Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
| Strahlentherapie |
| Chemotherapie |
| Antikörpertherapie |
| Zytokintherapie |
| Das Wichtigste auf einen Blick |
Jede wirksame Therapie kann zu unerwünschten Wirkungen führen. Dies trifft auch für die Behandlung der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) zu. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Nebenwirkungen der Lymphomtherapie. Die beschriebenen Nebenwirkungen können, müssen aber nicht unbedingt auftreten. Dass bei Ihnen alle genannten unerwünschten Wirkungen vorkommen, ist äußerst unwahrscheinlich! Sollten bei Ihnen eine oder mehrere der genannten Nebenwirkungen auftreten, wenden Sie sich bitte unbedingt an den Sie behandelnden Arzt.
Bei der Strahlentherapie werden so genannte ionisierende Strahlen auf die betroffene Körperregion gelenkt, um die Lymphomzellen zu zerstören. Da die Strahlen auch auf gesunde Zellen einwirken, lassen sich Nebenwirkungen nicht immer vermeiden.
Schleimhautschwellungen in Mund, Speiseröhre und Darm können manchmal zu Geschmacksstörungen oder Durchfall führen. Wenn das blutbildende Knochenmark der Beckenknochen und der Wirbelsäule im Strahlenfeld liegt, kann eine erhöhte Infektanfälligkeit resultieren. In sehr seltenen Fällen tritt schon während der Bestrahlung eine akute Strahlenreaktion auf („Strahlenkater“ mit Müdigkeit, Übelkeit und grippeartigen Symptomen).
In einigen Fällen kann eine Strahlentherapie in gesundem Körpergewebe Spätfolgen verursachen, beispielsweise narbige Veränderungen. Ganz selten treten Jahre bis Jahrzehnte nach der Bestrahlung Zweittumoren auf.
Bei der Chemotherapie werden Zytostatika verabreicht, Medikamente, die Krebszellen abtöten oder die Zellteilung verhindern. Leider wirken Zytostatika nicht nur auf Krebszellen, sondern auch auf gesunde Zellen und können unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Das betrifft vor allem folgende Gewebe:
- Schleimhäute in Mund und Darm (Übelkeit, Durchfall)
- Haarwurzeln (Haarausfall)
- Blutbildende Zellen des Knochenmarks
Wird das Knochenmark beeinträchtigt, können gehäuft Infekte (Fieber), aber auch Störungen der Blutgerinnung und Blutungen auftreten.
Diese „akuten“ Nebenwirkungen treten meist nicht sofort, sondern einige Stunden bis Tage nach der Chemotherapie auf. Über die speziellen Nebenwirkungen der Medikamente, die Sie bekommen, wird Ihr Arzt Sie informieren. Viele der genannten unerwünschten Wirkungen lassen sich mit entsprechenden Begleitmedikamenten beheben oder zumindest lindern.
Seit einigen Jahren steht für bestimmte NHL-Formen die Antikörpertherapie mit Rituximab zur Verfügung. Rituximab ist allgemein ein sehr gut verträgliches Medikament, das bei der Mehrzahl der Patienten keine oder nur sehr geringe Nebenwirkungen hervorruft. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Fieber und Schüttelfrost. Übelkeit, Schwäche oder Kopfschmerzen werden weniger häufig beschriebenen. Durch entsprechende Begleitmedikamente können diese unerwünschten Wirkungen weitgehend vermieden werden.
Bei der ersten Rituximab-Infusion können milde oder mäßig ausgeprägte Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, die jedoch bei der zweiten und bei späteren Rituximab-Infusionen wesentlich seltener beobachtet werden. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.
Zytokine wie z. B. Interferon können das Immunsystem gezielt gegen Krebszellen aktivieren. Allerdings ist die Zytokintherapie relativ häufig mit unerwünschten Wirkungen wie grippeähnliche Beschwerden, Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen, Knochenschmerzen und Blutbildveränderungen verbunden.
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