notwendigen Maßnahmen zur Verhinderung einer Mutter-Kind-Übertragung von HIV können nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn die HIV-Infektion der Mutter bekannt ist. Nicht bei allen HIV-infizierten Schwangeren sind Risikofaktoren für eine HIV-Infektion wie z.B. eine HIV-Infektion des Partners erkennbar. Daher sollte jeder Schwangeren ein HIV-Antikörpertest mit einer kompetenten persönlichen Beratung angeboten werden.1
Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass das HI-Virus von der Mutter auf das Kind übertragen wird.
Diesen Vorgang nennt man „vertikale Transmission“.
Im Falle einer Übertragung jedoch geschieht diese hauptsächlich (75%) während oder in den letzten Wochen vor der Geburt, in etwa 10% vor dem letzten Schwangerschaftsdrittel und in 10-15% beim Stillen.2
Es ist verständlich, wenn eine solche Schwangerschaft mit besonderen Ängsten einhergeht. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise dafür, dass die mütterliche HIV-Infektion als solche die Schwangerschaft stört.
Dank mehrerer Maßnahmen ist die Infizierung des Neugeborenen mit HIV in Deutschland selten geworden:
- Die Entbindung erfolgt durch einen geplanten Kaiserschnitt.
- Die HIV-positive Mutter verzichtet auf das Stillen.
- Nach der Geburt erhält das Neugeborene für kurze Zeit ein hierfür zugelassenes antiretrovirales Medikament.
- Bei der Mutter wird eine antiretrovirale Therapie durchgeführt bzw. eine sog. „Transmissionsprophylaxe“.
Bei dieser Prophylaxe wird mit Beginn der 33. Schwangerschaftswoche bis kurz nach der Geburt eine Kombinationstherapie eingeleitet. Man orientiert sich dabei an den HAART-Prinzipien.
Werden Frauen bereits früher in der Schwangerschaft behandlungsbedürftig, wird ebenfalls eine Therapie angeboten. Prinzipiell gelten die für erwachsene HIV-Patienten aufgestellten Kriterien. Auf schwangerschaftsbedingte Besonderheiten muss geachtet werden. Zum Beispiel ist auch bei gesunden Schwangeren die CD4-Zellzahl um 10-20% erniedrigt.
___________________________________________________________________________________
1 HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen in Deutschland. Jahresbericht zur Entwicklung im Jahr 2009 aus dem Robert Koch-Institut. Hrsg. Robert Koch-Institut, Berlin. Epidemiologisches Bulletin 22/2010.
2 Deutsch-Österreichische Leitlinien zur Therapie der HIV-Infektion in der Schwangerschaft und zur Prophylaxe beim Neugeborenen (Stand Sept. 2008)
www.hiv.net
Vertikale Transmission
Die Mutter überträgt das HI-Virus auf das Kind.
Drucken
Bookmark
