Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten?

Stadieneinteilung der Non-Hodgkin-Lymphome
Das Wichtigste auf einen Blick

Damit der Arzt die für Sie und Ihre Erkrankung am besten geeignete Behandlung auswählen kann, muss er zunächst wissen, welche Form des Non-Hodgkin-Lymphoms bei Ihnen vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Dazu sind verschiedene Untersuchungen notwendig.

Ärzte unterscheiden bei den Non-Hodgkin-Lymphomen je nach Ausbreitungsgrad vier Stadien.

Tab. 1: Stadieneinteilung der Non-Hodgkin-Lymphome.

Stadium I

Befall einer einzigen Lymphknotenregion

Stadium II

Befall von zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells

Stadium III

Befall von Lymphknotenregionen oberhalb und unterhalb des Zwerchfells

Stadium IV

Diffuser, ausgedehnter Befall von Organen außerhalb des lymphatischen Systems mit oder ohne vergrößerte Lymphknoten

In einigen Fällen beginnt die Erkrankung nicht in den Lymphknoten, sondern in einem Organ außerhalb der Lymphknoten. Falls nicht lymphatisches Gewebe wie Haut, Lunge oder Skelett von der Erkrankung betroffen ist, wird dies durch Hinzufügen des Buchstabens „E“ gekennzeichnet. E steht für „extranodal“ (außerhalb eines Lymphknotens liegend). „Stadium IE“ bedeutet dann beispielsweise, dass ein einziges nicht lymphatisches Organ von der Erkrankung betroffen ist.

Viele Patienten leiden auch unter Allgemeinsymptomen, die sehr unspezifisch sind und auch bei harmloseren Erkrankungen vorkommen können. Zu den Allgemeinsymptomen gehören:

  • Fieber > 38 °C
  • Nachtschweiß
  • Gewichtsabnahme (Verlust von mehr als 10% des Ausgangsgewichts in den vergangenen sechs Monaten)

Diese Allgemeinsymptome werden auch als „B-Symptome“ bezeichnet. Falls bei Ihnen Allgemeinsymptome vorliegen, wird Ihr Arzt dies bei der Therapieplanung berücksichtigen.

Die Stadieneinteilung ist nicht nur für die Planung der Behandlung wichtig – sie erlaubt dem Arzt auch eine ungefähre Einschätzung des Krankheitsverlaufs, der Prognose. Stadium I und II gelten im Allgemeinen als frühe Stadien, Stadium III und IV werden als fortgeschrittene Stadien bezeichnet. Doch selbst wenn ein fortgeschrittenes Stadium vorliegt, besteht kein Grund zur Resignation, da heute z. B. mit der Antikörpertherapie effektive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen unterscheidet man vier Krankheitsstadien.
  • Auch für die fortgeschrittenen Krankheitsstadien III und IV gibt es heute wirksame Therapiemöglichkeiten.