Diagnose Darmkrebs
Was ist Darmkrebs?
Unter dem Begriff Darmkrebs werden alle bösartigen Tumore des Darms zusammengefasst. Diese können grundsätzlich in jedem Darmabschnitt entstehen, am häufigsten treten aber Tumore des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mastdarms (Rektumkarzinom) auf. Diese werden auch als kolorektale Karzinome bezeichnet.
Darmkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Differenziert man die Erkrankungszahlen nach Geschlechtern, steht der Darmkrebs sowohl bei Männern als auch bei Frauen an zweiter Stelle nach dem Prostatakrebs beziehungsweise Brustkrebs. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkranken jährlich etwa 70.000 Menschen an Darmkrebs, wobei die Anzahl der Neuerkrankungen steigend ist. Männer und Frauen sind dabei etwa gleich häufig betroffen.1

Die häufigsten Krebsarten in Deutschland 2006
Obwohl die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, sterben weniger Betroffene an ihrer Darmkrebserkrankung. Immer mehr Menschen können langfristig mit ihrer Erkrankung leben oder werden sogar komplett geheilt.1
Das durchschnittliche Erkrankungsalter für Darmkrebs liegt bei Männern bei zirka 69 und bei Frauen bei etwa 75 Jahren. Weniger als fünf Prozent der Betroffenen sind jünger als 40 Jahre, wobei es sich in diesen Fällen meist um eine erblich bedingte Form von Darmkrebs handelt.1
In 70 Prozent der Fälle wird die Erkrankung im Alter zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr festgestellt. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr sinnvoll und wichtig, um den Darmkrebs möglichst früh zu erkennen. Zudem können bei einer Darmspiegelung Vorstufen von Darmkrebs schnell und schmerzfrei entfernt werden. Somit kann das Entstehen von Darmkrebs aktiv verhindert werden.1
Zu Beginn der Erkrankung treten bei Darmkrebs nur in seltenen Fällen Symptome auf. Häufig kommt es erst im fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden.
Anzeichen für Darmkrebs können Stuhlunregelmäßigkeiten wie ein Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung oder ein bleistiftdünner Stuhl sein.
Weitere mögliche Symptome sind Blutauflagerungen auf dem Stuhl, krampfartige Bauchschmerzen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit oder Appetitlosigkeit.
Diese Beschwerden können auch Zeichen einer harmloseren Erkrankung wie dem Reizdarm-Syndrom sein. Dennoch sollte, wenn diese Symptome auftreten, ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen der Beschwerden abzuklären.
Wie entsteht Darmkrebs?
Darmkrebs entsteht häufig aus Darmpolypen. Dies sind Wucherungen der Darmschleimhaut, die pilzähnlich in den Darmraum hineinwachsen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Polypen um so genannte gutartige Adenome. In einigen Fällen können sie jedoch zu Darmkrebs entarten.
Etwa zehn Jahre vergehen, bis sich aus einem Adenom ein Karzinom (Adenokarzinom) entwickeln kann. Der eigentliche Beginn der Erkrankung liegt damit meist viele Jahre zurück. Diese Zeitspanne gibt die Möglichkeit, Darmpolypen und frühe Darmkrebsstadien rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen. Daher sind Früherkennungsuntersuchungen besonders wichtig.
Warum sich gutartige Polypen im Laufe der Jahre in bösartige Tumore verwandeln, ist noch unklar. Bekannt sind allerdings einige Risikofaktoren, welche die Entartung der Zellen begünstigen:

Darmkrebs-Neuerkrankungen nach Altersgruppen
Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu. Während unter einem Alter von 40 Jahren nur sehr wenige Menschen an Darmkrebs erkranken, steigt das Erkrankungsrisiko danach deutlich an. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 69 Jahren und bei Frauen bei 75 Jahren.1
Vererbung: Etwa acht Prozent aller Fälle von Darmkrebs hat nachweislich genetische Ursachen.2 Dadurch können diese Arten innerhalb einer Familie weitervererbt werden und gehäuft auftreten. Zu diesen vererbbaren Formen zählen vor allem das Lynch-Syndrom (HNPCC) oder die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP). Weitere Informationen zu den vererbbaren Formen von Darmkrebs und Adressen von Beratungsstellen finden Sie beim Verbundprojekt der Deutschen Krebshilfe „Familiärer Darmkrebs“.
Familiäre Häufung
Bei einem Teil der Darmkrebsfälle beobachtet man eine familiäre Häufung von Darmkrebs oder Darmpolypen. Dies bedeutet, dass in einer
Familie mehrere Personen an Darmkrebs erkrankt sind oder schon in jungen Jahren Darmpolypen entwickelt haben. Ein genetischer Zusammenhang
lässt sich aber wissenschaftlich bisher nicht nachweisen.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn können das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Grund dafür ist eine Entzündung der Darmschleimhaut über einen längeren Zeitraum, die zu bösartigen Zellveränderungen und damit zu Krebs führen kann.
Ob die Ernährung und der Lebensstil einen Einfluss auf das Risiko für Darmkrebs haben, ist Thema zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Es wird vermutet, dass eine Ernährung, die viel Fett und wenig Ballaststoffe enthält, die Entstehung von Darmkrebs fördern könnte. Gleiches gilt für den übermäßigen Genuss von Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. Inwieweit diese Faktoren eine Darmkrebsentstehung tatsächlich beeinflussen können, ist aber nicht geklärt.
Wie funktioniert der Darm?
Die Hauptaufgabe des menschlichen Darms ist die Verdauung. Während die Nahrung den Darm passiert, werden ihr Wasser und Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette), sowie Vitalstoffe (z.B. Mineralien und Vitamine) entzogen und dem Stoffwechsel zugeführt. Der Darm hat insgesamt eine Länge von etwa sechs bis sieben Meter und wird in drei Abschnitte unterteilt:
Der Dünndarm ist etwa vier Meter lang. Er besteht aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum), der direkt an den Magenausgang anschließt, dem Leerdarm (Jejunum) und dem Krummdarm (Ileum), der in den Dickdarm übergeht. Im Dünndarm werden die Nährstoffe aus der Nahrung mithilfe von Enzymen in kleinere Bestandteile zerlegt, die von der Darmschleimhaut aufgenommen und in die Blutgefäße weitergegeben werden. Diese transportieren die Nährstoffe in die Organe des Körpers.
Hauptaufgabe des Dickdarms (Kolon), der etwa 1,5 bis 2 Meter lang ist, ist die Aufnahme von Wasser aus dem Darminhalt. Der Dickdarm verläuft
zuerst auf der rechten Bauchseite aufsteigend (Colon ascendens), dann quer bis zur linken Bauchseite (Colon transversum) und geht danach in
den absteigenden Teil (Colon descendens) über. Die letzten 20 Zentimeter des Dickdarms, die S-förmig verlaufen, werden als Sigmadarm (Colon sigmoideum) bezeichnet.
Der Mastdarm (Rektum) ist der letzte Teil des Darms. In ihm wird der Stuhl gesammelt. Der Schließmuskel, der sich am Ende des Mastdarms befindet, verschließt den Darm nach außen und verhindert eine unwillkürliche Darmentleerung.
Innen wird der Darm von einer Schleimhaut ausgekleidet, in die Drüsen eingelagert sind. Der von diesen Drüsen gebildete Schleim sorgt dafür, dass der Stuhl durch den Darm gleiten kann, neutralisiert die im Speisebrei vorhandene Magensäure und enthält zahlreiche Verdauungsenzyme. Unter der Schleimhaut befindet sich eine Bindegewebsschicht, die Lymph- und Blutgefäße enthält. Diese Schicht wird umschlossen von Muskelfasern. Diese Muskeln sorgen für die Darmbewegungen, die so genannte Peristaltik, welche den Darminhalt vorwärts bewegt.
Quellen:
- Krebs in Deutschland 2005/2006. Hrsg. RKI und GEKID, Berlin 2010
- Schmoll, H.-J., Höffgen, K., Possinger, K.: Kompendium Internistische Onkologie: Standards in Diagnostik und Therapie. Springer, Heidelberg 2006
Was kann Früherkennung leisten?
Obwohl ein gesunder Lebensstil eine vorbeugende Maßnahme sein kann, gibt er keine Garantie, nicht an Darmkrebs zu erkranken. Wird Darmkrebs aber frühzeitig erkannt, kann man die Erkrankung in vielen Fällen heilen. Da bei Darmkrebs meist erst Beschwerden auftreten, wenn er schon weit fortgeschritten ist, sind Früherkennungsuntersuchungen die bedeutendste Waffe gegen die Erkrankung. Werden sie regelmäßig wahrgenommen, können sie das Darmkrebsrisiko um bis zu 90 Prozent verringern.
Meist entsteht Darmkrebs aus zunächst gutartigen Darmpolypen. Eine wichtige Aufgabe der Vorsorge ist es, diese Polypen zu entdecken und zu entfernen, bevor sie bösartig werden können. Im Rahmen der Früherkennung können unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt werden:
Die einfachste Untersuchungsmethode ist die so genannte digitale Rektaluntersuchung. Hierbei tastet der Arzt mit dem Finger den Enddarm über den After aus. Polypen und Tumore im Endteil des Mastdarms können dadurch festgestellt werden. Etwa zwei Drittel der Darmtumore befinden sich aber in höher gelegenen Darmabschnitten, sodass diese Methode meist nur als Voruntersuchung dient.
Aufgrund von Darmpolypen oder Darmtumoren kann es zu Blutungen im Darm kommen. Das Blut wird dann zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. Mit dem so genannten Okkultbluttest kann der Arzt feststellen, ob sich im Stuhl Blut befindet. Dafür wird eine kleine Stuhlprobe genommen und im Labor untersucht, wobei auch für das bloße Auge unsichtbare Blutspuren entdeckt werden können.
Darmpolypen und Darmtumoren bluten allerdings nicht ununterbrochen, das heißt, auch wenn sie vorhanden sind, kann der Okkultbluttest negativ ausfallen. Um mögliche Blutungen festzustellen und das Darmkrebsrisiko zu senken, ist es deshalb wichtig, den Test regelmäßig – nach Möglichkeit einmal pro Jahr – durchführen zu lassen.
Gleichzeitig muss ein positives Resultat beim Okkultbluttest nicht zwangsläufig die Diagnose Darmkrebs bedeuten. Häufig können Blutungen auch andere Ursachen wie z.B. Hämorrhoiden haben. Außerdem können bestimmte Lebensmittel – wie Blutwurst oder rotes Fleisch – und verschiedene Medikamente das Resultat verfälschen.
Die wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung im Rahmen der Früherkennung von Darmkrebs ist die Darmspiegelung. Mit ihr ist es möglich, auch kleinste Veränderungen der Darmwand aufzuspüren.
Bei der Untersuchung wird ein Endoskop über den After in den Darm eingeführt. Auf Wunsch kann vorher ein Beruhigungsmittel gegeben werden, das dafür sorgt, dass man bei diesem Vorgang in der Regel nichts spürt. Das Endoskop besteht aus einem schlauchartigen, flexiblen Gerät mit einer kleinen Kamera. Die Kameraaufnahmen werden an einen Monitor übermittelt, wodurch die Schleimhaut des gesamten Darms auf Veränderungen hin untersucht werden kann.
Werden bei der Darmspiegelung Polypen entdeckt, können diese meist mithilfe einer Schlinge direkt entfernt werden. Außerdem können aus verdächtigen Veränderungen Gewebeproben (Biopsie) entnommen werden, die im Labor auf mögliche Krebszellen untersucht werden. Somit kann das Entstehen von Darmkrebs aktiv verhindert werden.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Alter von 50 bis 55 Jahren die Kosten für einen jährlichen Okkultbluttest. Personen ab 55 Jahren können eine Vorsorge-Darmspiegelung ohne zusätzliche Kosten in Anspruch nehmen. Außerdem wird eine zweite Darmspiegelung frühestens zehn Jahre nach der ersten Untersuchung bezahlt.
Wenn keine Darmspiegelung gewünscht wird, kann man alternativ ab 55 Jahren alle zwei Jahre einen Okkulttest durchführen lassen.
Wenn ein familiäres Risiko für Darmkrebs besteht, sollten Betroffene schon sehr viel früher Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Die Krankenkassen bieten hierfür spezielle Vorsorgeprogramme an.
Wie wird Darmkrebs diagnostiziert?
Verschiedene Untersuchungen können bei einem Verdacht auf Darmkrebs durchgeführt werden, um eine Erkrankung zu bestätigen beziehungsweise auszuschließen und gegebenenfalls das Krankheitsstadium festzustellen. Wurde ein Darmkrebs beispielsweise bei einer Darmspiegelung diagnostiziert, folgen weitere Untersuchungen, die vor allem für die Therapieplanung wichtig sind.
Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs?
Als ersten Schritt der Untersuchung wird Ihr Arzt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch führen. Dabei ist wichtig, welche Beschwerden bei Ihnen auftreten und wie lange diese schon bestehen. Auch mögliche Vorerkrankungen können ein Thema sein, genauso wie eine erbliche Vorbelastung und eventuelle Risikofaktoren. Wenn bei Ihnen Darmkrebs in der Familie schon häufiger aufgetreten ist, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.
Bei der so genannten digitalen Rektaluntersuchung tastet Ihr Arzt über den After Ihren Enddarm mit dem Finger aus. Dabei kann er mögliche Polypen oder Tumore im Endteil des Mastdarms feststellen. Spürt er bei dieser Untersuchung auf der normalerweise glatten Darmschleimhaut kleine Knoten, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
Aufgrund von Darmpolypen oder Darmtumoren kann es zu Blutungen im Darm kommen. Das Blut wird dann zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden.
Dabei kann es sich um sehr kleine Blutmengen handeln, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Mit dem so genannten Okkultbluttest (Hämocculttest)
kann Ihr Arzt auch diese kleinen Blutspuren entdecken.
Ihr Arzt wird Ihnen für den Okkultbluttest drei Testbriefchen mit nach Hause geben. An drei aufeinander folgenden Tagen tragen Sie eine etwa erbsengroße
Menge Stuhl auf das dafür vorgesehene Feld des Testbriefchens auf. Anschließend schicken Sie die Briefchen Ihrem Arzt zu, der die Stuhlproben im Labor
untersuchen lässt.
Ein positives Resultat beim Okkultbluttest muss nicht zwangsläufig Darmkrebs bedeuten!
Häufig haben die Blutungen andere Ursachen wie z.B. Hämorrhoiden. Bestimmte Lebensmittel – wie beispielsweise Blutwurst oder rotes Fleisch – können außerdem das Resultat verfälschen. Deshalb sollten Sie drei Tage vor der Untersuchung diese Lebensmittel nicht mehr zu sich nehmen. Auch verschiedene Medikamente (z.B. manche Schmerzmittel) können Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Sprechen Sie deshalb vor der Untersuchung mit Ihrem Arzt, ob Sie diese Medikamente weiter nehmen sollten.
Die wichtigste und zuverlässigste Untersuchung
bei einem Verdacht auf Darmkrebs ist die Darmspiegelung (Koloskopie), die von einem Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologen) durchgeführt wird. Bei der Darmspiegelung können gleichzeitig Polypen, die Vorstufen von Darmkrebs, entfernt werden.
Eine Darmspiegelung dauert etwa 20 Minuten. Die Untersuchung und auch die Entnahme von Gewebe und Polypen verursachen keine Schmerzen. Damit Sie von der Untersuchung wenig spüren, können Sie vor der Darmspiegelung auf Wunsch ein Beruhigungsmittel bekommen, das Sie in einen leichten Dämmerschlaf versetzt, aus dem Sie kurz nach der Untersuchung wieder aufwachen.
Eine Darmspiegelung kann Ambulant durchgeführt werden, das heißt Sie müssen nur zu der Untersuchung in eine spezialisierte Praxis oder in ein Krankenhaus gehen.
Vor einer Darmspiegelung muss der Darm komplett gereinigt und von Speiseresten befreit werden. Deshalb dürfen Sie 24 Stunden vor der Darmspiegelung nichts mehr essen. Außerdem müssen Sie zwei bis vier Liter einer speziellen Abführlösung trinken, sodass Sie kurz vor der Untersuchung nur noch eine klare Flüssigkeit ausscheiden.
Bei der Darmspiegelung wird ein etwa ein Zentimeter dicker, biegsamer Schlauch (Koloskop) über den After in den Dickdarm bis zum Übergang zum Dünndarm geschoben und anschließend langsam wieder zurückgezogen. Am Kopf des Koloskops sitzt eine Kamera, die Bilder aus dem Darminneren auf einen Bildschirm überträgt.
Stellt der Arzt bei der Darmspiegelung Veränderungen der Darmwand fest, kann mithilfe einer kleinen Schlinge über den Schlauch verdächtiges Gewebe entnommen (Biopsie) und anschließend im Labor auf bösartige Zellen untersucht werden. Auch mögliche Polypen können meist direkt entfernt werden.
Die Virtuelle Darmspiegelung ist ein bildgebendes Verfahren, um das Darminnere zu betrachten und mögliche Veränderungen festzustellen. Dabei wird die Darmspiegelung am Computer mithilfe spezieller Computerprogramme simuliert. Der Arzt kann dann virtuell an einem Monitor durch den Darm navigieren. Eine vorherige Darmentleerung ist aber auch bei dieser Untersuchungsmethode notwendig.
Nachteile der virtuellen Darmspiegelung sind, dass Entzündungen der Darmwand nicht erkannt werden können und dass es nicht möglich ist, Gewebeproben zu entnehmen und vorhandene Polypen gleichzeitig zu entfernen. In der Darmkrebs-Früherkennung ist die klassische Darmspiegelung daher der virtuellen weit überlegen.
Bei der Kapselkoloskopie wird nach einer vorherigen Darmentleerung eine etwa 1 Zentimeter breite und 3 Zentimeter lange Kapsel, die mit zwei Kameras bestückt ist, geschluckt und wandert anschließend durch den Magen-Darm-Trakt, bis sie nach ein paar Stunden wieder ausgeschieden wird. Vor dem Schlucken der Kapsel muss wie bei der klassischen Darmspiegelung der Darm entleert werden.
Auf ihrem Weg durch den Dickdarm überträgt sie jede Sekunde mehrere Bilder auf einen Rekorder, der an einem Gürtel mit sich getragen werden kann. Diese Bilder werden anschließend auf einen Computer übertragen und vom Arzt ausgewertet.
Nachteil der Kapselkoloskopie ist, dass es nicht möglich ist, Gewebeproben zu entnehmen und vorhandene Polypen gleichzeitig zu entfernen. Die klassische Darmspiegelung ist daher im Rahmen der Darmkrebs-Früherkennung der Kapselkoloskopie weit überlegen.
Untersuchungen nach der Diagnose Darmkrebs
Wenn Darmkrebs diagnostiziert wurde, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, die größtenteils dazu dienen, genauere Informationen über den Fortschritt der Erkrankung zu erhalten. Wichtig für die Bestimmung des Krankheitsstadiums ist zum Beispiel die Größe und Ausdehnung des Tumors, ob benachbarte Lymphknoten von Krebszellen befallen sind, ob der Tumor in benachbarte Organe eingewachsen ist oder ob Fernmetastasen vorhanden sind.
Weitere Untersuchungen, die durchgeführt werden können, sind:
Eine Blutuntersuchung liefert dem Arzt wichtige Informationen über den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Körpers und die Funktion einzelner Organe (z.B. Leber oder Nieren). Die Ergebnisse der Untersuchung sind wichtig für die Planung der Therapie von Darmkrebs.
Außerdem können bei einer Blutuntersuchung so genannte Tumormarker bestimmt werden. Dabei handelt es sich um Eiweiße, die von Krebszellen gebildet werden. Der wichtigste Tumormarker bei Darmkrebs ist das Carcino-embryonale Antigen (CEA), das bei vielen Betroffenen erhöht ist. Die Bestimmung der Tumormarker wird vor allem zur Kontrolle des Therapieverlaufs durchgeführt, da die Konzentration des CEA nach der operativen Entfernung des Tumors absinkt. Steigt die Konzentration wieder an, könnte dieses auf ein Wiederauftreten der Erkrankung hinweisen.
Bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann Ihr Arzt mithilfe eines so genannten Schallkopfs, der über die Haut geführt wird, die inneren Organe kontrollieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Organen im Bauchraum (Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse und Nieren) und den dazugehörigen Lymphknoten und Blutgefäßen. Ein möglicher Befall der Lymphknoten mit abgesiedelten Krebszellen oder eventuell vorhandene Metastasen können auf diese Weise entdeckt werden. Eine Spezialform der Ultraschalluntersuchung ist die Endosonographie, bei der der Schallkopf in den Mastdarm eingeführt wird. Der Arzt kann damit beurteilen, wie weit der Tumor in die Darmwand eingewachsen ist.
Mithilfe einer Röntgenuntersuchung des Dickdarms können Veränderungen der Darmwand, wie Polypen, Verdickungen oder Geschwüre festgestellt werden. Da dieses allerdings auch mit einer Darmspiegelung möglich ist und dabei bessere Ergebnisse erzielt werden, wird die Röntgenuntersuchung nur noch selten durchgeführt. Sie kommt vor allem zum Einsatz, wenn eine Darmspiegelung aufgrund von Verengungen nicht möglich ist. Allerdings spielt die Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) bei Darmkrebs eine große Rolle, bei der die Lunge auf Metastasen untersucht wird.
Mithilfe der Computer- (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) kann zum einen die Lage und Ausbreitung eines Tumors beurteilt werden, zum anderen können mögliche Metastasen ausfindig gemacht werden. Die CT arbeitet dabei mit Röntgenstrahlen, die MRT mit Magnetfeldern. Beide bildgebenden Verfahren ermöglichen es, sehr detaillierte Querschnittsaufnahmen des Körpers zu erhalten.
CT und MRT können auch alternativ zu einer Darmspiegelung durchgeführt werden, wenn diese nicht möglich ist.
Was bedeutet die Stadieneinteilung?

Darmkrebs – Therapie abhängig vom Krankheitsstadium
Um genau beschreiben zu können, wie fortgeschritten eine Krebserkrankung ist, bedienen sich Ärzte der so genannten UICC-Stadien der Internationalen Union gegen Krebs (Union Internationale Contre le Cancer). Dieses so genannte "Staging" stellt eine Art Charakterisierung des Tumors dar und ist entscheidend für die Wahl der geeigneten Therapie.
Die Einteilung geschieht sowohl vor der Operation (präoperativ) durch bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie, als auch nach Entfernung des Tumors durch eine Untersuchung des entnommenen Gewebes im Labor.
Was bedeuten die Stadien?
Für Frühformen von Darmkrebs, bei denen die Krebszellen nicht ins Gewebe eingewachsen sind, wird die Einstufung "Stadium 0" verwendet. Als Therapie ist eine operative Entfernung des Tumors ausreichend.
Ein Tumor im Stadium I ist entweder auf die Darmschleimhaut beschränkt oder höchstens bis in die Muskelschicht der Darmwand eingewachsen. Lymphknoten sind nicht beteiligt und es existieren keine Fernmetastasen. Als Therapie ist meist eine Operation ausreichend.
Tumore im Stadium II haben ebenfalls noch nicht in Lymphknoten oder entfernte Organe gestreut. Sie haben die äußere Schicht der Darmwand erreicht oder sogar durchbrochen und sind ins Bauchfell oder in umliegende Organe oder Gewebe eingewachsen. In der Regel reicht in diesem Stadium bei Dickdarmkrebs eine Operation aus. Bei bestimmten Risikosituationen kann zusätzlich eine Nachbehandlung mit einer Chemotherapie (adjuvante Chemotherapie) notwendig sein. Bei Mastdarmkrebs wird ergänzend zur Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt.
Das Stadium III umfasst Tumore aller Ausdehnungen. Ihnen gemeinsam ist aber, dass zusätzlich benachbarte Lymphknoten von Krebszellen befallen sind. Um in diesem Stadium das Risiko eines Wiederauftretens des Tumors nach der Operation zu verringern, wird anschließend in der Regel bei Dickdarmkrebs eine Chemotherapie und bei Mastdarmkrebs in der Regel eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt.
Werden Fernmetastasen gefunden, handelt es sich um eine Erkrankung in Stadium IV. In diesem Stadium wird eine Operation nur bei Beschwerden oder, wenn einzelne Metastasen und der Tumor vollständig entfernt werden können, durchgeführt. Medikamentöse Therapien sollen die Lebenszeit bei einer möglichst hohen Lebensqualität verlängern.

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