Anwendung der HER2-Antikörpertherapie

Vor Jahren ist es gelungen, einen gegen das HER2-Protein gerichteten Antikörper zu entwickeln, der die Rezeptorstellen blockiert. Dadurch können die Wachstumssignale nicht mehr an das Zellinnere weitergeleitet werden. Das verlangsamt oder blockiert das Wachstum der Krebszellen. Zusätzlich aktiviert der Antikörper die körpereigene Immunabwehr, indem die Tumorzellen durch die Besetzung ihrer Oberfläche mit dem Antikörper markiert werden. Die Folge: das Immunsystem erkennt die Tumorzellen, greift sie an und zerstört sie.

Bei Patientinnen in einem frühen Erkrankungsstadium konnte gezeigt werden, dass die prophylaktische Gabe von Antikörpern zusätzlich zur Chemotherapie Rückfälle verhindern und so zur Heilung beitragen kann. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Antikörpertherapie allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie oder einer endokrinen Therapie (Antihormontherapie; Therapie mit Aromatasehemmern) angewandt werden. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass auch bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs das Tumorwachstum gebremst werden kann. Bei frühem Brustkrebs wird die Antikörpertherapie ein Jahr lang durchgeführt. Bei metastasiertem Brustkrebs sollte die Behandlung so lange durchgeführt werden, wie das Medikament eine positive Wirkung zeigt und der Krebs gestoppt wird. Sollte die Erkrankung trotz HER2-Antikörpertherapie weiter fortschreiten, gibt es weitere speziell gegen den HER2- Rezeptor gerichtete Behandlungsmöglichkeiten (zum Beispiel mit so genannten „Small Molecules“).

Der HER2-Antikörper kann nur bei HER2-positivem Brustkrebs wirken. Daher wird zunächst der HER2-Status überprüft.