Grundlagen
Krebsarten, die häufig Knochenmetastasen bilden, sind Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs und Nierenzellkrebs. Auch eine Form des Blutkrebses, das Plasmozytom (Multiples Myelom) führt zu Störungen des Knochenstoffwechsels. Um die Bildung von Knochenmetastasen zu verstehen, muss man die Grundlagen der Auf- und Abbauvorgänge im Knochen kennen.
Der Knochen ist ein Organ, das ständigen Auf- und Abbauvorgängen unterworfen ist, um sich wechselnden Anforderungen anzupassen. Pro Jahr werden 8% des gesamten Skelettes erneuert. Dabei arbeiten knochenaufbauende Zellen (Osteoblasten) und knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) in aufeinander abgestimmten Regelkreisen. Zwischen Auf- und Abbauvorgängen herrscht normalerweise ein Gleichgewicht.
Die Knochen sind im Inneren aus einem komplizierten Geflecht von Knochenbälkchen aufgebaut, die so angeordnet sind, dass sie den Zug- und Druckwirkungen, denen der Knochen ausgesetzt ist, optimal standhalten können.
Der Knochenaufbau ist vergleichbar mit den Streben eines Baukrans; auch sie sind so angebracht, dass sie Lasten am besten abfangen können.
Zwischen den Bälkchen im Knocheninneren befindet sich das Knochenmark. Hier erfolgt in den großen Knochen des Körpers die Bildung neuer Blutzellen, eine lebenswichtige Aufgabe.
Eine ständige Versorgung mit Nährstoffen, darunter auch mit dem für die Knochenhärte wichtigen Kalzium, erfolgt über ein ausgedehntes Blutversorgungssystem.
Eine der häufigsten Komplikationen von Krebserkrankungen ist die Abtrennung von Tumorzellen, die dann in anderen Organen so genannte Absiedlungen
(Metastasen)
bilden können. Diese Tumorzellen wandern über die Blutgefäße und können so auch in das
Innere der Knochen gelangen. Je nach Ausgangstumor (Primärtumor) besteht eine unterschiedlich starke Neigung
dieser Zellen, sich dort festzusetzen und weiterzuvermehren. Eine sogenannte Tumorosteopathie ist die Folge.
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