Ursachen
Sekundärer Hyperparathyreoidismus
bezeichnet die Überfunktion der Nebenschilddrüsen mit bekannter
Ursache. Die häufigste Ursache des Hyperparathyreoidismus ist
eine Nierenfunktionsstörung. Liegt eine Nierenfunktionsstörung
vor, sprechen Mediziner von einem renalen sekundären Hyperparathyreoidismus
abgeleitet von ren (lateinisch) = Niere. Durch die Niereninsuffizienz
kommt es zu Störungen des Kalzium- und Phosphat-Haushaltes und
zu einem Mangel an aktivem Vitamin D.
Dies hat einen Einfluss auf die Bildung des Hormons Parathormon in
den Nebenschilddrüsen. Normalerweise reguliert das Parathormon
den Kalziumspiegel im Blut über den Knochenstoffwechsel. In den
Knochen ist der größte Teil des Kalziums im Körper
gebunden. Es regelt außerdem die Ausscheidung anderer Mineralien
über die Niere, wie beispielsweise Phosphat, Natrium und Kalium.
Bei einer Niereninsuffizienz ist der Phosphatspiegel im Blut erhöht.
Wenn bestimmte Mengen überschritten werden, bildet Phosphat mit
Kalzium ein Salz, das im ganzen Körper abgelagert wird -
in Gefäßen, Gelenken und Geweben, also unter anderem in
der Niere selbst. Dieser Prozess beschleunigt die Verhärtung
des Nierengewebes oder der Nierengefäße, was wiederum das
Fortschreiten des Nierenversagens zur Folge hat. Diese Veränderungen
werden zusätzlich durch den Mangel an aktivem Vitamin D beeinflusst.
Der Kalziumspiegel im Blut droht zu sinken, da weniger
Kalzium aus der Nahrung aufgenommen und zusammen mit Phosphat abgelagert
wird. Parathormon wird vermehrt ausgeschüttet. Jetzt greifen
zwar die Regelmechanismen im Körper, die versuchen dagegen
zu steuern. Aber die normale Wechselwirkung zwischen Parathormon,
aktivem Vitamin D3 und den Knochen
ist gestört. In den Knochen werden Zellen aktiviert, die Knochensubstanz
abbauen, um wieder Kalzium freizusetzen. Daneben ist die Nebenschilddrüse
für ihren Gegenregulator Vitamin D3
nicht mehr in dem Maße ansprechbar wie unter normal gesunden
Bedingungen.
Eine höhere Aufnahme von Aluminium statt Kalzium aus der Nahrung
hat einen hemmenden Effekt auf die Knochenbildung. Auch aluminiumhaltige
Phosphatbinder oder Dialysate haben deshalb einen negativen Einfluss.
Durch die Entkalkung der Knochen wird der Kalzium-Spiegel im Blut wieder auf ein scheinbar normales Niveau gebracht. Ein Teufelskreis entsteht, wenn nicht eingegriffen wird.
| Die Schilddrüse (rosa abgebildet)
mit den Nebenschilddrüsen. Die Nebenschilddrüsen befinden sich auf der Schilddrüse, die vor den Halswirbelknochen liegt. Lesen Sie hier, welche Funktion das Parathormon hat! |
Die Ursachen des sekundären Hyperpara-thyreoidismus:
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| Knochenveränderungen können als Folge einer gestörten Funktion der Nebenschilddrüse auftreten. |
| Das Hormon Parathormon wird in der Nebenschilddrüse gebildet und spielt eine große Rolle im Kalzium-Haushalt. |
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