Grundlagen
Darmkrebs (kolorektales Karzinom) die häufigste bösartige Tumorerkrankung beiderlei Geschlechts in Deutschland. In den letzten Jahren wurde diese Erkrankung intensiv erforscht: Dabei konnten viele neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Gene bei der Krebsentstehung gewonnen werden. Neben der Operation und der Bestrahlung (beim Mastdarmkrebs) bleibt die Chemotherapie nach wie vor die Behandlungsmöglichkeit der Wahl. Außerdem ist es wichtig, Darmkrebs möglichst früh im Rahmen der Krebsvorsorge zu erkennen.
Einer der häufigsten Tumoren weltweit
Darmkrebs wird in der Fachsprache auch als kolorektales Karzinom
bezeichnet.
In der Krebs-Todesfall-Statistik steht der Darmkrebs an zweiter
Stelle (nach dem Lungenkrebs beim Mann und dem Brustkrebs bei der
Frau). 2000 verstarben bundesweit etwa 29.000 Menschen an dieser
bösartigen Geschwulst und über 65.000 Menschen erkrankten
daran.
Häufigkeit bösartiger Tumoren in Deutschland 2004

Quelle: Robert Koch-Institut, 2004. * Einschließlich bösartiger Neubildungen in situ und Neubildungen unsicheren Verhaltens.
In welchem Alter kann man erkranken?
Nur 5% der Patienten sind jünger als 40 Jahre. Ab diesem
Alter tritt der Darmkrebs dann jedoch verstärkt auf und hat
seinen Häufigkeitsgipfel zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.
70% der Darmkrebserkrankungen werden zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr
festgestellt. Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr für
die gesamte Bevölkerung sind daher sinnvoll und wichtig. Erfreulicherweise
hat die Sterblichkeit an Darmkrebs in den letzten 40 Jahren abgenommen.
Auch die Neuerkrankungsraten weisen keinen weiteren Anstieg mehr
auf. Dies ist auf die Verbesserungen in der Behandlung, vor allem
aber auf die Maßnahmen zur Früherkennung zurückzuführen.
Was kann man zur Vorsorge unternehmen?
Bis vor kurzem war die jährliche Untersuchung auf verstecktes
Blut im Stuhl (z.B. mit dem hemo FEC® Test) das einzige von
den Krankenkassen bezahlte Vorsorgeverfahren. Mit dieser Untersuchungstechnik
gelang es durchschnittlich ein Drittel der Erkrankungen zu verhindern.
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten ab dem 56. Lebensjahr aber auch die Kosten für eine komplette vorsorgliche Darmspiegelung.
Werden bei dieser Spiegelung Darmpolypen, die eventuelle Krebsvorstufen
sind, gefunden und entfernt, wird eine Wiederholungsuntersuchung
nach drei Jahren empfohlen. Ist die erste Darmspiegelung unauffällig,
sollte nach 10 Jahren eine erneute Darmspiegelung durchgeführt
werden. Durch diese Maßnahme kann das individuelle Erkrankungsrisiko um 90% gesenkt werden.
|
Dickdarmkrebs ist weltweit sowohl bei Frauen als auch bei Männern der zweithäufigste bösartige Tumor.
Dank verbesserter Therapieoptionen ist die Zahl der Todesfälle nach Darmkrebserkrankung - trotz einer leicht gestiegenen Zahl an Neuerkrankungen - in den letzten Jahren rückläufig.
Drucken
Bookmark
