Wie funktioniert unser Lymphsystem?

Das lymphatische System ist wesentlicher Bestandteil des Immunsystems unseres Körpers. Als solcher spielt es eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze sowie bei der Bekämpfung von Krebs.

Wie das Blutgefäßsystem, so ist auch das Lymphsystem ein Kreislaufsystem. Anstelle von Blut fließt aber eine klare Flüssigkeit, die als Lymphe bezeichnet wird („lymphe“ bedeutet auf griechisch „klares Wasser“). Unser Körper bildet jeden Tag ungefähr zwei Liter Lymphe. Das Lymphsystem dient als körpereigenes „Drainagesystem“ und transportiert Nährstoffe, Zelltrümmer und Stoffwechselprodukte durch den Körper. Darüber hinaus – und das ist wesentlich für seine Funktion als Teil unseres Abwehrsystems – enthält die Lymphflüssigkeit bestimmte weiße Blutkörperchen (die so genannten Lymphozyten), die für die Abwehr von Krankheitserregern von Bedeutung sind.

Lymphbahnen: fast überall im Körper

Das Lymphsystem besteht aus verschiedenen Komponenten. Es umfasst:

  • die Lymphgefäße (Lymphbahnen)
  • die Lymphknoten (Lymphdrüsen)
  • die Milz
  • das lymphatische Gewebe in den Mandeln, dem Thymus und im Knochenmark
  • das lymphatische Gewebe in Rachen, Lunge und Dünndarm

Die Lymphgefäße verlaufen durch die Lymphknoten. Diese dienen als Filter, die Krankheitserreger abfangen bzw. tatsächlich „rausfiltrieren“. Die Lymphknoten sind bohnenförmig und normalerweise wenige Millimeter bis etwa einen Zentimeter groß. Häufig sind sie in Gruppen angeordnet. So finden sich große Lymphknotengruppen beispielsweise am Hals, in den Achselhöhlen und in den Leistenbeugen.

Lymphknotenschwellungen

Wenn sich irgendwo im Körper eine Infektion entwickelt, werden zunächst die nächstgelegenen Lymphknoten größer und druckempfindlich. Dies ist der Fall, wenn sich z. B. bei einer Rachenentzündung geschwollene Lymphdrüsen am Hals entwickeln. Die Lymphflüssigkeit aus dem Rachen wird in die Lymphknoten am Hals abgeleitet, wo die Krankheitserreger vernichtet und daran gehindert werden, sich im Körper weiter auszubreiten.

Lymphknotenschwellungen können aber auch das Symptom {Page 1400} einer bösartigen Erkrankung sein und beispielsweise auf ein Non-Hodgkin-Lymphom hindeuten.

Rolle der T- und B-Lymphozyten

Es gibt zwei Haupttypen von Lymphozyten:

  • T-Lymphozyten (T-Zellen)
  • B-Lymphozyten (B-Zellen)

Wie alle Blutzellen, entwickeln sich auch die Lymphozyten im Knochenmark. Sie entstehen aus den so genannten Stammzellen. Sowohl T-Lymphozyten als auch B-Lymphozyten sind zentrale Bestandteile unseres Immunsystems. Als solche spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Erkennung und Vernichtung von infektiösen Keimen wie Bakterien und Viren.

Unter normalen Bedingungen sind die meisten im Körper zirkulierenden Lymphozyten T-Zellen. Sie erkennen krankhaft veränderte Körperzellen (z. B. Zellen, die von einem Virus infiziert sind) und machen sie unschädlich.

B-Zellen erkennen körperfremde Zellen und Fremdstoffe, beispielsweise Bakterien, die in den Körper eingedrungen sind. Kommen B-Lymphozyten mit Fremdproteinen in Kontakt (z. B. auf der Oberfläche von Bakterien), bilden sie Antikörper, die sich dann an die Oberfläche der körperfremden Zelle heften und bewirken, dass der „Eindringling“ vernichtet wird.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Das Lymphsystem spielt bei der Bekämpfung von Infektionen und anderen Erkrankungen eine entscheidende Rolle.
  • Die Lymphflüssigkeit durchströmt das lymphatische System und transportiert u.a. die Lymphozyten (weiße Blutzellen), die den Körper vor Krankheiten schützen.
  • Die Lymphknoten sind für die Filtration der Lymphe einer Körperregion zuständig.
  • T-Lymphozyten und B-Lymphozyten sind zentrale Bestandteile des Abwehrsystems unseres Körpers.

 


Abb. 1: Lymphgefäße und Lymphknoten.
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Abb. 2: Aufbau eines Lymphknotens.
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