Bluthochdruck – Was sind die Ursachen?

In etwa 90% aller Fälle lässt sich keine genaue Ursache für den Bluthochdruck ausmachen. Das liegt zu einem wesentlichen Teil daran, dass eine Vielzahl von Faktoren auf den Blutdruck Einfluss nimmt. Viele dieser Faktoren sind aber inzwischen bekannt, so dass man zwar keine Ursachen, aber Risikofaktoren für Bluthochdruck aufführen kann.
Da Bluthochdruck in Familien oft gehäuft auftritt, spielen die Gene offensichtlich eine gewisse Rolle. Von großer Bedeutung sind aber auch die Lebensgewohnheiten, denn die wichtigsten Risiko-faktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum, zu hoher Salzkonsum und häufiger Stress.
- Übergewicht und Bluthochdruck hängen stark zusammen: Jeder zweite Übergewichtige hat Bluthochdruck, zwei Drittel aller Menschen mit Bluthochdruck sind übergewichtig. Durch das erhöhte Körpergewicht muss ein größeres Blutvolumen durch den Körper gepumpt werden, wofür tendenziell ein höherer Blutdruck nötig ist. Außerdem ernähren Menschen mit Übergewicht sich oft fettreicher, was eher zu Arteriosklerose führt. Dadurch werden die Gefäße weniger dehnbar, was automatisch zu einer Erhöhung des Drucks in den Blutgefäßen führt.
- Bewegungsmangel erhöht nicht nur das Risiko, übergewichtig zu sein. Durch Bewegung wird das Herz-Kreislaufsystem gekräftigt und benötigt dadurch einen geringeren Blutdruck, um seiner Aufgabe nachzukommen. Bewegungsarmut verschlechtert den Zustand des Herz-Kreislaufsystems und wird dadurch zu einer Ursache für Bluthochdruck.
- Rauchen selbst erhöht den Blutdruck nur kurzfristig, indem es die Gefäßwände verengt. Es schädigt aber auch die Gefäßwände und begünstigt dadurch die Entstehung von Arteriosklerose, die wiederum eine Ursache von Bluthochdruck ist. Zudem stellt Rauchen allein schon einen Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen dar, so dass Bluthochdruck für Raucher noch gefährlicher ist.
- Alkohol regt das vegetative Nervensystem an, wodurch vorübergehend der Herzschlag schneller und das Zusammenziehen des Herzmuskels stärker wird. Das wiederum erhöht den Blutdruck. Außerdem ist Alkohol kalorienreicher als Zucker und fördert dadurch die Entstehung von Übergewicht. Alkohol kann außerdem Zellen und Organe schädigen.
- Eine erhöhte Salzaufnahme sorgt für mehr Wassereinlagerungen im Körper. Dadurch nimmt das Blutvolumen zu und somit auch der Blutdruck. Unsere Nahrung enthält meist deutlich mehr Salz als wir benötigen.
- Häufiger oder andauernder Stress bedeutet eine ständige Anregung des vegetativen Nervensystems und damit eine Erhöhung des Blutdrucks.
Dagegen sind bei 10% der Fälle einzelne Faktoren für den Bluthochdruck verantwortlich. Ein solcher sekundärer Bluthochdruck ist meistens die Folge einer Erkrankung oder wird von bestimmten Medikamenten verursacht.
Häufig sind Stoffwechselerkrankungen, wie eine Überfunktion der Schilddrüse oder das sogenannte Cushing-Syndrom (Überproduktion an Nebennierenrindenhormonen) verantwortlich. In einigen Fällen ist die Hauptschlagader (Aorta) verengt und der Körper benötigt einen höheren Blutdruck, um trotzdem ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Eine Erkrankung der Nieren kann zu einer vermehrten Wassereinlagerung und damit höherem Blutdruck führen, auch hält der Körper eine Verengung der Nierengefäße oft fälschlich für zu niedrigen Blutdruck. Manche Medikamente wie Appetitzügler, Kortison, einige Rheumamittel und die Antibabypille können in seltenen Fällen zu einem dauerhaft erhöhten Blutdruck führen. Alkohol- oder Drogenmissbrauch können unter anderem auch Bluthochdruck nach sich ziehen. Normal hingegen ist ein erhöhter Blutdruck ab der 20. Schwangerschaftswoche, solange er einen gewissen Wert nicht übersteigt und nicht von stark erhöhter Eiweißausscheidung oder Wassereinlagerung begleitet ist.
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