Tumorbedingte Hyperkalzämie
Kalzium ist in sehr großen Mengen im Knochen vorhanden. Störungen des Blutkalziumspiegels beruhen daher häufig auf Störungen des Knochenstoffwechsels. Bei der Hyperkalzämie befindet sich zuviel Kalzium im Blut. Tumoren können durch Metastasierung oder Produktion hormonähnlicher Botenstoffe einen vermehrten Knochenabbau und damit eine vermehrte Kalziumfreisetzung bewirken.
Da Kalzium mit dem Blut durch den ganzen Körper gelangt und als Elektrolyt in zahlreiche Zellvorgänge eingreift, können bei Anstieg des Serumkalziums über einen Wert von 3 mmol/l (Millimol pro Liter) Störungen an den unterschiedlichsten Organen (Magen-Darm-Trakt, Nervensystem, Nieren) auftreten.
Im Vordergrund stehen Symptome wie:
- Müdigkeit, Antriebslosigkeit, psychische Veränderungen (zentrales Nervensystem)
- Übelkeit oder Verstopfung (Magen-Darm-Trakt)
- Vermehrter Durst und vermehrtes Wasserlassen (Niere)
Der Schweregrad einer Hyperkalzämie und damit der Symptome hängen vom Serumkalziumgehalt ab. Bei ansteigenden Spiegeln kann es zu Symptomen an Herz (Rhythmusstörungen), Niere (Wasserverlust, Nierenversagen, Bildung von Nierensteinen), Magen-Darm (Erbrechen, Magengeschwüre und Bauchspeicheldrüsenentzündungen) und zu fortschreitenden neurologischen Störungen mit Muskelschwäche, Verhaltensveränderungen und Bewusstseintrübung bis zum Koma kommen.
An erster Stelle steht auch hier eine Therapie, die gegen den Ausgangstumor gerichtet ist (Chemotherapie, Bestrahlung, eventuell auch Operation).
Da es bei Hyperkalzämie oft zu sehr ausgeprägten Flüssigkeitsverlusten kommt, ist die Flüssigkeitsergänzung die wichtigste Akutmaßnahme.
Zur weiteren Senkung des Kalziumspiegels werden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Hemmung des Knochenabbaus bzw. Kalziummobilisierung: Die effektivsten Wirkstoffe hierfür sind die Bisphosphonate.
- Steigerung der Ausscheidung von Kalzium mit dem Urin: Dies geschieht durch Gabe von viel Flüssigkeit, eventuell auch als Infusion, und durch die zusätzliche Gabe von Diuretika, die Kalzium mit ausschwemmen.
- Reduktion der Kalziumzufuhr durch die Nahrung und Senkung der Kalziumaufnahme: Hierzu kann neben einer entsprechenden Diät die Gabe von Kortisonpräparaten, die die Kalziumaufnahme mindern, sinnvoll sein.
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