Wirkung und Verabreichung von Bisphosphonaten
Bisphosphonate sind die derzeit aktivsten Hemmer des Knochenabbaus. Die therapeutische Wirkung beruht auf der hohen Bindungsstärke an die Kalzium-Phosphat-Kristalle im Knochen. Die Folge ist eine Hemmung des Knochenabbaus.

Aktuell werden drei Wirkmechanismen diskutiert:
- Die direkte Hemmung der knochenabbauenden Zellen, nachdem diese das an den Knochen gebundene Bisphosphonat aufgenommen haben.
- Die indirekte Hemmung der Osteoklasten durch eine Verminderung ihrer Stimulierung durch andere Zellen (z. B. der knochenaufbauenden Osteoblasten).
- Die Reduktion der Anzahl der knochenabbauenden Zellen durch Hemmung ihrer Bildung und/oder durch Verkürzung ihrer Lebensdauer.
Liegen Knochenmetastasen vor, umgeben Bisphosphonate den Knochen wie eine Schutzschicht (Quelle: Roche)
Bisphosphonate können sowohl oral (z. B. Ibandronat) als auch intravenös verabreicht werden. Welche Darreichungsform angebracht ist, wird im Einzelfall vom Arzt gemeinsam mit dem Patienten entschieden. Tabletten eignen sich eher für die selbstständige Einnahme über eine längere Zeit und zu Hause. Infusionen sind in der Regel für die Behandlung im Krankenhaus und für Patienten gedacht, die starke Beschwerden oder einen stark erhöhten Kalziumspiegel im Serum haben.
In jeden Fall empfiehlt sich eine regelmäßige Einnahme der Bisphosphonate über einen längeren Zeitraum. Studien haben gezeigt, dass durch die kontinuierliche orale Einnahme die Knochenzerstörung effektiv gehemmt wird. Bisphosphonate verbleiben lange im Skelett und sind daher auch in niedriger Dosierung wirksam.
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