Stadien
Stadien der Niereninsuffizienz (nach Sarre)
1. Latenzstadium: Ausreichende
Nierenfunktion
Die Nieren sind normalerweise so leistungsfähig, dass eine
Abnahme der Funktion sich erst dann zeigt, wenn die Hälfte
der zwei Millionen Funktionseinheiten (Nephrone) ausfällt.
Im Latenzstadium ist die Nierenfunktion noch ausreichend, obwohl
eine Grunderkrankung besteht. Eine relevante Funktionsstörung
liegt erst ab einem Blut-Kreatinin-Wert von 1,2 mg/dl (Milligramm
pro Deziliter) vor.
2. Kompensierte Retention:
Die Tatsache, dass die Niere die harnpflichtigen Substanzen "zurückhält"
(und nicht aus dem Blut filtriert und über den Harn ausscheidet),
nennt man auch Retention. Bis zu einem gewissen Grad der Funktionsstörung
können die Nieren trotzdem noch einige Zeit alle diese Substanzen
ausscheiden. Die Störung wird durch den erhöhten Gehalt
an diesen Substanzen im Blut (z. B. Harnstoff, Kreatinin) kompensiert,
denn dieser "Druck" erhöht auch die Filtrationsleistung
der übrigen Nephrone.
3. Dekompensierte Retention:
Damit wird die fortgeschrittene Niereninsuffizienz mit zunehmender
klinischer Symptomatik bezeichnet. Die harnpflichtigen
Substanzen im Blut steigen weiter kontinuierlich. Die
Niere kann die Ausscheidung dieser Substanzen nicht mehr gewährleisten
(Dekompensation). Der Kreatinin-Wert steigt auf 8-12 mg/dl.
4. Urämie: Terminale Niereninsuffizienz
In diesem letzten Stadium ist das Urämie-Syndrom voll ausgebildet:
Die Niere kann ihre Funktion als Ausscheidungsorgan nicht mehr erfüllen,
was zur Urämie (Harnvergiftung) führt. Die Aufgabe der
Niere muss nun durch Dialyseverfahren ersetzt werden (Nierenersatztherapie).
| Symptome im Überblick |
| Blutbild: Mangel an roten Blutkörperchen (renale Anämie) |
| Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt:
Wassereinlagerungen (Ödeme) in Körper und Lunge, Halsvenenstauung, Verschlechterung des Blutdrucks, Veränderungen der Knochensubstanz |
| Blutdruck: Veränderung der Herzkranzgefäße, Arteriosklerose |
| Haut und Knochen: Juckreiz, verminderte Schweißsekretion, Haarveränderungen, Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Verkalkungen des Gewebes. |
Drucken
Bookmark
