Welche Behandlung kommt in Frage?
Die Therapie des follikulären Non-Hodgkin-Lymphoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.
Rund 15 bis 20% der follikulären Lymphome werden in den frühen Stadien I und II entdeckt. Diese Patienten profitieren von einer Strahlentherapie. Damit kann bei 50 bis 80% der Patienten eine langfristige Krankheitsfreiheit oder sogar eine Heilung erreicht werden.
Follikuläres Lymphom Stadium III und IV
Wenn das follikuläre Lymphom im Stadium III oder IV entdeckt wird, muss es nicht unbedingt sofort behandelt werden. Eine Therapie wird erst dann erforderlich, wenn der Patient über Beschwerden klagt oder die Erkrankung eindeutig fortschreitet. Auch wenn Allgemeinsymptome – Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme – vorliegen, sollte mit einer Behandlung begonnen werden.
Zur Chemotherapie von follikulären Lymphomen im Stadium III oder IV werden in der Regel verschiedene Zytostatika kombiniert. Zytostatika verhindern die Zellteilung der Krebszellen oder sie beeinflussen den Stoffwechsel der Krebszellen, so dass diese zugrunde gehen. Bewährt haben sich z. B. folgende Zytostatika-Kombinationen:
- Cyclophosphamid, Vincristin, Prednison (CVP-Schema)
- Cyclophosphamid, Vincristin, Prednison, Adriamycin (CHOP-Schema)
- Bendamustin
- Mitoxantron, Cyclophosphamid, Prednison (MCP-Schema)
Bessere Ergebnisse durch Antikörpertherapie
In der Regel wird die Chemotherapie des fortgeschrittenen follikulären Lymphoms durch eine Behandlung mit dem Antikörper Rituximab ergänzt. Große Studien haben ergeben, dass die Behandlungsergebnisse deutlich besser sind, wenn Chemo- und Antikörpertherapie kombiniert werden.
Rituximab ist für folgende Situationen in der Behandlung des follikulären Lymphoms zugelassen:
- Erst-Behandlung: Rituximab ist in Kombination mit einer Chemotherapie für Patienten mit follikulärem Lymphom im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Große klinische Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mit Rituximab und Chemotherapie behandelt wurden, häufiger und besser auf die Behandlung ansprachen, länger krankheitsfrei blieben und vor allem deutlich bessere Überlebensaussichten hatten als Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden.
- Rezidiv-Behandlung: Rituximab ist für die Behandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom im fortgeschrittenen Stadium zugelassen, die auf eine Chemotherapie nicht ansprechen oder die nach einer Chemotherapie einen Rückfall erleiden. Studien haben ergeben, dass auch bei diesen Patienten die Ergänzung der Chemotherapie mit Rituximab zu einer bedeutenden Lebensverlängerung bei gleichzeitiger Verbesserung der Ansprechraten führt.
- Erhaltungstherapie: Rituximab ist außerdem für die so genannte Erhaltungstherapie bei Patienten mit wiederauftretendem Lymphom zugelassen, die zuvor auf eine Chemotherapie angesprochen hatten. Diese wenig zeitaufwändige Therapie verbessert die Überlebensaussichten und ist in der Regel gut verträglich.
Rituximab wird in Form von Infusionen verabreicht und wird im Allgemeinen sehr gut vertragen.
Wie funktioniert die Antikörpertherapie?
Auf der Oberfläche der meisten B-Lymphozyten findet man ein spezielles Protein, das CD20 genannt wird. Auch die meisten B-Zell-Lymphome, zu denen das follikuläre Lymphom zählt, weisen diesen CD20-Marker auf. Welche Funktion CD20 spielt, ist noch nicht genau bekannt. Man nimmt aber an, dass es bei der Wachstumskontrolle eine Rolle spielt.
Rituximab ist ein Antikörper, der an CD20 bindet. Rituximab aktiviert die körpereigene Abwehr gegen CD20-tragende Zellen und übt auch selbst eine direkt abtötende Wirkung auf Zellen mit dem CD20-Merkmal aus. Nach der Infusion verbleibt Rituximab über mehrere Tage bis Wochen im Blutkreislauf und kann somit alle Regionen des Körpers erreichen und die meisten CD20-tragenden Zellen vernichten.
Chemo-Strahlentherapie mit anschließender Stammzelltransplantation
Follikuläre Lymphome sprechen gut auf eine Strahlentherapie an. Um eine möglichst effektive Behandlung zu erzielen, wird die Chemotherapie deshalb manchmal mit einer Strahlentherapie kombiniert. Weil diese radikale Behandlung das blutbildende Knochenmark stark schädigt, wird anschließend die Gabe blutbildender Stammzellen erforderlich. Diese intensive Therapie wird meist bei jüngeren, belastbaren Patienten durchgeführt.
- Follikuläre NHL in den Stadien I und II werden häufig bestrahlt.
- Fortgeschrittene follikuläre NHL werden im Allgemeinen mit einer Kombination aus Chemotherapie und Antikörpertherapie behandelt.
- Bei wiederauftretendem follikulärem Lymphom verbessert die Erhaltungstherapie {Page 3140} mit dem Antikörper Rituximab die Überlebensaussichten erheblich.
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