Therapie
Um die Bildung der Erythrozyten anzuregen und damit der Anämie entgegenzuwirken, werden neben der Gabe von Eisen zur Hämoglobin-Synthese mit Erfolg Erythropoese-stimulierende-Agenzien (ESA), häufig EPO genannt, eingesetzt.
Der Einsatz der ESA hat sich in der Praxis seit über 10 Jahren bewährt. Die ESA werden gentechnologisch hergestellt und können dadurch in größeren Mengen produziert werden. Vor dieser Zeit konnte die Anämie nur mit Bluttransfusionen behandelt werden, mit all den damit verbundenen Risiken.
In der Regel erhalten alle Dialyse-Patienten ESA, um der bestehenden
Anämie effektiv entgegenzuwirken. Für den Bedarf an ESA
ist die Qualität der Dialysebehandlung, eine ausreichende Eisenversorgung
und die Behandlung eines Hyperparathyreoidismus
ausschlaggebend.
Im Vergleich dazu erhalten wenige anämische Patienten vor der
Dialyse ein ESA, obwohl es inzwischen deutliche Hinweise gibt, dass
dadurch der Beginn der Dialyse hinausgezögert werden kann.
Trotz einer Behandlung mit einem ESA liegt bei vielen Patienten der Hb-Wert unter dem angestrebten Hb-Wert von 11 g/dl (Gramm pro Deziliter) (European best practice guideline 2004). Niereninsuffiziente Patienten, die noch nicht dialysepflichtig sind, erhalten demnach, immer noch viel zu selten ein ESA, obwohl schon eine deutliche Blutarmut besteht.
Bei Diabetikern
mit Nierenfunktionsstörungen ergibt sich ein zusätzliches
Problem: Sie entwickeln früher und stärker ausgeprägt
eine renale Anämie als nicht-diabetische Nierenkranke. Das
erklärt das deutlich höhere Risiko von Diabetikern, an
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben - neben Hypertonie,
Fettstoffwechselstörungen oder Rauchen als Ursachen.
Deshalb müssen Diabetiker verstärkt auf Nierenfunktionsstörungen
untersucht werden, damit viele Spätfolgen erst gar nicht entstehen.
Dies sollte in einer guten Zusammenarbeit des betreuenden Hausarztes
oder Diabetologen mit dem Nierenfacharzt (Nephrologen) mindestens
einmal jährlich untersucht werden.
| Behandlungsmöglichkeiten: Gabe von Erythropoetin, um die Bildung von Blutkörperchen anzuregen. |
| Diabetiker sollten gezielt auf
Fettstoffwechsel- und Nierenfunktionsstörungen hin untersucht werden. |
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