Chemotherapie

Die Chemotherapie ist wie die Strahlentherapie deshalb erfolgreich, weil die verabreichten Medikamente (Zytostatika) vor allem schnell wachsende Zellen, wie die Krebszellen, angreifen. In der Therapie des Brustkrebses kommen mehrere Zytostatika kombiniert in so genannten Schemata zum Einsatz. Der Umgang mit diesen Medikamenten bedarf einer sehr großen Erfahrung, daher sollten sie von einem Spezialisten gegeben werden. Die Chemotherapie wird nach einem strengen Zeitplan in mehreren Zyklen durchgeführt. In einem Zyklus werden die Medikamente in der Regel innerhalb einer Woche verabreicht, danach folgt eine zwei- bis dreiwöchige Pause. Die Anzahl der Zyklen und die Abfolge von Chemo- und Strahlentherapie variieren. Es kommen verschiedene Kombinationen von Chemotherapeutika zum Einsatz. Dies richtet sich nach der Einschätzung der individuellen Situation, bestehend aus Tumorstadium und körperlicher Situation der Patientin, und den neuesten Forschungsergebnissen. So haben sich neben dem früher häufig angewandten CMF-Schema (C = Cyclophosphamid, M = Metothrexat, F = 5-Fluoruracil), heute Chemotherapiekombinationen mit Anthrazyklinen und auch Schemata mit der Wirkstoffklasse der Taxane etabliert. An diesen Schemata wird weltweit intensiv geforscht, das heißt sie werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Typische Begleiterscheinungen einer Chemotherapie sind vor allem Schwäche, Übelkeit und Erbrechen. Unangenehm sind häufig auch die Nebenwirkungen, die darauf beruhen, dass die Behandlung auch gesunde, sich häufig teilende Zellen in Mitleidenschaft zieht. Besonders betroffen sind die Haarfollikel, das Knochenmark und die Schleimhäute. Ein Haarausfall bis zum völligem Haarverlust kann eintreten. Die Haare wachsen aber nach der Behandlung innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder nach. Auch alle anderen akuten Nebenwirkungen verschwinden wieder, wenn keine Zytostatika mehr verabreicht werden. In den letzten Jahren wurde die Behandlung immer weiter optimiert, so dass durch geeignete unterstützende Maßnahmen die Nebenwirkungen weniger belastend sind.

Häufig kann die Chemotherapie ambulant durchgeführt werden, das heißt, nach der Verabreichung kann die Patientin sofort nach Hause.
Neben den üblichen Infusionstherapien gibt es heute in der metastasierten Situation auch hochwirksame Chemotherapien in Tablettenform, durch die häufige Praxis- und Krankenhausaufenthalte vermieden werden können. Der Wirkstoff wird erst im Tumorgewebe in die aktive Substanz umgewandelt und verursacht dadurch weniger Nebenwirkungen.