Welche Untersuchungen sind notwendig?
| Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) |
| Körperliche Untersuchung |
| Labordiagnostik |
| Bestimmung von CD-Proteinen |
| Biopsie |
| NHL bestätigt – wie geht es weiter? |
| Das Wichtigste auf einen Blick |
Besteht bei Ihnen der Verdacht, dass ein malignes Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) vorliegen könnte, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen einleiten. So kann er abklären, ob es sich tatsächlich um ein NHL handelt und falls ja, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und bringen nur wenige Unannehmlichkeiten mit sich. Die sorgfältige und exakte Diagnostik ist aber sehr wichtig, weil von ihr das weitere Vorgehen und die Art der Behandlung abhängen.
In der Regel werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte)
Der Arzt fragt Sie zunächst nach Art und Dauer Ihrer Beschwerden. So können bei einem Non-Hodgkin-Lymphom Symptome wie Lymphknotenschwellungen, Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Hautblutungen und unbeabsichtigter Gewichtsverlust auftreten. Darüber hinaus ist es für den Arzt wichtig, Ihre Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Fragen zu etwaigen Vorerkrankungen, früheren Operationen und zum Lebensstil gehören ebenfalls zur Erhebung der Anamnese.
- Körperliche Untersuchung
Beim Verdacht auf NHL wird der Arzt sehr sorgfältig alle Stellen abtasten, an denen zahlreiche Lymphknoten liegen, z. B. Hals, Achselhöhlen und Leiste. Außerdem achtet er darauf, ob Leber und Milz vergrößert tastbar sind und ob Zeichen für Infekte oder Blutungen vorliegen. Schließlich sieht sich der Arzt Mundhöhle und Rachen genau an und prüft die Reflexe.
- Labordiagnostik
Wichtig ist eine umfassende Blutuntersuchung, bei der u. a. die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und das Mengenverhältnis der Leukozyten (Lymphozyten, Monozyten, Granulozyten) zueinander bestimmt wird.
- Bestimmung von CD-Proteinen
Eine recht neue Diagnosemethode ist die Bestimmung von Oberflächenstrukturen auf den Krebszellen. Diese Merkmale werden systematisch in Gruppen erfasst und als „Cluster of Differentiation“ (CD) bezeichnet (Cluster = Gruppe). Es sind derzeit weit über 100 CD-Proteine bekannt. Da Art und Kombination sowie Menge dieser CD-Proteine typisch für bestimmte Lymphomarten sind, lassen sich die einzelnen Formen mit Hilfe dieser Methode sehr gut charakterisieren. Aber auch im Hinblick auf die Therapie sind diese CD-Proteine von Bedeutung, da gegen bestimmte Merkmale wie z. B. CD 20 oder CD 52 Antikörper entwickelt wurden, die Krebszellen mit diesen Strukturen gezielt ansteuern und vernichten können.
- Biopsie
Bei Verdacht auf NHL muss Lymphknotengewebe mikroskopisch (histologisch) untersucht werden. Dazu muss in der Regel ein vergrößerter Lymphknoten chirurgisch entnommen werden. Da auch das Knochenmark von einem Non-Hodgkin-Lymphom betroffen sein kann, wird mit einer Spezialnadel und unter örtlicher Betäubung Knochenmark entnommen – meist am Beckenkamm, manchmal auch aus dem Brustbein.
NHL bestätigt – wie geht es weiter?
Bestätigt sich durch die Biopsie der Verdacht auf ein NHL, sind weitere Untersuchungen notwendig um festzustellen, welches Stadium der Erkrankung vorliegt (Staging). Das ist für die Therapieplanung von Bedeutung. Wie weit sich die Erkrankung im Körper bereits ausgebreitet hat, kann der Arzt anhand folgender Untersuchungen herausfinden:
Röntgenaufnahmen der Brust: Hier können Lymphknotenvergrößerungen im Brustraum erkannt werden.
Ultraschall der Bauchorgane: Mit dieser Untersuchung kann die Größe von Milz und Leber untersucht werden. Auch vergrößerte Lymphknoten sind manchmal im Bauchraum nachweisbar.
Computertomographie: Noch genauer können innere Organe und tief liegende vergrößerte Lymphknoten mit Hilfe der Computertomographie dargestellt werden.
Je nach Fall müssen weitere Untersuchungen wie Kernspintomographie oder Leberpunktion durchgeführt werden.
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