Diagnostik und Untersuchungsmethoden
Die Diagnose Brustkrebs umfasst mehrere Schritte, wovon das Tasten, die Mammographie, der Ultraschall und die Gewebeuntersuchung (Biopsie) die wichtigsten Untersuchungsmethoden sind. Nicht jeder Knoten muss Krebs bedeuten. Trotzdem sollte jeder tastbare Knoten vom Gynäkologen abgeklärt werden.
Bei 70 bis 80 Prozent der in der Mammographie sichtbaren Tumore lässt sich Brustkrebs auch tasten. Deshalb ist das Tasten die einfachste und effektivste Methode, um einen Knoten zu entdecken. Jede Frau kann diese Untersuchung bei sich selbst durchführen.
Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der von der Brust in verschiedenen Positionen Röntgenbilder aufgenommen werden. Zeichen, die in der Mammographie auf Brustkrebs hinweisen, sind vor allem sternförmige Verschattungen oder kleinste, in Gruppen angeordnete Verkalkungen, so genannte Mikroverkalkungen. Diese entstehen dadurch, dass krebsgeschädigte Zellen im Gegensatz zu gesunden Gewebszellen Kalk einlagern, der sich im Röntgenbild weiß vom sonst grauschwarzen Gewebe abhebt.
Diese Methode wird ergänzend zur Mammographie eingesetzt und bietet dem Arzt eine zusätzliche Entscheidungshilfe, ob es sich bei einem vorliegenden Knoten um einen gut oder bösartigen Tumor handelt. Besonders bei jüngeren Frauen mit dichtem Brustgewebe kommt die Ultraschalluntersuchung standardmäßig zum Einsatz.
Hat sich durch den Tastbefund, die Mammographie und eventuell den Ultraschall ein ernsthafter Verdacht auf einen bösartigen Knoten ergeben, muss eine Gewebeprobe aus der Brust entnommen werden, die dann mikroskopisch auf Krebszellen untersucht wird. Diese feingewebliche Diagnostik im Labor liefert den sicheren Befund. In vielen Fällen kann heute Brustgewebe ohne Operation entnommen werden, manchmal ist allerdings eine operative Gewinnung sinnvoller. Bei der ultraschallgesteuerten Stanzbiopsie kann beispielsweise suspektes Gewebe ohne großen Aufwand mit einer Hohlnadel aus der Brust entnommen werden. Die Gewebeprobe wird zusätzlich auf Hormon-und HER2neu-Rezeptoren untersucht. Diese Bestimmung ist für eine mögliche, im Anschluss erforderliche Therapie wichtig.
Das Blut wird auf bestimmte Proteine getestet, die die Brustkrebszellen produzieren können, so genannte Tumormarker. Für den Brustkrebs ist der Tumormarker CA 15-3 relativ spezifisch. Er allein erlaubt keine Diagnose, doch er kann während und nach der Therapie helfen, den Verlauf der Erkrankung besser zu beurteilen.
Ist die Diagnose gestellt, sollen weitere Untersuchungen zeigen, ob der Krebs andere Organe befallen hat, das heißt, ob sich bereits Metastasen gebildet haben.
Im Röntgenbild des Brustkorbs soll der Befall von Lymphknoten oder der Lunge erkannt werden. Der Nachweis von Metastasen ist dabei ab einer bestimmten Größe möglich. Falls notwendig, klärt ein Computertomogramm dies genauer. Dabei werden mehrere Röntgenbilder nacheinander aufgenommen, so dass sich der Arzt die Aufnahmen, beispielsweise des Oberkörpers, schichtweise ansehen kann.
Ob das Knochengerüst vom Brustkrebs befallen ist, wird mit einem Szintigramm untersucht. Dazu wird der Patientin das Radionuklid Technetium-99m-Phosphat injiziert – ein Molekül, das sich speziell in den Knochen ansammelt. Mit einer besonderen Kamera lässt sich das gesamte, mit Radionuklid angereicherte Skelett darstellen. Knochenteile, in denen der Tumor aktiv ist, reichern mehr Radionuklid an und heben sich so vom übrigen Skelett ab.
MRT wird ähnlich wie die Computertomographie durchgeführt, allerdings nicht unter Zuhilfenahme von Röntgenstrahlen, sondern durch wechselnde Magnetfelder. Die Kernspintomographie wird nur bei speziellen Fragestellungen eingesetzt.
Nicht alle Untersuchungsmethoden kommen bei jeder Patientin zum Einsatz – die Diagnosestellung erfolgt für jede Patientin individuell.
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