Angst und Sorgen in den Griff bekommen

Wann brauchen Sie professionelle Hilfe?
Das Wichtigste auf einen Blick

Die Angst vor dem Krebs bzw. vor einer möglichen Wiedererkrankung verbindet alle Lymphompatienten. Auch wenn die Therapie erfolgreich überstanden ist, erleben viele Betroffene immer wieder Ängste, z. B. dann, wenn eine Nachsorgeuntersuchung ansteht oder wenn man voller Anspannung auf Untersuchungsergebnisse wartet.

Ängste sind eine völlig normale Reaktion auf die bedrohliche Diagnose „Krebs“. Sie können diese seelische Belastung nicht einfach abstellen, aber es gibt Strategien, die Ihnen bei der Angstbewältigung helfen:

  • Akzeptieren Sie Ihre Angst. Sie ist Folge Ihrer Erkrankung und eine ganz normale seelische Reaktion. Wenn Sie Ängste zulassen oder voller Skepsis an Ihre Zukunft denken, bedeutet das nicht, dass Sie einem Rückfall der Erkrankung den Weg ebnen. Diese Sorge mancher Betroffener ist völlig unbegründet.
  • Oft wird Angst als übermächtiges, allumfassendes Gefühl erlebt. Versuchen Sie, die Angst zu konkretisieren und einzugrenzen: Was genau macht Ihnen Angst?
  • Es kann beängstigend sein, wenn Sie weder über Ihre Erkrankung noch über die Behandlung genau Bescheid wissen. Dann fühlen Sie sich rasch ausgeliefert, passiv und hilflos. Sammeln Sie also Informationen über Ihre Lymphomerkrankung und den Umgang mit eventuellen Beschwerden, und fragen Sie gleich nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
  • Reden Sie über Ihre Ängste. Mit Ihrem Arzt, mit Menschen, die Ihnen nahe stehen oder in der Selbsthilfegruppe mit Gleichbetroffenen, die bereits Erfahrung im Umgang mit dem Krebs haben. Wenn Sie über Ihre Nöte sprechen und sich verstanden fühlen, mildert das nicht nur die Angst – es schafft auch ein Vertrauensverhältnis zu dem Menschen, mit dem Sie Ihre Gefühle teilen.
  • Geben Sie Ihren Ängsten ein Ventil. Denn in Angstsituationen stehen Sie regelrecht „unter Dampf“. Reden kann helfen, aber auch Weinen oder Schreien. Oder körperliche Aktivität wie Laufen und Radfahren.
  • Holen Sie sich Unterstützung von Ihrem Partner, von Familienmitgliedern und Freunden. Die Nähe vertrauter und geliebter Menschen kann ein großer Trost für Sie sein und Ihre Angst mildern. Wenn Sie sich vor dem nächsten Nachsorgetermin fürchten, nehmen Sie eine Begleitperson mit, die Ihnen „den Rücken stärkt“.
  • Knüpfen Sie sich ein Netz von Menschen, mit denen Sie sich über die Erkrankung und die Alltagsbewältigung austauschen können. Das kann eine Selbsthilfegruppe sein, Menschen, die Sie in der Nachsorgeklinik kennen gelernt haben, oder auch Internetkontakte.
  • Wenn Sie unter starker innerer Anspannung stehen, können Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga, meditatives Tanzen und autogenes Training Abhilfe schaffen.
  • Die Beschäftigung mit philosophischen oder religiösen Fragen gibt vielen Betroffenen Halt und hilft ihnen bei der Beantwortung der Frage, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist.

Wann brauchen Sie professionelle Hilfe?

In manchen Fällen ist es für Lymphompatienten und ihre Familien schwierig, allein mit den Belastungen der Krebserkrankung fertig zu werden. Dann kann die Unterstützung psychoonkologisch ausgebildeter Fachkräfte sehr hilfreich sein. Psychoonkologen sind meist Psychologen, manchmal aber auch Sozialpädagogen oder Ärzte, die hauptberuflich mit Krebspatienten arbeiten. Sie sind in Akutkliniken, Tumorzentren, in Beratungsstellen, Krebs-Nachsorgekliniken oder in ambulanten psychologischen Praxen tätig. Sie sollten sich um professionelle Unterstützung bemühen, wenn folgende Probleme Sie belasten:

  • Große Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung
  • Ausgeprägte Ängste
  • Schlafstörungen, wiederkehrende belastende Träume
  • Gefühl der Sinnlosigkeit, Selbstmordgedanken
  • Partnerschaftsprobleme, Kommunikationsschwierigkeiten
  • Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Ängste sind eine völlig normale seelische Reaktion auf die Diagnose „Krebs“.
  • Es ist gut, wenn Sie über Ihre Ängste sprechen können.
  • Bewegung oder Entspannungstechniken helfen, wenn Sie unter starker innerer Anspannung stehen.
  • Bei schwerer und anhaltender psychischer Belastung ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.