Fragen und Antworten

Behandlungsmöglichkeiten

Ist Lungenkrebs heilbar?
Die Heilungschancen bei Lungenkrebs sind sehr eng mit dem Stadium der Erkrankung verbunden, in dem sie festgestellt wird. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Tumoren der Lunge relativ schnell wachsen. Da die Lunge keine Schmerzfasern besitzt, treten Schmerzen in den frühen Stadien nicht auf und fehlen daher meist als Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung. Über die Hälfte der Patienten befinden sich bei Diagnosestellung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Wird die Erkrankung dagegen früh festgestellt, können die Betroffenen durchaus geheilt werden.

Was bedeutet „sekundäre Operation“?
Eine „sekundäre Operation“ ist ein sogenannter nachgeordneter Eingriff. Er erfolgt meist bei Patienten des Stadiums III (vorwiegend IIIA) im Anschluss an eine Chemotherapie bzw. Radiochemotherapie, die das Ziel hatte, den Tumor so zu verkleinern, dass er operierbar wird.

Was ist eine palliative Operation?
Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, der bestimmte Symptome lindert oder Komplikationen verhindert (z. B. drohende Querschnittslähmung durch Absiedlungen des Tumors in den Wirbelkörpern), ohne jedoch die zugrundeliegende Erkrankung zu heilen.

Wie läuft eine Strahlentherapie zeitlich ab?
Bei der häufigsten Form der Strahlentherapie – von außen durch die Haut – ist es üblich, die Bestrahlung mit kleinen Einzeldosen vier- bis fünfmal pro Woche durchzuführen (Fraktionierung). In den kurzen Pausen zwischen den Bestrahlungen kann sich das gesunde Gewebe wesentlich rascher und vollständiger erholen als das Tumorgewebe. Im Durchschnitt sind insgesamt zwischen 25 und 35 Bestrahlungen nötig. Die genaue Zahl hängt von der Art und Beschaffenheit des Tumors, von der Höhe der Strahlendosis einer Sitzung sowie von der Gesamtdosis der Bestrahlung ab. Die Bestrahlung erfolgt meist ambulant.

Welche Nebenwirkungen können bei der Strahlentherapie auftreten?
Meist werden die Bestrahlungen gut vertragen. Manchmal können jedoch unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Die Art und das Ausmaß der Nebenwirkungen hängen entscheidend davon ab, welche Körperteile bestrahlt werden und welche Strahlendosis verwendet wird. Darüber hinaus spielen individuelle Faktoren eine Rolle. Patienten können unterschiedlich auf die gleiche Bestrahlung reagieren. Über die Einzelheiten der Therapie und mögliche Maßnahmen gegen Nebenwirkungen klärt der behandelnde Strahlentherapeut auf.

Gibt es Alternativen zu klassischen Therapien?
Ja, diese Therapien werden je nach Erkrankungsstadium alleine oder ergänzend zu den klassischen Behandlungen wie Operation, Chemotherapie und Strahlenbehandlung eingesetzt. Moderne Therapien, z.B. die Hemmung von Wachstumsfaktoren oder das „Aushungern“ des Tumors, zielen darauf ab, den Lungenkrebs gezielt und nebenwirkungsarm anzugreifen.
Während sich eine Chemotherapie relativ unspezifisch gegen alle Körperzellen richtet, wirken im Gegensatz dazu spezifische Wachstumshemmer vor allem an den Tumorzellen selbst. Um sich zu entwickeln, senden Tumorzellen über Rezeptoren in der Zellwand Signale an den Zellkern im Innern der Zelle. Daraufhin vergrößern und teilen sich die Zellen, der Tumor wächst und bildet eventuell Absiedlungen (Metastasen). An diesen Rezeptoren hat das Enzym Tyrosinkinase eine zentrale Funktion, um die Signale zu übertragen. So genannte Tyrosinkinasehemmer, wie der Wirkstoff Erlotinib, setzen gezielt hier an und stoppen die Weiterleitung der Signale. Dadurch wird das Tumorwachstum und die Bildung von Metastasen gebremst. Außerdem werden die Tumorzellen empfindlicher für die Behandlung mit Chemotherapeutika. Erlotinib gibt es als Tablette. Die Einnahme ist damit von Aufenthalten in Praxen oder Kliniken unabhängig möglich.
Ein anderes Beispiel sind so genannte Angiogenese-Hemmer, genauer der Wirkstoff Bevacizumab. Blutgefäßentstehung (Angiogenese) meint, dass der Tumor eine bestimmte Substanz freisetzt, die im Körper die Bildung neuer Blutgefäße zu seiner Versorgung aktiviert. Der Tumor benötigt ab einer gewissen Größe diese Gefäße, um Sauerstoff und Nährstoffe für sein weiteres Wachstum zu erhalten. Angiogenese-Hemmer fangen die vom Tumor gebildeten Substanzen ab und verhindern so, dass sich neue Blutgefäße bilden und bereits ausgebildete Gefäße veröden. Dadurch wird das Tumorwachstum verlangsamt oder sogar ganz gestoppt – der Tumor wird sozusagen ausgehungert. Außerdem hat man festgestellt, dass Chemotherapeutika durch Bevacizumab besser wirken können. Daher wird Bevacizumab in Kombination mit einer Chemotherapie als Infusion verabreicht.

Wie erfolgt die Tumornachsorge?
Üblicherweise schließen sich an jede Krebstherapie Nachsorgeuntersuchungen an. Wie häufig diese Untersuchungen erfolgen, hängt von dem Tumorstadium bei Erstdiagnose, dem Beschwerdebild des Patienten und auch davon ab, wie der Einzelne die Tumortherapie vertragen hat. Grob geschätzt kann man von zunächst dreimonatigen, dann sechsmonatigen und später jährlichen Abständen für die Tumornachsorge ausgehen. Sind fünf Jahre vergangen, ohne daß sich der Tumor erneut ausbildet, gilt ein Patient als geheilt. Die Nachsorge kann u.a. Röntgenuntersuchung, Ultraschall, Bronchoskopie, Computertomographie oder Knochenszintigraphie umfassen.