Therapie

Jede akute myeloische Leukämie sollte mittels einer Chemotherapie behandelt werden. Bei einer Chemotherapie werden Stoffe, die die Vermehrung krankhafter Zellen bremsen sollen (Zytostatika), meist intravenös verabreicht.

Um die beste Wirkung zu erreichen, werden in der Regel mehrere dieser Stoffe kombiniert. Anfangs werden die Zytostatika hochdosiert verabreicht (Induktionstherapie), um ein Zurückdrängen der Erkrankung zu erreichen. Kann man hierdurch eine Normalisierung des Knochenmarksbefundes erreichen, spricht man von einer Vollremission. Um diese zu erhalten, empfiehlt sich meist eine Wiederholung der anfänglichen Therapie (Konsolidierungsphase). Anschließend wird über einen gewissen Zeitraum mit niedrigeren Dosen weiterbehandelt (Erhaltungstherapie). Wird eine Vollremission mit Normalisierung des Knochenmarkbefundes erreicht, kann auch eine Knochenmarkstransplantation erwogen werden.

Zytostatika haben in den zur Erreichung einer Vollremission notwendigen hohen Dosen oft ausgeprägte Nebenwirkungen. Diese beruhen darauf, dass die Wirkmechanismen der Zytostatika zwar vorwiegend Tumorzellen, zum Teil aber auch gesunde Zellen schädigen. Daher bemüht sich die wissenschaftliche Forschung um Entwicklung von Medikamenten, die möglichst gezielt nur die Tumorzellen angreifen.

Für eine Unterform der akuten Leukämien ist dies bereits gelungen.
Es handelt sich um die akute Promyelozytenleukämie, die durch das Auftreten schwerwiegender Blutgerinnungsstörungen zu tödlichen Komplikationen führen kann.